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Conde (Louis Henri Joseph)
wobei er verwundet wurde. In derRevolution wanderte er 1789ausnach Brüssel ,und von da nach Turin; hierauf bildete er 1792 zu Worms aus den ausgewan-derten Edelleuten ein kleines Heer, 6806 Köpfe stark, das zur östr. Armee unterMurmser stieß. Nachdem er 1791 mit Gustav III. von Schweden zu Aachen we-gen künftiger Unternehmungen sich besprochen hakte, wurde er zu Worms von einemAbgeordneten der Nationalversammlung und von, König selbst aufgesodert, bei Ver-lust s. Güter binnen 14 Tagen nach Frankreich zurückzukehren. In Koblenz ertheilteer mit den übrigen Prinzen die verweigernde Antwort. Beim Ausbruch des Kriegszeichnete sich s. Corps auS; allein Östreichs Operationsplan stimmte nicht mit denAnsichten der Emigranten zusammen, daher auch die Verbindung des Prinzen C.mit Pichegru ohne Folgen blieb. 1795 trat er mit s. Corps in engl. Wold. 1796kämpfte er ritterlich in Schwaben . 1797 trat er in russische Dienste und mar-schirte mit s. Corps nach Rußland , wo er in Pauls l. Residenz auf das großmü-thigste empfangen wurde, um 1799 unter Suwaroff wieder au den Rhein zurück-zukehren. 1800, nach der Trennung Rußlands von der Coalition, trat er inengl. Dienste. Der Feldzug von 1800 endigte des Prinzen kriegerische Laufbahn;er bewohnte in England die Abtei Amesbury bis 1813, in welchem Jahre s. zweiteGemahlin, die Prinzessin v. Monaco , starb. Am 14. Mai 1814 zog er wiederin Paris ein, erhielt das 10. Linienregiment und die Würde des Generaloberstender Infanterie, sowie die des Liancl inaiire und das Protectorat des
Ludwigsordens. Er wohnte der berühmten königl. Sitzung am 17. März 1815bei, floh mit dem König nach Gent und kehrte mit ihm 1815 nach Paris zurück,wo er, zum Präsidenten eines Bureau der Pairskammer ernannt, einige Zeit sichaufhielt, späterhin aber nach Chantilly sich zurückzog. Hier hatte er einst den an-ziehenden „blssai 5ur ü> vio clu ^r.nicl tlcnxlä. par 1.. ,1. <lo son
4>nr clrsceixl.int" geschrieben, welcher seit 1806 in 2 Allst, erschienen ist. Erstarb zu Paris d. 13. Mai 1818. Sein Enkel war der Herzog v. Eng hier, (s. d.).
Condä (Louis Henri Joseph , Herzog v. Bourbon), Sohn des Vorigen,geb. d. 13. April 1756, wurde für die Waffen erzogen. Kaum der Kindheit ent-wachsen, faßte er die heftigste Liebe zu Louise Marie Therese Math. d'Örleans,geb. 1750. Man beschloß, daß er noch 2 Jahre reisen sollte, ehe er sich mit s.Braut vermählte. Allein er entführte die Geliebte aus ihrem Kloster, und sie gebarihm 1772 den Prinzen v. Enghien . C.'S glühende Lebhaftigkeit veranlaßte zwi-schen ihm (1778) und dem Grafen Artois ein Duell, welches s. Verweisung nachChantilly zur Folge hatte. Er entzweite sich gleichfalls mit seiner Gemahlin undtrennte sich 1780 von ihr. 1782 reiste er mit dem Grafen Artois ins Lager vonSt.-Roch zur Belagerung von Gibraltar , zeichnete sich aus und ward zum Mar-schall ernannt. Der Stolz s. Namens, die Wärme s. Blutes und das Vertrauenauf Königsgewalt ließen ihn im Beginn der Revolution vielleicht zu auffallendverachtend ein zählendes Volk behandeln. Er riech stets zum Gebrauch der Ge-walt. 1789 wanderte er mit seinem Vater nach Turin aus, schloß sich an dasCorps der stanz. Emigranten an und zeigte 1792, 1793 und 1794 den altenMuth der CondeS. 1795 schiffte er sich in Breinen nach Quiberon ein, um inder Vendoe eine Diversion zu machen, mußte aber ohne Erfolg nach England zu-rückkehren. 1797 ging er mit dem Corps nach Rußland , und kehrte von da 1799an den Rhein zurück. Nach Auflösung der königl. franz. Armee begab er sich 1800nach England, wo er bis zum Mai 1814 lebte. Am 15. Mai 1814 wurde er zuParis zum Generalobersten der leichten Infanterie ernannt und erhielt bei Bo-naparte's neuem Einfall 1815 den Oberbefehl in den westlichen Deport. Alleiner mußte sich conventionSmäßig zu Nantes einschiffen. Er segelte nach Spanien von wo er im August über Bordeaup und Nantes nach Paris zurückkehrte und in»April 1825 das Prädicat Königl . Hoheit erhielt. Seine geschiedene Gemah-Conversationü - Lericon. Bd. II. 51