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Zweiter Band. Bo bis C.
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Colonien (englische)

am 20. März 1602 ihr ertheilten und nachher zu verschiedenen Malen erneuerenFreibrief nicht nur den ausschließlichen Betrieb des oftindischen Handels, sondernauch die Hoheitsrechte über ihre in Indien zu machenden Eroberungen und am»-legenken Niederlassungen erhielt. Die Oberhoheit, welche die Generalstaarcn sichvorbehielten, war wenig mehr als ein leerer Name. Schnell entwickelte sich nundas holländische Colonialsystem in Ostindien, und gleich anfangs bekam es jenenbestimmten Charakter, den es nachmals fortwährend beibehielt. Die Colonien derHolländer in Ostindien wurden Handelscolonien; die Molukken und die großenSundainseln, leichter zu vertheidigen als das Festland von Indien , welches damalsmächtigen Herrschern gehorchte, wurden der Hauptsih der holländischen Macht.Dies wür unstreitig eine Hauptursache ihres langen Flors, indem sie nur derHerr-schaft des Meeres bedurfte, um sich darin zu behaupten. 1618 ward durch denGeneralgouverneur Koen das neuerbaute Batavia zuni Sitze der holländischen Re-gierung bestimmt. Zwar nicht ohne Kampf, aber doch mit leichter Muhe, ent-risse» die Holländer den Portugiesen nach einander ihre simmtlichen ostinkischenBesitzungen, wozu auch seit 1611 der Handel nach Japan kam, den die Holländersich bald ausschließlich zu verschaffe» wußten. So blieben den Portugiesen aufGoa nur einige unbedeutende Besitzungen, als traurige Reste ihrer ehemaligenGröße. Um die Mitte des 17. Jahrh, hatte die holländische Herrschaft den höch-sten Gipfel ihresFlorS erreicht, vornehmlich, nachdem sie 1653 durch die Anlageeiner Niederlassung auf dem Vorgebirge der guten Hoffnung eine treffliche Vor-mauer ihrer ostindischen Besitzungen erhalten und'1658 auch Ceylon von den Por-tugiesen erobert hatte. Das gesanimte holländische Colonialwesen in Ostindienstand unter dem Generalgouverneur von Batavia, dem mehre Gouvernements,Directorien, Commanderien und Residenzen — die Titel und die Zahl wechseltenmit der Wichtigkeit der einzelne» Niederlassungen in verschiedenen Zeiten — unter,geordnet waren. In Europa wurde die Verwaltung durch einen Rath von 10Bcwindhebbers, die aus dem größer» Rathe der 60 Direkteren gewählt waren, be-sorgt. 1621 errichteten die Holländer auch eine westindische Compagnie, die zwaranfangs (1630—40) große Eroberungen in Brasilien machte, dieselben jedochschon 1642 wieder verlor. Bleibender waren ihre Ansiedelungen auf einigen klei-nen westindischen Inseln, wie St.-Eustace, Curmao, Saba und St.-Martin(1632 — 49), vorzüglich jedoch nur wegen des Schleichhandels wichtig; aufdem Festlands blieben 1667 nur Surinam, Paramaribo, Esseguebo und Berbice ün Besitze der Holländer.

Zugleich mit den Holländern waren auch die Engländer als Colonialvolkausgetreten; anfangs mit ungleich geringerm Erfolge. Unter der Regierungder Königin Elisabeth befuhren die Engländer zuerst die fernen Meere. Nachmehren vergeblichen Versuchen, eine nordöstliche oder nordwestliche Durchfahrtnach Ostindien zu finden, waren zuerst 1591 Engländer um da« Vorgebirgeder gute» Hoffnung herum nach Ostindien gedrungen, und schon am 31. Dec.1600 ertheilte Elisabeth einer Gesellschaft einen ausschließlichen Freibrief fürden Handel jenseits des Caps und der magellanischen Meerenge. Allein dessen-ungeachtet blieb der ostindische Handel anfangs schwach. Die Engländer erwarbenauf dem festen Lande von Indien nur einzelne Factoreien. Die Insel St.-Helena ,die 1601 von den Engländern in Besitz genommen war, bildete beinahe ihren ein-zigen festen Punkt in jenen Gegenden. Unter der Regierung Karls I. wurde dieenglisch -ostindische Compagnie von den Gewürzinseln 1623 durch die Holländerverdrängt, und außer dem 1620 angelegten Fort St.-George zu Madras behieltsie nur einige Factoreien auf den Küsten Malabar und Coromandel. Von 1653—58 schien sie vollkommen aufgelöst, bis Cromwcll ihr neues Leben gab undsie gegen die Holländer unterstützte. Allein unter der Regierung Karls II. gerielhCviwetsaUonS-Leisten. Bd. U. 49