Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
814
JPEG-Download
 

814

Congn'ssc von 1713—1dl t

Östreich mit der Pforte statt. — 18) Der Congreß zu Passarowitz., endigte den1711 und 1716 auSgebrochene» Krieg der Pforte mit Venedig und Östreich durchdie Verniikilung Großbritanniens lind Hollands , im Frieden zu Passarowitz den21. Juli 1718, nach welchem Morea, ohne daß davon ii» Tractate selbst Erwäh-nung geschah, der Pforte als eroberte Provinz verblieb. — 16) In dem KriegeRußlands mit der Pforte 1766 suchte die Pforte Östreichs, Hollands und Groß:brikanniens Vermittlung; allein Rußland lehnte die Vermittlung der SB'inächteab, sodaß der Congreß zu Niemiroff in Polen , in, Juni 1737, bloß aus den Be-vollmächtigten der Pforte, Rußlands und Ostreichs bestand. Als aber auch Östreichder Pforte den Krieg erklärte, so übernahm Frankreich die Rolle eines Vermittlers.Die Verhandlungen wurden zwar schon im Üct. abgebrochen, jedoch durch denfranz. Gesandten, Herrn v. Villcneuve, der deßhalb sowol vom Kaiser Kar! VI.als auch von der Kaiserin Anna geheime Insiructionen erhielt, von denen jedoch ihreMinister, Graf v. Sinzendorf lind Graf Ostcrmann, welche ihrerseits über einenbesondern Frieden mit der Pforte unterhandelten, Nichts wußten, aufs neue ange-knüpft und theils in Konstantinopel , theils i"l Lager des GroßvezierS fortgesetzt.Endlich schloß der östreich. General, Grafv. Neipperg, auf eine sehr übereilte Artden 1. Ldept. 1739 einen Präliminarvertrag ab, dessen Garantie Frankreich alsVermittler übernahm, lind nach welchem Belgrad , obgleich es in gutem Verthei-digungszustande war, den Türken übergeben wurde. Hierauf brachte Villeneuveauch,den für die Pforte äußerst vorkheilbaften Desinitivtractat von Belgrad sowolmit Östreich als mit Rußland den 18. Sept. 1739 zu Stande und unterzeichneteden letzter» als Bevollmächtigter der russischen Kaiserin, ohne daß der ebenfallszum Abschlüsse des Friedens mit der Pforte bevollmächtigte Feldmarschall Mümüchdarum wußte. — 20) In dem Kriege Rußlands mit der Pforte von 1768 — 74wurde zu Fockschany in der Moldau im 2hgg. 1772 ein Congreß von russischen undtürkischen Bevollmächtigten gehalten, bei welchem auch ein östreich. und ein preusi.Minister erschienen; allein Katharina erkannte sie nicht als Vermittler an, und sieerfuhren bloß insgeheim von dem türkischen Gesandten den Gang der Verhandlun-gen. Dieser Congreß ging aber bald auseinander; auch ein zweiter Congreß, dersich im Ocü 1772 zu Bucharest versammelte, wo jene beiden Minister nicht zuge-lassen wurden, löste sich ohne Erfolg, wahrscheinlich durch Frankreichs Einfluß aufden Divan, schon im März 1773 auf. Endlich sah sich der von Adrianopel abge-schnittene Großvezier genöthigt, ohne weitere Unterhandlung, auf die vom russischenFeldherrn, Grafen von Rumjänzoff, gemachten Bedingungen, den Frieden zu un-terzeichnen in dem Zelte des russischen Feldherrn zu Kutschuk-Kainardgi, den 21.Juli 1774. — 21) In dem russisch-östreicb. Kriege mit der Pforte von 1787 folg.lehnte Katharina ebenfalls jede Vermittlung ab; allein Östreich mußte sie anneh-men, und es versammelte sich im Juni 1790 ein Congreß zu Rcichenbach, woGraf Herzberg im Namen Preußens mit Östreich unterhandelte, und an welchemauch Polen, Großbritannien und die Generalstaaten Theil nahmen. Um einenKrieg mit Preußen zu vermeiden, entschloß sich Östreich, das Ultimatum des preuß.Cabinets anzunehmen; so kam die reichenbacher Convention vom 27. Juli zuStande, nach welcher Östreich mit der Pforte den Frieden zu Szisiowe den 4. Aug.1791 abschloß, wo sich ein Congreß von östreich. und türkischen Bevollmächtigten,sowie von denMuüstern der vermittelnden Mächte, Großbritannien , Preußen undHolland, im Jan. d. I. versammelt hatte. Hieraus wurde in St.-Petersburg über den Frieden Rußlands mit der Pforte von jenen vermittelnden Mächten unter-handelt; indeß kamen die Friedenspräliminarien unmittelbar zwischen dem Groß-vezier und dem Fürsien Repnin schon am 11. Aug. 1791 zu Gallacz, und bier-auf der Friede zu Iassy den 9. Jan. 1792 zu Stande. — 22) In deinKriege Rußlands mit der Pforte von 1806 —12, ward, nach Alexanders Zurück-