818 Congreve (William) Conradin von Schwaben
Seine Werke erschienen 1781 und London 1788 in 2 Bdn. (S. Dupin's „Vog-.<I»n» !i Oriixle-llreliAu« clvp. 1816 — 20", 1.TH.)
C ongreve (William, Sir), Erfinder der nach ihm genannten Raketen,geb. 1772, hat sich in England auch durch seine Verbesserungen im Bau der Schleu-sen bei Canälen und alo thätiger Mitarbeiter bei den neuen Einrichtungen des engl.Heerwesens berühmt gemacht. Man schätzt seine Schriften über hydraulische Ge-genstände und über die Wissenschaft der Artillerie, u. and. seine „I'reutise ox tbsA0iier.il i'iiix'ijiles. zxxverx iixl kicilitv nkexzrlioilimi »k tbv OnnAreve-r.iclre.t-.)-xtk!m"!c. (1828, 1., IN. Kpf.) Er warParlamentSglied, General der engl. Llrtil-lerie, Aufseher über das k. Laboratorium w. 1816 und 1817 begleitete er denGroßfürsten Nikolaus aufseinen Reisen ins Innere von England. C. hatte in derletzten Zeit die Brandraketen mit einem Fallschirme versehen, der sich auf dem höch-sten Punkte des Wurfes entwickelt und in der Luft majestätisch eine Bombe führt,die, wenn der Wind günstig ist, auf den zur Zerstörung bestimmten Gegenstandniederfällt. (S. Raketen.) Auch stand E. an der Spitze der engl. Gasbeleuch-tungsgesellschaft, welche sich 1821 bildete, um in mehren europäischen Hauptstäd-ten die Gasbeleuchtung einzuführen. Er starb den 1b. Mai 1828 zu Toulouse .
Conjugation und Conjunction, s. Verbum und Sprach-lehre. — Conjunction in der Astronomie, s. Aspecte.
C onnetabl >, <'.>>,xe, «>»!>»>i, Befehlshaber der Reiterei. Diese schonunter den römischen Kaisern übliche Würde ging auch in die fränkische Verfassungüber, und nachdem der äl.,ft>r König geworden war, wurde der Iloiuex
zliilxiü der erste Krön- und Reichsbeamte, der oberste Befehlshaber der Armeenund der oberste Richter in Militairangelegenheiten. Unter den letzten Königen ausdem Hause ValoiS gab diese Würde ihrem Inhaber ein so grosses politisches Ge-wicht, dass Ludwig XIII . sie nach dem Tode des Connetable de LeSdiguiereS nichtwieder besetzte und 1627 durch ein Edict gänzlich aufhob. Napoleon stellte siewieder her als eins der Erzämter des Reichs; sie verschwand mit ihm.
C ö n o b i t, s. Anachoret und Klöster.
Conrad (Friedrich Wilbelm), geb. zu Delft den 20.Dec. 1769, starb den6i Febr. 1808 als Generaladministrator des niederländ. WasserstaatS (Deichwesens).Er bat sich in diesem Wirkungskreise, der in einem dem Meere abgewonnenen Lande,welches von dem losgebundenen Elemente stets seinen tbeilweisen Untergang fürchtenmuß, von außerordentlicher Wichtigkeit ist, bleibende Verdienste erworben. Schülerund Freund des berühmten BrüningS (s. d.), folgte er ihm nach dessen Tode(1805) in deni Amte eines GeneralinspectorS des Deichwesens im Districte Rpn-land; im folg. I. wurde er zugleich Generalinspcctor des ganzen WasserstaatS.Die dem Rheinstrome durch den catwycker Canal mit seinen grossen Schleusen wie-dergegeben? Mündung in die Nordsee ist sein Werk und wird sein Andenke» ver-ewigen. Ausser mehren Abhandlungen schrieb er eine Biographie seines AmtSvor-fahren BrüningS, welche indeß noch nicht gedruckt ist. C. fand, wie mancher nie-derländische Deichbeamte, den frühen Tod in seinem Berufe, welcher bei Deichge-fahren und Wasserbauten große und unvermeidliche Anstrengungen mit sich sübrt.
Conradin v o n S ch w a b e n, der letzte Sprößling des schwäb. Kaiser-hauses der Hohen stau sen (s.d.), Sohn Konrads IV. , Enkel Kaiser Friedrichs II.,und 1251 dessen Erbe von Neapel und Sicilien. Papst Clemens I V. wollte ihnals den Sohn eines im Banne gest. Regenten nicht anerkennen und verschenkte Si-cilien an Karl v. Anjou, Bruder des franz. Königs Ludwig I X. , des Heiligen. Dadessen Verwaltung den Unterthanen nicht gefallen konnte, so riefen sie den recht-mäßigen Erben, von den Italienern V.nnr.-xlnM genannt, die ihm gehörenden Kö-nigreiche einzunehmen. C. kam, begleitet von seinem Jugendfreunde, Friedrich,Prinz v. Baden, mit einem etwa 10,000 Mann starken Heere nach Italien (1267).