Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Consequmz 821

und der Agnaten gültig. In verschiedenen Staaten muß zu jeder Verpfandungeines Grundstücks, wenigstens zur gerichtlichen, ConsenS der Obrigkeit ertheiltwerden, und diese muß sogar für die Bezahlung der consenkirlen Federungen haf-ten. Daher wird Consens, ConsenSbuch, sür gleichbedeutend mir öffentlicherHypothek und Hypothekenregister gehalten. Zn ander» Staaten (>n Preußen,Frankreich ) werden zwar die Hypothekenbücher unter öffentlicher Autorität geführt,allein die Nothwendigkeit des Consemircns findet nur da statt, wo das Interesseeines Lehnsherrn oder Agnatemeintritt. 37.

C o n s e g u e n z (a. d. Latein, von no<>u'l, folgen), welches sowol in der rüg-lichen klnterhaltung und in der philosophischen Schulsprache als auch in der juri-stischen GeschaftSsprache vorkommt, und dessen Bedeutung, wenigstens bei demphilosophischen Gebrauch, durch das deutsche Wort: Folge, Folgerung oder Folge-richtigkeit, nicht bestimmt und erschöpfend ausgedrückt werden kann. In derPhilosophie bezeichnet Consegnenz nicht nur diejenige Regelmäßigkeit im Den-ken, welche in der völligen Einstimmung aller Grundsätze und der daraus beru-henden Erkenntnisse unter und mit einander besteht, sondern auch diejenige Re-gelmäßigkeit im Handeln, bei welcher das gesammke Thu», jede einzelne Hand-lungsweise und Handlung mit den als richtig angenommenen Grundsätzen oderMaximen des Handelns in Übereinstimmung steht. Es gibt also eine Consegnenz»m Denken, Wissen, Glauben und Handeln. Jene könnte man die theoretische,diese die praktische nennen. Wenn völlige Consegnenz in dem Wissen und Glau-ben eines Menschen stattfindet, so findet sich in der Reihe der Sähe, welche ihmals wahr gelten, kein einziger, welcher mit einem andern von ihm angenommenen,oder mit dem obersten Grundsatz, aus welchem sie als Folgerungen hervorgingen,im Widersprüche stände. Consegnenz in einem Sostem oder wissenschaftlichenLehrgebäude herrscht dann, wenn alle einzelne Lehrsätze dieses Systems aus einemobersten Grundsätze natürlich gefolgert sich ergeben. Das System und Derjenige,welcher es aufstellte, ist in diesem Falle conseguentz im Gegentheil inconseguent.Inconseguenz zeigt sich daher in der Aufstellung und Aiinohme solcher Sätze, vonwelchen einer dem andern widerspricht, oder doch nicht einer aus dem andern, nachrichtiger Schlußart, folgt. Oft tritt der Fall ein, daß ein System in allen seineneinzelnen Sätzen sehr conseguent (folgerecht, wie Campe übersetzt) sein kann , abergleichwol auf einer falschen Voraussetzung, auf einem unrichtigen Grundsätze,auf welchem es gebaut ist, beruht. Es stürzt in diesem Falle, bei aller seiner Con-sequenz, sobald seine Grundlage erschüttert, d. h. als ein unrichtiger Grundsatz er-kannt und erwiesen wird, zusammen. — Bei der Conseguenz im Denken oderbei dem conseguenten Denken folgt jeder nachfolgende Satz unmittelbar aus den»vorhergehenden. Alle einzelne Sätze einer Gedankenreihe hängen wie die Gliedereiner Kette an einander. Es findet keine Lücke, kein Sprung, sonach auch keinWiderspruch des nachfolgenden mit dem vorhergehenden statt, Sulzer sah einsteinen Knaben, neben welchem ein äußerst dürrer Hund schlich. Sulzer fragte:Wie kommt es denn, daß der Hund so dürre ist? Knabe: Er frißt nichts. S.Warum frißt er denn nicht? K. Er kriegt nichts. S. Warum bekommt erdenn nichts? K. Wir geben ihm nichts. S. Warum gebt ihr ihm denn nichts?K. Wir haben nichts. Diese Anekdote gibt ein ganz einfaches Beispiel von Con-seguenz in Frage und Antwort, oder in einer kurzen Gedankenreihe. Hier ist keinMütelbegriff übersprungen. So glaubt der Vers. dieses Art. bei Bearbeitungdesselben conseguent zu verfahren, wenn er bei der Voraussetzung, kein Philosophvon Profession werde das Wort Conseguenz im Conv.-Lex. nachschlagen, um sichüber dessen Bedeutung z» belehren, den Sinn dieses Wortes in einer populaireuSprache, durch allgemein verständliche Beispiele erläutert, — Conseguenzenziehe», heißt, aus Jemandes Behauptungen Sätze herleiten, die sich daraus