Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
791
JPEG-Download
 

Conchylien Concilium 791

Literaturen. Spanier und Engländer haben lange an ihr gelitten. Marina, der siein Italien einheimisch machte, hatte sie in Frankreich sich zugezogen, wo ein Dichtereinst den Wind des ÄoluS Landreiter, die Sonne dieFürstin der Kerzen rc. nannte;Deutschland hat Lohenstein gehabt und hat noch Manchen, der an ihr leidet.

Conchylien sind die Gehäuse oder Schalen einer ganzen Ordnung vonWürniern, die man daher Schalthiere (s. d.) nennt.

Concilium, Versammlung, vorzugsweise Kirchenversammluug ober(griech.) Synode. Schon seit dem 2. Jahrh, wurden particulaire, d. h. solcheKirchenversammlungen gehalten, an denen nur die Gemeinden der einen oder derandern Provinz Theil nahmen. Man berathschlagte über die Lehre, die Gebräucheund die kirchliche Zucht, und die versammelten Bischöfe und Ältesten machten sich ge-gen einander verbindlich, dieBeschlüsse der Synode in ihren Gemeinden einzuführen.Gewöhnlich wurden diese Versammlungen in derHauptst. der Provinz (Metropolis)gehalten, und die Bischöfe dieser Stadt, welche seit dem 3. Jahrh, den Titel Metro-politen führten, pflegten die Verhandlungen dieser Berathschlagungen zu leiten.Diese Concilien hakten keine andre gesetzgebende Gewalt als die, welche auf der wech-selseitigen Übereinkunft der Theilnehmer beruhte. Nachdem das Christenthum seitdem Anfange des4. Jahrh, herrschende Religion im röm. Reiche geworden war, rie-fen die Kaiser Kirchenversammlungen zusammen, welche, weil alle Bischöfe des gan-zen Reichs dazu eingeladen wurden, ökumenische, d. h. allgemeine Kirchenver-sammlungen hießen. Unter diesen sind die merkwürdigsten: 1) das Concilium zuNicäa (s.d.) (325),wo man die Lehre vom Sohne Gottes festsetzte; 2) daszuKon-siantinopel (881), wo man die Lehre von dem h. Geist bestimmte; 3) das zu Ephe-sus (431) und 4) das von Chalcedon (451), auf welchen beiden das Dogma von derVereinigung der göttlichen und menschlichen Natur in Christo seine nähern Bestim-mungen erhielt. Seit dem 4. Jahrh, kam die Meinung auf, daß die Kirchenver-sammlungen unter einer besondern Leitung des göttlichen Geistes ständen; daher dasgroße Ansehen, welches ihre Beschlüsse erlangten. Nach dem 5. ökumcn. Concilium(553 zu Konstantinopel ) und dem 6. ökumen. (681 ebendas.) wurde, zur Er-gänzung der Beschlüsse von beiden, in dem kaiscrl. Palaste zu Konstantinopel , Trul-I»ni genannt, das daher sogen, slnueü. guinl-nnxtum oder krul!.uii»n> 691, oderdas 7. ökumen., gehalten, welches die Sittenzucht betraf. Sowie die römischen Kai-ser, so übten auch anfangs die deutschen Köniae das Recht aus, Synoden zu versam-meln, namentlich Karl d. Gr., unter dessen Regierung die von ihm zusammenberu-fene Geistlichkeit des fränkischen Reichs (749 cine Kirchenversammlung zuFrankfurt6. M. hielt, welche sich gegen den unter den Griechen eingeführten Bilderdienst er-klärte. Im Mirtelalter behaupteten die Päpste das Recht, Synoden zusammenzu-'berufen, die jedoch, weil die abeudländ.Kirche sich bald von der griech. trennte, nichtals allgemeine Kirchenversammlungen betrachtet werden können, und unter denentheils die unter Ilrban >1. zu Clermont (1996) gehaltene, wo der erste Kreuzzug be-schlossen ward, theils einige spätere Synoden, wo man mit den Griechen über dieWiedervereinigung unterhandelte, die merkwürdigsten sind. Als zu Ende des 14.Jahrh, das sogen, große Schisma (Spaltung) entstanden war, indem erst 2, dann3 Päpste aufden h. Stuhl Anspruch machten, kam 1499 das Concilium zu Pisa zuStande, welches den Grundsatz behauptete, daß der Papst unter dem allgemeinenConcilium stehe, und die schismatiscben Päpste richtete. Und als das pisanische Con-cilium auf eine seiner unwürdige Weise erloschen war, ohne daß es das Schismahatte beendigen kennen, ward 1414 die konstanzer (s. d.) Synode, die feierlichsteund größte allerKirchenversammlungen, gehalten, welche den Grundsatz, daß ein all-gemeines Concilium über dem Papst sei, erneuerte, das Schisma beilegte und dieVerdammung desIoh.Huß (1415) und s.FreundeS, HieronymusvonPrag (1416)aussprach. Auch die zu Basel (s. d.) 1431 gehaltene Synode erneuerte jenen