Contagiuin Contarini (Geschlecht) 851
Beschwerden, und ihre Umgehung hat nicht Reiz genug, um die Gefahr der Be-strafung zu wagen; ist dieselbe aber hoch, so ist sie nicht mehr versteckt, derConsu-ment enthält sich, durch den hohen Preis abgeschreckt, des Einkaufs, der Kauf-mann erhält ein Interesse, die Auflage zu umgehen; die Verminderung desVer-brauchs vermindert zugleich das Einkommen desStaatS; die Nothwendigkeit, denBetrug zu verhindern, vermehrt die Erhebungskosten; was der Staat sich dadurchverschafft, steht weder im Verhältniß mit der Summe, welche die Ltteuerpflichli-gen zahlen, noch mit den Entbehrungen, welche dieselben sich aufzulegen genöthigtsind. In der Regel aber sollten es nur entbehrliche Genußmittel sein, welche n itder ConsumtionSsteuer belegt werden, unentbehrliche höchstens nur dann, wennsich mit Grund voraussehen läßt, daß der gemeinste Arbeiter im Lande mehr ver-diene, als zur Anschaffung der nothwendigsten Lebensmittel seiner Familie erfoder-lich ist, er also sich am Nothwendigen Nichts abzuziehen brauche, sondern durchVerminderung seiner überflüssigen Bedürfnisse die Abgabe auszubringen verar ge.Würde in einem solchen Fall eine Auflage auf unentbehrliche Gegenstände, z. B.aufBrot gelegt, so braucht dieselbe deßhalb nicht von dem Brotverbrauch abgezogenzu werden, der Arbeiter wird vielmehr immer dieselbe Masse Brot forteffen, aber erwird vielleicht weniger Branntwein trinken oder weniger Taback rauchen; es kannaber triftige Gründe für die Finanzverwaltung geben, die Steuer lieber vorn Broteals vom Taback zu ziehen. Wenn daher der aus unentbehrliche Bedürfnisse gelegtenEonsumtionSsteuer hin und wieder der Vorwurf gemacht wird, daß sie den Arbeits-lohn erhöhe, also im Grunde von Denen bezahlt werden müsse, welche die Arbeiterlohnen, so ist dies nur insofern richtig, als der Lohn der Arbeiter kaum die noth-wendigen Bedürfnisse derselben zu befriedigen hinreicht; in vielen Ländern aber, woauch der gemeinste Arbeiter viele überflüssige Bedürfnisse von seinem Lohne stillenkann, wird sich die arbeitende Classe deßhalb nicht vermindern, weil sie eine kleineAbgabe von den unentbehrlichsten Bedürchissen zu tragen genöthigt wird. Bemer-kenswerth ist es jedoch, daß in Großbritannien , wo der größte Theil des ungeheuernStaatsaufwandes mittelst indirecter Consumtionssteuern gedeckt wird, die drin-gendsten Bedürfnisse des Lebens, namentlich Getreide und Fleisch, von aller Be-steuerung verschont bleiben, woraus der Schluß zu ziehen seyn dürfte, daß selbst inLändern, wo höchst bedeutende Summen durch die Besteuerung aufgebracht wei-den müssen, die Heranziehung solcher Gegenstände zur Steuer bedenklich sei.
C onta gium, s. Ansteckende Krankheiten.
Contarini, ein edles venetianisches Geschlecht. — DomenicoCon-tarini warDoge von Venedig von 1043—71. Er baute die rom PatriarchenvonAauileja verbrannte Stadt Grado wieder auf und unterwarf die empörte StadtZara. — Iacop o C., Doge von 1275 — 80. Unter s. Regierung zwangen dieDenetianer die Stadt Ancona , ihre Herrschaft über das adrialische Meer anzuer-kennen. — Andrea C., Doge von 1367—82. Die Genueser eroberten unterPietro Doria 1379 Chiozza und bedrohten selbst Venedig ; C. nahm ihnen 1380diese Stadt wieder ab und befreite die Republik von den Feinden. — Frances-co C., Doge von 1623—25. Östreich hatteMailand und das Waadtland er-obert, und wollte sich Graubündens bemächtigen, um durch das Waadtland eineVerbindung zwischen den italienischen Staaten des Königs von Spanien und dendeutschen Ländern des Kaisers zu gründen. Venedig , mitLudwig XIII. vonFrank-reich, dem Herzoge von Savoyen und den protestantischen Schwcizercantons, kamden Graubündnern zu Hülfe. Das Waadtland ward 1624 wieder genommen.—Carlo C., Doge von 1655>—56. Lazaro Mocemgo, Admiral der Republik ,gewann anfangs Juni 1655 unter den Dardanellen ein glänzendes Seetrcffengegen die Türken. — Domenico C., Doge von 1659 — 74. Seit 5 Jahrenführte Venedig um den Besitz der Insel Kandia Krieg mit den Türken. Am 26.
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