813
Congresse von 1713 — 1814
1808 seine Vermittlung an; ebenso wenig hatte früher Haugwitz in Wien 1805Preußens Dazwischenkunft geltend machen können. Als aber Napoleon , um Wpa-nien zu unterwerfen, seinen Rücken in Deutschland und Polen sichern und deshalbmit Rußland sich enger verbinden, zugleich aber einen Versuch, mit England einenallgemeinen Frieden einzuleiten, machen wollte, da versammelte er den ersten euro-päischen Monarchencongreß zu Erfurt im Oct. 1808. Napoleon kam den 27.Sept. in Erfurt an, und wenige Stunden nach ihm der Kaiser Alexander. Nochwaren daselbst versammelt die Könige von Sachsen, Baiern und Würtemberg , derdamalige König Hieronymus von Westfalen, der Großfürst Konstantin, PrinzWilhelm von Preußen, die Herzoge von Sachsen-Weimar , S.-Gotha und Hol-stein-Oldenburg und mehre andre Fürsten , sowie die Staatsminister der genanntenHöfe, außerdem noch der preuß., der dänische, der würzburgische, der fürst- prima-tische, der badensche Staatöminister u. a. m.; im Namen des Kaisers von Ostreicherschien der Baron v. Vincent, mit einem Schreiben, worin der Kaiser seine fried-lichen Gesinnungen gegen Frankreich bezeugte. Die Verhandlungen betrafen eineVerminderung der dem preuß. Staate von Frankreich aufgebürdeten Leistungen unddie Aufnahme des Herzogs von Oldenburg in den Rheinbund, hauptsächlich aberden Frieden mit England, die Verhältnisse zwischen Frankreich und Ostreich unddie Angelegenheiten der Türkei. Auf den Friedensantrag der Kaiser von Frankreich und Rußland , mittelst eines gemeinschaftlichen Schreibens vom 12. Ort., erklärtedie britische Regierung ihre Bereitwilligkeit, wenn auch Schweden und die spani-sche Regierung auf dem Congresse durch Bevollmächtigte erschienen; da Napoleon aber der spanischen Nation dieses Recht nicht zugestehen wollte, so wurden die Ver-handlungen im Dec. abgebrochen. Unterdessen war auch die Versammlung in Er-furt bereits am 14. Oct. auseinandergegangen, nachdem Napoleon den Friedenmit Östreich gesichert zu haben glaubte und mit dem Kaiser Alexander gewisseVerabredungen getroffen hatte, deren Inhalt nicht genau bekannt, ist. (E. Schöll's„'1 miter rle ^six", Bd. 9, S. 194.) — In diese Periode gehören noch: 15) Diebeiden fruchtlosen Congresse zu Braunschweig im Laufe des nordischen Kriegs; dererste löste sich auf im Febr. 1713, und der zweite im März 1714. — 18) DerCongreß, welchen der Holstein. Minister, Baron v. Schlitz , genannt Görtz, im Na-men Karls XII. mit den Bevollmächtigten des Zaaren 1718 aufden Alandsinselnhielt; allein den daselbst aus ziemlich billige Bedingungen für Schweden verhandel-ten Frieden vereitelten der Tod Karls X I I. und der Parteigeist des schwed. Adels,dessen Opfer Görtz wurde. Die schwedische Regierung brach die Unterhandlungenmit Rußland auf den Alandsinseln ab und schloß unter Frankreichs Vermittlung,auf dem Congresse zu Stockholm , besondere Friedensschlüsse mit Hanover den 20.Nov. 1719, darauf 1720 mit Preußen, Dänemark und vorläufig mit Polen .Endlich mußte Schweden, unter Frankreichs Vermittlung, den Frieden auch vonRußland annehmen, der nach den vom Zaar dictirten Bedingungen, die Rußlands Übergewicht im Norden feststellten, auf dem zu Nystadt im Mai 1721 versammel-ten Congresse, am 10. Sept. 1721, unterzeichnet wurde. Darauf folgte auch derAbschluß des DefinitivfriedcnS mit Sachsen und Polen , mittelst bloßer Deckstatio-nen 1729 und 1732. — 17) Der 1741 zwischen Schweden und Rußland auö-gebrochene Krieg wurde auf dem zu Abo von russischen und schwedischen Bevoll-mächtigten gehaltenen Congresse, nachdem Schweden , statt des Kronprinzen vonDünemark, den Bischof von Lübeck , Adolf Friedrich Herzog von Holstein Gottorp,zum Thronfolger erwählt hatte, durch den Definitivfrieden zu Abo den 17. August1743 geendigt, worauf das Petersburger Bündniß zwischen Rußland und Schwe-den 1745 zu Stande kam. — Während Rußland in seinen Friedensschlüssen mitSchweden, Polen und der Pforte die Vermittlung fremder Mächte, vorzüglichunter Katharina's II. Regierung, nicht mehr zuließ, fand diese in den Kriegen