Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
759
JPEG-Download
 

Collision Coltoredo (Familie) 75S

daß sie zu wenig komisch sind, lind daß es s. komischen Charakteren an Physiognomiefehlt. In seinem alleaorischen Gedicht in 2 Gef: »>',>(.- et kliulie", und

in mehren versistcirtenWtücken, die er im Institute alsMitqlied desselben vorgelesenund in Zeitschriften eingerückt hat, findet man Natur und Leichtigkeit und einenAnstrich von einer milden und sentimentalen Philosophie, die jedoch zuweilen insGeirrte ausartet, fast immer aber einen elegischen Charakter annimmt. Die Versesind oft schwach und ohne poetischen Schwung. C. starb zu Paris im Febr. 1808.Die „Oeuvre!, <Is 6<>l!>n-ll:n leville" (s. Theater, s. I'oc«. luAitiveü, mit einerNachricht über sein Leben und seine Schriften) erschienen in einer sehr schönenAusgabe (Paris 1828, 4 Bde.).

Collision, in der Moral und dem Naturrechte ein Widerstreit derHandlungen, sodaß die eine durch die andre ganz oder zum Theil verhindert wird.Da nun Gesetze die BestimmungSgründe der Handlungen sind, so wird eine Colli-,sion der Gesetze ein solcher Widerstreit sein, wo mehre nicht zugleich Bestimmungs-gründe des Willens werden können. Dieselbe trifft nicht die Form der Gesetze als all-,gemein verbindlicher Regeln, sondern die Anwendung derselben auf bestimmte Fülleund die Handlung, welche unter gewissen vorwaltenden Umständen unter das Gesetzsubsumirt wird. Wo nicht beide Gesetze zugleich beachtet werden können, gilt dieRegel: Das höhere Gesetz muß dem niedrigen, das ursprüngliche dem abgeleiteten,das wesentliche dem zufälligen vorgehen. Bei Colliston der Pflichten muß die zu;fällige und hypothetisch nothwendige der unbedingt nothwendigen, z. B. die Pflichtgegen den Nächsten der Pflicht gegen sich selbst, die objective der subjectivcn, diekleinere der größer» weichen. (S. Verbindlichkeit.) Was die Befugniß betrifft,so geht das positive Recht des Einen dem negativen des Andern, das ältere demneuern vor; sind Beider Rechte gleich, so muß ein Jeder gleich viel nachlassen.So klar die Regel ist, nach welcher in einer Collision gehandelt werden muß, soschwer ist sie doch in manchev.Fällen zu befolgen, wo die Merkmale, nach denen diePflichten an ihren Ort gestellt sein müssen, zu sehr ineinanderfließen, und der höchsteScharfblick und die vollste Aufrichtigkeit dazu gehören, sie richtig zu unterscheiden.

Cölln (Friedrich v.), Assessor der Oberrechnungskammer in Berlin u.polit.Schriftsteller während des KriegS von 1806 u. 1801, geb. 1168 im Lippeschen.Durch s. Weigerung 1806, den von den Franzosen gefederten Diensteid zu leisten,brotlos geworden, trieb er eine Schriftstellerei, die, so sehr sie auch bei deni Haufendes Publicums Beifall fand, doch um so tadelnswerther war, da sie die Schwächender preuß. Verwaltung und die sämmil. Staats - und Finanzverhältnisse Preußensrücksichtslos aufdeckte. Wegen s. „Vertrauten Briefe über die innern VerhältnissePreußens" (6 Bde.) und wegen s. Journals: „Feuerbrände", kam er in Untersu-chung und auf die Festung Glatz. Zur Wiederherstellung seiner Gesundheit wurdeihm der Besuch der Bäder zu Landeck gestaltet, den er benutzte, um nach Ostreich zuentfliehen. Der König schlug späterhin die Untersuchung nieder. Hierauf arbeitetev. C. i» einem literarischen Bureau, das dem Staatskanzler über Preußen betref-fende Scb-iften und Aufsätze Bericht erstattete. Er starb am 13. Jan. 1820.

Cvlloredo , eine der berühmtesten Familien der öllr. Monarchie, die vondem Bergschlosse Colloredo in Friaul den Namen führt. Ein Zweig der 3. Linie er-hielt das Erbtruchsessenamt in Böhmen und ward 1163 in den Reichssürstenstanderhoben. Dieser Zweig führt zugleich den Titel von Mansfeld . Merkwürdig sindu. m. A. I, Fabricius, geb. 1516, trat als Page am Hofe Ferdinands vonMedici in Dienste. Cosinus II. sandte ihn als Gesandten an Kaiser Rudolf ll.Daniel Eremita, ein edler Flamänder, sein Begleiter, hat in lat. Wprache dieseReise beschrieben. Er befehligte dann ein Corps, das dem Herzog v. Mantua gegenden Herz. v.Savoven beistand, und wurde bei Cosmus II. Nachfolger, Friedrich >l.,erster Minister. Er starb zu Florenz 1615. — ll. Rudolf, Graf v. Wakdsee,