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Congresse vor 1113
congreß, welcher den westfälischen Frieden zur Folge hatte, bis zu dem utrechterFrieden (von 1618 —1713); 2) von der Befestigung desEinflusseS der britischen Colonial-und Leemacht auftie Continentalpolitik von Europa durch den utrechterFrieden bis auf den wiener Congreß (von 1713 —1815); 3) von der Wiederher-stellung des politischen GleichgcwichtSsystemS in Europa und der Aufstellung desLegitimität-;- und LtabilitätSprincips durch den Congreß zu Wien und die heiligeAllianz bis jetzt. In jedem dieser Congresse seit 1618 traten einige Hauptmächtean die Spitze der übrigen und bestimmten gewissermaßen den Gang der Verhand-lung durch die Feststellung allgemeiner Grundlagen. Die Volker selbst kamen da-bei jedoch erst seit dem wiener Congresse in Betrachtung; in welche, und mit wel-chen Resultaten? Darüber steht nur der Geschichte das unparteiische Urtheil zu.Aus seinem Standpunkte hat Bignon die Interessen der Volker und der Cabinettegeaen einander abgewogen in s. Schrift: „l.es u-,bi»et8 et I«-,? penplc; ,li->>u>81815 jn^u'ü I-, ü» ilo 1822". Nach der von uns aufgestellten Ordnung der3 Perioden wollen wir die wichtigsten Congresse aufführen. I. Don 1618
— 1713. 1) Congreß zu Münster und Osnabrück . Es ist merkwürdig, daßwährend des dreißigjähr. Kriegs derjenige Souverän!, welcher, außer Spanien ,unter allen europäischen Fürsten der einzige war, der den westfälischen Friedennicht anerkannte, daß der Papst durch seinen NunciuS Ginetti in Köln 1636 dieersten Friedenseröffnungen machen ließ; auch sandten der Kaiser und Spanien wirklich Gesandte nach Köln, die unter der Vermittlung des Papstes mit Frank-reich und Schweden zu unterhandeln bereit waren; allein eben jener Vermittelungwegen beschickte Frankreich diesen Congreß nicht, dagegen vereinigte es sich mitSchweden zu Hamburg zu gemeinschaftlichen FriedcnSvcrhandlungen; endlich ent-schloß sich auch der Kaiser in dem Präliminarkractate zu Hamburg , 1641, mit bei-den Mächten zu Münster und zu Osnabrück zu unterhandeln. Des Ranges we-gen, den Frankreich und Schweden sich streitig machten, und um das Zusammen-treffen der protestantischen Gesandten mit dem Nuncius zu vermeiden, wäblte manjene beiden von Frankreich dazu vorgeschlagenen Städte, die nur 6 Stunden voneinander entfernt waren, und setzte fest, daß beide Versammlungen bloß EinenCongreß bilden sollten. Doch erfolgte die Eröffnung dieses ersten großen europäi-schen Friedensrathes erst imDec. 1614. In Munster wurde Alles durch die Ver-mittler, den päpstl. Nuncius und den Gesandten der Republik Venedig , verhandelt;in Osnabrück unmittelbar, und zwar lateinisch. (S. Westfälischer Friede.)
— 2) Congreß in den Pyrenäen. Frankreich und Spanien sehten den Krieg,welchen in Deutschland der westfälische Friede geendigt hatte, noch bis 1659 fort.Dann ward, nachdem der Präliminarfriede zu Paris am 7. Mai geschloffen wor-den war, die Fasaneninsel ini Bidassoaflusse, an der Grenze beider Staaten, zumCongreßorte gewählt, und Cardinal Mazarin hielt mit dem spanischen Minister,Don Luis te Haro, vom 13. Aug. bis zum 25. Nov. 1659 überhaupt 25 Con-ferenzen unter einem Zelte, wobei jener stets italienisch, dieser spanisch sprach. Derschon am 7. Nov. unterzeichnete pyrcnäische Friede sicherte Frankreich sein politi-sches Übergewicht; Spanien erkannte den münsterschcn Frieden an und tratRoussil.'on, Conflans und einige Plätze in den Niederlanden an Frankreich ab, dasden geächteten Prinzen von Conde wieder in seine Würden und Güter einsetzte;auch wurde Lothringen seinem Herzoge zurückgegeben. — 3) Der Congreß zuBreda endigte, unter schwedischer Vermittlung, den Krieg zwischen Großbritan-nien aus der einen, und den Niederlanden, Frankreich und Dänemark auf der an-dern Leite, durch den Frieden zuBreda, den 31. Juli 1667, der vorzüglich diegegenseitigen Colonien in Westindien und den Sundzoll betraf. — 4) Der Con-greß zu Aachen endigte den sogenannten DevolutionSkrieg zwischen Frankreich undSpanien , unter Vermittlung des Papstes, durch den aachner Frieden, den 2. Mai