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Zweiter Band. Bo bis C.
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Congresse vor 1713

1668, durch den Frankreich die in den spanischen Niederlanden eroberte» Plätze be-hielt, die Franche-.Comt« aber an Spanien zurückgab. — 5) In dem Kriege Lud-wigs XIV. mit den Niederlanden , von 1672 — 78, wurde anfangs ein Congreßzu Köln 1673 eröffnet, aber schon im folg.I., weil der kaiserl. Gesandte den kur-kölnischen gewaltsam aus Köln entführt und nach Wien geschickt hatte, aufgelöst.Darauf leiteten die britischen Gesandten (unter ihnen der berühmte Ritter Temple)und der päpsil. Gesandte, als Vermittler, dieFriedenSverhandlungen zwischen Frank-reich, Spanien, den Niederlanden, dem deutschen Kaiser, Schweden, Dänemark ,Brandenburg und einigen kleinern Staaten auf dem Congresse zu Nimwegen, seit1676 bis zu dem Abschlüsse des Friedens von Nimwegeu 1678, der a»S mehrenSeparatfriedensschlüssen bestand: zwischen Frankreich und den Niederlanden ; zwi-schen Frankreich und Spanien; zwischen Frankreich, Schwede» und dem deutschen Reiche, 1679, von welchem der Friede mit Brandenburg zu St-Germaimen-,Layeund der mit Dänemark zu Fontainebleau und Lund , sowie der zu Nimwegen zwi-schen Schweden und Holland , die unmittelbaren Folgen waren. So trug die st anz.Diplomatik, welche die Alliieren trennte, auf diesem Congresse den Sieg davon,und Ludwigs XI V. politisches Übergewicht war auf längere Zeit befestigt. — 6)Hierauf veranlaßte die Wegnahme Strasburgs, welche mitten im Frieden 1681geschah, und Ludwigs ReunionSsvstem das große haager Schutzbündnis gegenFrankreichsÜbermuth und Ländersucht, dessen Seele Wilhelm III. war. Es ver-einigten sich nämlich Schweden und Holland, dann der Kaiser, Spanien und ein-zelne deutsche Reichskreise mit einander zur Aufrechterhaltung des Weststilischenund des nimweger Friedens, und statt der Waffen, welche der Kaiser bereits gegendie Türken führen mußte, wählte man den Weg der Unterhandlung. Dies warder Zweck des merkwürdigen Eongresses zu Frankfurt 1681, der zwar franz. Seitsim Dec. 1682 abgebrochen, in der Folge jedoch zu RegenSburg fortgesetzt wurdeund einen 20jährigen Waffenstillstand mit Frankreich 1681 bewirkte. Aber ver-gebens suchten die europäischen Mächte durch Bündnisse untersteh, insbesonderedurch die große augsburger Verbindung (Association) von 1686, welche deriLtakt-halter Wilhelm III. von Holland zu brande brachte, der Herrschsucht Ludwigseinen Damm zu sehen, denn schon im Sepk. 1688 überzogen die franz. Heere dieRheinländer. Dies und die Vertreibung des Hauses Stuart durch Wilhelm III.ausEngland (imNov. 1688) hatte einen 9jährige» Krieg zur Folge. — 7) DieRücksicht auf die spanische Erbfolge bewog jedoch den siegreichen Ludwig, durch be-sondere Verträge dieAlliirten zu trennen, und als dies nicht ganz gelang, Schwe-dens Vermittelung nachzusuchen, wodurch der Congreß zu Ryßwick, einem Schlossebeim Haag, im Mai 1697 zu Stande kam. Man unterhandelte zwar, nachdemein runder Tisch im Conferenzsaale allem Rangstreite ein Ende gemacht hatte, aufdie Grundlage des westfälischen und nimweger Friedens; allein es gelang dennochder franz. Staatskunst abermals, durch einzelne Verträge mit den Verbündetendas allgemeine Friedenswerk zu leiten und das deutsche Reich zur Annahme der vonFrankreich mir Spanien, Großbritannien und den Niederlanden festgesetzten Be-dingungen zu nöthigen. Der Friede zu Rvßwick wurde von den Seemächten am20. Sept. und vom Kaiser am 30. Oct. 1697 unterzeichnet. — In diese Periodefallen noch einige Congresse, auf denen die europäische Diplomatik die Staaten-verhälknisse der nordischen Mächte in Hinsicht auf Polen und die Pforte ordnete.8) Der berühmteste ist der zu Oliva, einem Kloster bei Danzig , im Mai 1660,wo Frankreich den Frieden zwischen Schweden und Polen vermittelte, und den zu-gleich der deutsche Kaiser, der Kurfürst von Brandenburg , der Herzog von Kur-land und andre kleine Fürsten beschickten. Die Bevollmächtigten der Republik derNiederlande, von Dänemark und von Spanien wurden nicht zugelassen. DerFriede zuDliva, vom 3. Mai 1660, befestigte das politische Übergewicht Schwe-