Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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841
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Consniukionen in Schweden u. Norwegen, Spanien u. Portugal 841

Gleichstellung aller Bürger vor dem Gesetze aussprach. Nach der Bereinigung desKönigreichs Polen mit Rußland durch den wiener Eongreß nahm Kaiser Alexanderam 30. April 1815 den Titel eines Königs von Polen an und gab diesem Staatedie Constüution vom 27. Nov. 1815, welche der polnischen Nation eine National-repräsentation ertheilte, die in einem Landtage besteht, der aus dem Könige und2 Kammern zusammengesetzt ist. Die erste Kammer bildet der Senat, dessenMitglieder der König ernennt; die zweite wird von 77 Landboten und 51 Abgeord-neten der Gemeinden gebildet. — Auch der auf dem wiener Eongresse neugebildeteFreistaat Krakau erhielt am 3.Mai 1815 eine neue, von dem Fürsten Metternich,dem Fürsten Hardenberg und dem Grafen v. Rafumoffsky unterzeichnete Eonsti-tution, welche der demokratischen Staatsform sich nähert. Die Repräsentanten-versammlung besteht 1) aus den Abgeordneten der Gemeinde», deren jede einenwählt; 2) aus 3 vom Senate (der Regierungsbehörde) abgeordneten Mitgliedern;3) aus 3 vom Domcapitel abgeordneten Prälaten; 1) aus 3 von der Universitätabgeordneten Facultätsdoctoren; 5) auö K im Amte stehenden Friedensrichtern.

I). Schweden und Norwegen haben, obwol unter Einem Könige ver-bunden, zwei verschiedene Eonstitukionen. Die schwedische ist oben bereits erwähnt.Norwegen gab sich, als es nach dem kieler Frieden (14. Jan. 1814) seine Selb-ständigkeit behaupten wollte, die demokratisch-monarchische eidswolder Eonstitu-lion vom 17. Mai 1814, welche auch der König von Schweden, als König vonNorwegen, annahm. Sie erhielt nur, in Folge der Bereinigung der Reiche Nor-wegen und Schwede», durch Norwegens außerordentlichen Storthing zu Ehristia-nia, den 4. Nov. 1814, einige nähere Bestimmungen, und heißt daher jetzt die Eon-stitution vom 4. Nov. 1814. (S> Norwegen.)

bl. Spaniens alte Monarchie wurde zuerst, unter Napoleons Einfluß,durch die von ihm nach Bayonne berufene Junta erneuert, indem sie die Eonstitu-tion Joseph Napoleons vom 6. Zuli 1808 entwarf und annahm. Allein dieRegentschaft, welche in Ferdinands V I I. Namen Spanien regierte, gab dem Reicheam 19. März 1812 eine neue Berfassung, die Eonstitution der Eortes, welche je-doch Ferdinand VII. bei seiner Rückkehr auf den Thron durch die Erklärung zu Va-lencia vom4. Mai 1814 aufhob, in der Folge aber, durch den Aufstand des Heeresund der Städte dazu genöthigt, am 7. März 1820 annahm und beschwor. DiesesBerfassungsgesetz hob nicht nur die alten Feudal- und hierarchischen Formen inSpanien auf, sondern es beschränkte auch die königl. Gewalt durch das demokrati-sche Princip so sehr, daß in Spanien eine zahlreiche Gegenpartei entstand, woraufvier der ersten Eontinentalmächte auf dem Eongresse zu Verona im Der. 1822 sichfür eine Abänderung desselben im monarchischen Sinne nachdrücklich erklärten;diese konnte jedoch, nach dem 375. Art. der Eonstitution, erst, wenn diese 8 Jahrelang in Wirksamkeit gewesen, von den Eortes beschlossen werden. Es kam dar-über zum Kriege mit Frankreich , und die Eonstitution ward 1823 vernichtet.

Auch Portugal erhielt eine der spanischen ähnliche, jedoch die kenigl. Ge-walt noch mehr einschränkende Eonstitution durch die am 24. Aug. 1820 ausgebro-chene Revolution. Sie wurde von den EorteS in Lissabon entworfen und von demKönige am 1. -Oct. 1822 beschworen, durch die Militairrevolution vom 27. Mai1823 aber vernichtet. Zwar erhielt Portugal ani 23. April 1826 ein neues Ver-fassungsgesetz voni König Pedro in Brasilien ; allein der von ihm ernannte Regent,Don Miguel, hob dasselbe auf, nachdem er es beschworen hatte. — Zn Neapel hatten ebenfalls die im Heere und unter dem Volke verbreiteten Anhänger der spa-nischen Eonstitution die Einführung derselben gewaltsam erzwungen, worauf dasin Neapel am 1. Oct. 1820 versammelte Parlament des Königreichs beider Sici-lien auf die Grundlage der vom Könige bereits am 13. Juli bescbworenen spani-schen Eonstitution eine neue für Neapel uud Sicilien im Jan. 1821 einwarf, dir