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Colomen (holländische)
nern, vorzüglich da, wo sich Bergwerke fanden; so Vera-Cruz, Cumaua, Porto-bello, Carkhagena, Va^ncia, Caracas , und an der Küste des stillen Oceans Aca-pulco, Panama , dann Lima, Conception und Buenos-Avres. Die kirchliche Ein-richtung des Mutterlandes ging gleichfalls auf die Colonien über, nur mit den, Un-terschiede, daß hier die Kirche in ungleich größerer Unabhängigkeit von dem Königeblieb. Die Gewinnung edler Metalle blieb die Hauptsache bei der Benutzung derColonien, und daraus folgte von selbst, daß man den Handel mit denselben so vielals möglich unter strenger Aufsicht zu halten suchte. Der Verkehr ward in Spa-nien auf den einzigen Hafen vonSevilla beschränkt, von wo aus jährlich zwei Ge-schwader, dieGallionen, etwa 12Segel stark, nachPorkobello, die Flotte von 15großen Schiffen nach Vera-Cruz ausliefen. Ward also gleich der Hantel nicht ge-setzlich den Händen einer ausschließlichen Gesellschaft übergeben, so blieb er dennochnur das Eigenthum einiger Wenigen. S-itdcm Spanien 1564 von den Philip-pinen Besitz genommen, ward zwischen Acapulco und Manilla seit 1572 durcheinige Südseegallionen ein regelmäßiger Verkehr unterhalten; allein die großenBeschränkungen desHandels blieben Schuld daran, daß diese Inseln, trotz ihrervortheilhaften Lage, dennoch der Krone Kosten verursachten, statt ihr Gewinn zubringen; nur religiöse Rücksichten verhinderten es, daß sie nicht gänzlich aufge-geben wurden. Ein ungleich thätigeres Leben erhielt dagegen das europäische Co-lonialwesen und eine ungleich höhere politische Wichtigkeit, als zwei im vorzüglichenSinne des Worts Handel treibende Nationen Antheil an demselben nahnien:Holländer und Engländer. Die Holländer waren es zuerst, die während des Kam-pfes um ihre Unabhängigkeit als furchtbare Nebenbuhler der damals dem spani-schen Joche unterworfenen Portugiesen auftraten.
Der Eintritt der Holländer verlieh zugleich dem gesummten Colonial-wesen ein erhöhtes Interesse, indem der Colonialhandel dadurch einen neuenSchwung und eine größere Ausdehnung erhielt. Schon seit beträchtlicher Zeit hat-ten die Holländer den Zwischenhandel mit ostindischcn Waaren von Lissabon ausdurch das übrige Europa besorgt und während des Kampfes um ihre Unabhängig-keit die Schwäche der spanischen Seemacht kennen gelernt. Philipps ll. despoti-sche Maßregeln zwangen sie jetzt zu dem Entschlüsse, den sie wol nicht leicht ausfreier Wahl gefaßt hätten, ihre Feinde in Ostindien zu bekämpfen. 1594 warddas schon 10 Jahre früher von Philipp erlassene Verbot gegen den Verkehr derHolländer mir Lissabon mit größter Strenge erneuert, und eine Menge in deinHafen dieser Stadt liegender holländischer Schiffe wurde weggenommen. So vonallem Handel nur den Erzeugnissen Ostindiens ausgeschlossen, blieb den Niederlän-dern nur die Wahl, entweder diesem Handelszweige gänzlich zu entsagen oder selbstunmittelbar aus Ostindien die Waaren zu holen, die man ihnen in Europa ver-weigerte. Aufgemuntert durch Cornelius Houtmann, einen wohlunterrichtetenMann, und durch mehre mißglückte Versuche, eine nördliche Durchfahrt nach Ost-indien aufzufinden, von fernern Unternehmungen der Art abgeschreckt, rüstete eineaus amsierdamer und einigen antwerpner nach Amsterdam eingewanderten Kauf-leuten gebildete Compagnie der fernen Länder 4 Schiffe aus, die den 2. April1595 unter Houimann'e und Molenaer's Befehl nach Ostindien unter Segel gin-gen. War gleich der Gewinn der ersten AnsiedelüiiL nicht so ansehnlich, als manerwartet hatte, so hatte man dagegen die Schwächster in Ostindien jetzt allgemeinverhaßten Portugiesin keimen gelernt, und schnell bildeten sich ähnliche Gesellschaf-ten und sandten Geschwader nach jenen reichen Gegenden aus. Die dadurch nichtselten übermäßig vermehrte Concurrenz in Indien und die fortwährenden Feind-seligkeiten gegen die vereinigte spanische und portugiesische Macht bewogen jedochschon nach einigen Jahren die Gencralstaaten, die bisher getrennt bestandenen Ge-sellschaften in eine einzige osiindische Compagnie zu vereinigen, welche durch einen