Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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träge dazu gesammelt, welche er hernach theils zur Erkaufung der halben HerrschaftGroßünz in Schlesien , theils zur Aufbauung eines Hauses in der Nähe der Ma-riencapelle zu Leipzig verwendete. Ilach s. Tode vollzog sein Nachfolger, JohannHoffmann, s. Freundes Entwurf, der durch eine letzte Willensverfügung mit derganzen Deriüögensmasse unterstützt war. Ihm allein verdankt das Frauencol-legium seine Organisation, nach welcher 5 Schlesier und ein Preuße, wenn sie ha-biluirte Vöagistri waren, die Einkünfte besagter Herrschaft, den MiethzinS w.unter sich vertheilten. Aus sein Ansuchen bei dem Bischof von Breslau verstärktesich auch bald der kleine Fonds nicht nur durch geistliche Gefalle, die jetzt ausSchweidnitz gezahlt wurden, sondern auch durch Erhebung zweier Collegiaten zu Ca-pitularen der Frauenkirche zuBreSlau. Diese Verfassung des Collegiums blieb bis1627 dieselbe, in welchem I. man, weil dcr FiscuS (nach Verkauf der HerrschaftGroßtinz für 6000 Thlr.) verschiedene Unfälle erlitten hatte, eine Stelle eingehenließ, welche erst spät durch die Stiftung eines hirschberger Kaufmanns, MichaelKnebel'S, wieder besetzt werden konnte. Der FiscuS kam jedoch in neue Verlegenhei-ten, und dieselbe Stelle mußte 1757, nach dem Ableben eines Collegiaten, zur Auf-rechthaltung der übrigen abermals eingezogen und die Zahl der Schlesier auf 4 Mit-glieder beschränkt werden. Gegenwärtig hat der Senior der polnischen Nation dieOberaufsicht u. Berathung; die Einziehung der Gelder, Besorgung der nothwendigenBauten ic. geschehen- durch den verpflichteten Actuar des Collegiums. 11.

Collcgien, Lolle^c», in England, Kirchen- und Schulstiftungen odermit Einkünften versehene Gesellschaften, deren Mitglieder (lUImv, SüftungS-studentcn) mit ihren Lehrern (Tutois) und Aufsehern unter einem Vorsteher (lleail)in besondern Gebäuden klösterlich beisammenwohnen. Diese Gebäude sind großeVierecke, zu denen Gärten und liegende Gründe gehören. Die ältern Stiftungen,ehemals Klöster, rühren aus dem 13. u. 14. Jahrh, her; einige aus Heinrichs VIII.Zeit sind zum Theil vom Card. Wolsey gegründet. Sie zeichnen sich theils durchalldeutsche Bauart, theils durch wissenschaftliche und Kunstsammlungen aus. Auchbewundert man in ihnen die treffliche Glasmalerei: eine Kunst, die sich in Englandbis jetzt erhalten hak. Der Vorsteher eines solchen Collegiums (älorwr, >V.i,ckc,i.Keclor, Deoliaut) bildet mit den Mitvorstehern (Beamte, Heu», oder Onror,),den Lehrern und Studirendcn, eine sowol von den übrigen Collegien als von derUniversität unabhängige Körperschaft. Alle, die vollen Antheil an den Vortheileneiner solchen Stiftung haben, heißen I'ellu», (d. i. üooii). Als noch Andre zumMitgenusse gelassen wurden, entstanden verschiedene Classen von Mitgliedern, z.B.halbe bellcnv«, ?o»tlua5tei» und dcboün», b^Iiibiiionei» oder Stipendiaten,und Lervitors (junge Leute, welche den Übrigen bei Tische aufwarten und dafür4 Jahre Kost und Unterricht frei haben). Außerdem haben mehre Collegien nochKaplane, Choristers oderChorsänger, und Clerks oderKüster, ohne eine große Zahlvon Bedienten. Der Vorsteher und die Beamten verwalten das Collegium nachden Statuten der Stiftung. In streitigen Fällen entscheidet der Visüoi , wozugewöhnlich ein Bischof oder Lord vom Lüfter crnannt ist. Unter ihnen stehen alleNichtgraduirte, welche einer strengen Zucht unterworfen sind und wie Schulknabenbehandelt werden. Sie müssen täglich in die Kirche gehen und dürfen nicht außerdem Hause schlafen. Wer einen Grad stickn, muß der Universität von einem Deanals Candidat vorgestellt werden. Die Fellows auf den Universitäten behalten ihrFellowship zeitlebens, bis sie heirathen oder liegende Gründe erben, die mehr ein-bringen. Sie rücken unter sich auf, sodaß ihr Einkommen von 80 —150 Pfundfchrl. Eink. und darüber steigt. Aus ihnen werden die Pfarreien besetzt, in wel-chem Falle sie ihr Fellowship gewöhnlich verliere». Opford hat 18 Collegien und6 Hallen, oder bloße Kostscbulen, die keine Lüftung, folglich keine Fellows haben,wo jeder Student für sein Geld lebt. (Auch die Speisesäle der Collegien heißen