Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Compaß, Boussöke. Mit Hülfe dieses Werkzeugs kann man den Oceanbeschissen, während die Alten, ohne andre Wegweiser als die Sonne und die Ge-stirne, welche derWechstl derWitternng so oft ihre» Augen entzog, sich nicht weitvon den Küsten entfernen durften. Erfinder und Zeit der Erfindung desCompaffealassen sich nicht genau bestimmen. Einigenennen als solchen Flavio Gioja , AndreGiri aus Amalfi im Königreiche Neapel , zu Anfange des 14. Jahrh.; aber manhat Beweise, daß die Eigenschaft der Magnetnadel, nach Norden zu weisen, be-reits früher in Europa bekannt war, und daß eine cvmpaßähnliche Einrichtung inFrankreich bereits im 12. Jahrh, den Naiiie» Marinette führte. Den Engländernverdankt man die schwebende Lage des SeecompasseS, und den Holländern die be-quemen Namen der Weltgegendcn auf der Windrose. Die ersten Miffionnairs tra-fen die Magnetnadel schon bei ihrer Ankunft in China an. Das wesentliche Stückeines jeden Tompasses ist die unfeinem Stifte freischwebende Magnetnadel. Diesebesitzt die Eigenschaft des Magnets , mit welchem sie bestrichen ist, sich nach derMittagslinie, jedoch mit einiger Abweichung, zurichten. DerNameBoussolc istholländischen Ursprungs und bedeutet ein Buchschen, Man nennt so aber insbe-sondere das in der praktischen Geometrie gebräuchliche, mit einer Magnetnadel undeinemDiopterlineal versehene Meßinstrument. Ist der Compaß für den GebrauchderEeefahrer eingerichtet, so heißt er Seecompaß und hat gewöhnlich folgendeEinrichtung. Die Magnetnadel ist ein plattes Rechteck von beliebiger Länge undgewöhnlich Zoll Breite und Zoll Dicke. Ihre Ecken werden so abgestumpft,daß beide Enden in eine» stumpfen Winkel zulaufen. In der Mitte durchbohrt mandie Nadel und setzt an dem Umkreist derÖffnung einen hohlen über die äußereFlächeder Nadel hervorragenden Cylinder an, der oben mit einem ausgehöhlten, wohl-polirken Achat (dem Hütchen) verschlossen ist, und mittelst dessen sie auf ihrem Stifteschwebt. Die Nadel wird hierauf zwischen 2 sich mit ihr zugleich drehende kreis-runde Scheiben von leichter Pappe oder Kartenpapier eingeklebt, welche die sogen.Wind- oder Schifftest ausmachen. Es wird darauf ein Stern von 32 Strahlengezeichnet, deren Spitzen die Weltgegendcn anzeigen. Der Nordpol der Nadel mußdabei mit dem Punkte Norden genau übereinstimmen. Der Rand der Rost wirdin die 360Grade getheilt. Um die durch daö Schwanken des Schisses verursachteSchwingung der Nadel zu verhindern, setzt man an ihre untere Fläche kleine Flügelvon Pappe an, welche durch denWiderstand, den sie von der Luft erleiden, bewir-ken, daß die Nadel eher in Ruhe kommt. Die Nadel mit ihrem Stifte und übri-gem Apparate wird in ein rundes kupfernes Gehäuse eingesetzt, welches sich mittelstzweier daran befestigten Zapfen in einem das Gefäß umgebenden Ringe frei bewegt.Der Ring hat in einer Entfernung von 60 Graden von den Stellen, wo das Gefäßeingezapft ist, ebenfalls 2 Zapfen, mit welchen er sich in einem großen, unterwärtsliegenden Halbkreise gleichfalls ganz frei bewegt. Dieser ruht unten auf einemFuße, um welchen sich das ganze Instrument frei herumdrehen läßt. Durch Umdre-hung des Gehäuses wird die Windrose nicht mit umgedreht, weil sie an derNadel bc«festigt ist, und diese sie vermöge ihrer Polarität (beständigen Richtung nach demNordpol ) unbeweglich erhält. Die Aufhängung in einem schwebenden Ringe be-wirkt, daß sie sich bei allem Schwanken des Schiffs immer in horizontaler Lage er-hält. DerFuß wird an den Boden befestigt, und das Gefäß oben mit cinerGlas-scheibe versehen. Die Lenkung und Richtung desSchisieS nach dem Compaß erfo-dert viele Kenntnisse, die einem geschickten Steuermanne unentbehrlich sind. Kürz-lich ist in England eine Vorrichtung erdacht und auch bereits bei der ruft. Marine ein-geführt worden, um die Nadel der Rost vor dem Einflüsse des Eisenwerks auf demSchisse zu sichern. Es steht aber darüber der nähere Bericht ebenso zu erwarten alsüber die auf den letzten Nordpöleppeditionen (s. d.) der Engländer beobachte-ten auffallenden Anomalien in dem Verhalten der Magnetnadel des SeecompasseS

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