Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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758
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758 Collin (Matthäus, Edler v.) Collin d'Harleville

,,Die Horaticr und Curiatier", sein Schwancngesang. Seine Oper „Bradarmante", die Reichard 1809 trefflich in Musik gesetzt hatte, ist weder gedruckt nochaufgeführt worden. Eine Auswahl s. kleinern Gedichte erschien nach seinem Tode inWien. Bruchstücke eines Heldengedichts, „Rudolf von Habsburg ", zeigen, waswir in dieser Gattung der Dichtkunst von C. zu erwarten gehabt hätten, wenn esihm vergönnt gewesen wäre, sich bloß den Musen zu weihen. Ein durch das Sturdium der Alten genährter Geist und Einfachheit charakterisiren alle s. Werke. Seinekräftige und gediegene Sprache verschmäht jeden eiteln Schmuck. Daher mag seinePoesie zuweilen kalt und starr erscheinen, wie denn schon die Wahl seiner Stoffezeigt, daß er dem männlich Erhebenden mehr nachhing als dem gemüthlich Rüh-renden und Erschütternden. Die letzte Feile konnte er seinen Werken nicht geben;jedoch hatte er schon Manches zu einer neuen Ausgabe derselben mit der ihni eignenSorgfalt vorbereitet. Eine vollständige AuSg. s. samnitl. Werke, begleitet voneiner Biographie des Verstorbenen, hat s. Bruder besorgt (Wien 1814, 6 Bde.).Ihm wurde ein einfaches Denkmal in der Karlskirche zu Wien errichtet, zu wel-chem auü allen Theilen der Monarchie Beiträge einliefen. Die Zinsen des Über-schusses dieser Beiträge, 6000 Gldn., wurden zu einem Stipendium für Rechts-beflissene bestimmt.

Collin (Matthäus, Edler v.), Bruder Heinrichs v. Collin, geb. zu Wien den 3. März 1779, dichtete bereits in seinem 20. I., als s. Bruder das Trauerspiel«Regulus" vollendete, die Oper „Calthon und Colmal", wozu Winter eine treffl.Musik componirte. Indem er, seiner Neigung folgend, das Studium der Philoso-phie und Geschichte mjt jenem der Literatur verband, betrieb er, dem Wunsche sei-nerDerwandten gemäß, zugleich die Rechtswissenschaft, und erhielt 1804 dieDoctor-würde an der Universität zu Wien . Nach der Auflösung des deutschen Reichs ver-ließ er die juristische Laufbahn und erhielt 1808 die Professur der Ästhetik undder Geschichte der Philosophie an der Universität zu Krakau . Nach der BesetzungKrakaus durch die Russen ward er in Wien Pros. der Geschichte der Philosophie ander Universität und zugleich ,k. k. Hofconcipist im Finanzdcpartement. 1815 er-nannte ihn der Kaiser von Östreich zum Erzieher des Herzogü von Reichstadt. Alssolcher starb er den 23. Nov. 1824. M. v. C. steht als dramatischer Dichter unters. Bruder. Seine Werke verrathen mehr Geschmack und Studium als lebendigenBeruf zur Poesie. 1808 erschien s. historisches Schauspiel: „Bela's Krieg mit demVater", bei Cotta. Er hat dies Schauspiel in der Folge umgearbeitet. Dieses undungedruckte dramat. Arbeiten, z. B. „Essep", findet man in s. „Samml. dramat.Dichtungen" (4 Bde., Pesth 1815 u. 1817). Nach dem Tode s. Bruders gab erdessen Schriften heraus und entwarf historisch den Charakter der Zeit, in welche dasLeben s. Bruders fiel. 1813 übernahm er die Redaction der ehemal. „WienerLit.-Zeit.", sowie 1818 die Herausg. der „Wiener Iahrb. der Literatur". Zu bei-denZeitschriften hat er kritische Arbeiten geliefert^ Eine Auswahl s. „Nachzelass.Gedichte", m. e. biograph. Vorworte, besorgte I. v. Hammer (Wien 1827,2 Bdchn,),

Collin d'Harleville (Jean Franevis), geb. den 30. Mai 1750 zuMainrenon unweit Chartres , verließ die juristische Laufbahn und bereicherte diefranz. Bühne mit Charakterstücken, welche sich aus dein Repertoire erhalten haben.Die vorzüglichsten find: „binenlisliiiit"; „fi'optinnnle"; „I.«8 tfliäteoux an„älf»i->e»i cle (?,ri>o cI-1115 soll pellt achtel"; „l.os orlizlez". Indem ersten (1786) sieht man noch das Studium des Dfs.; in der Folge ging er s.eigenen Weg. Doch ist er in s. besten Stücke, dem „Vieux aclibuiuiie", ;u denGrundsätzen der Bühne zurückgekehrt; man findet darin ein moralisches Interesse,das sich in Kraft und Wahrheit aus der Intrigue entwickelt, und zugleich gut ent-worfene und gehaltene Charaktere. Im Allgemeinen tadelt man an s. Komödien,