Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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853
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Coiitemplatioii Contessa der Jüngere 8L3

ten. Damals erfand er eine treffliche Art von Blei- u. Zeichnenstiften und gründetedarin eine große Manufactur, die noch jetzt ganz Frankreich damit versieht. Spä-ter ward er, nebst andern Gelehrten, zn der Expedition nach ÄgYP.ten berufen. Hierstellte er auf deni Pharüs zu Alexandrien binnen zwei Tagen Öfen zu glühendenKugeln her, wodurch die englischen Schiffe, welche durch Überrumpelung die Stadthatten nehmen kennen, in gehöriger Entfernung gehalten wurden. Dann errichteteer in Kairo die nöthigen Werkstätte für die Bedürfnisse des HeereSanWaffen u. dgl.,sowie auch Windmühlen, Maschinen für die Münzen von Kairo , für die orien-talische Druckerei, für die Pulverfabrication und verschiedene Gießereien. Wtahlund Säbel, gefirnißte Leinwand, Pappe ic. wurden in seinen Werkstätten gefer-tigt. Er vervollkommnete die Brodbäckerei, verschaffte die Erfoderiusse für dieHospitäler, mathematische Instrumente für die Ingenieurs, Gläser für die Astro-nomen, Vergrößerungsgläser (Loupen) für die Naturforscher, Stifte für die Zeich-ner, kurz Alles, was zu einer solchen Unternehmung in einem solchen Lande nöthigward. In kurzer Zeit verdankte man ihm auch einen Telegraphen, obgleich dessenErrichtung in dieser heißen Atmosphäre unendliche Schwierigkeiten hatte.

C o n t e m p l a t i o n (Beschauung), die innere, geistige Anschauung oderBetrachtung, vermöge deren der Geist, allen äußern Eindrücken entzogen, mitden im Innern erscheinenden Bildern und Begriffe» beschäftigt ist. Vorzugsweiseaber wird so der Zustand genannt, wenn er anhaltend ist, wenn man also bei den Er-scheinungen des Innern lange verweilt und sich gleichsam in sich selbst versenkt,ferner wenn es Gegenstände der übersinnlichenWelt sind, oder das Verhält-niß der sinnliche» zur übersinnlichen und ihr Untergang in jener es ist, was derGeist auf solche Weise vorstellt und anschaut. Dieses Betrachten wird auch vielfachfür das eigentliche Religiöse gehalten, und wurde es besonders bei den orientalischenVölkern. In ihrem Klima und ihrer Philosoph-- liegt der Keim zum beschaulichenLeben, und von ihnen wurde es auch im 3. Jahrh., mit den gnostischen und neu-platonischen Ideen der Erhebung über die Sinnenwelt bereichert, in die christlicheReligion übergetragen, bis es sich endlich durch das Mönchswesen verkörperte. Ineinem weltlich gesinnten Zeitalter will man dagegen von einer Sammlung des Ge-müths in sich selbst, welche immer die Contemplakion voraussetzt, gar nichts wissen.

E o n t e ssa der Ältere (Christian Jakob Malice-), geb. zu Hirschberg den21. Febr. 1565, Commerzienrath daselbst, gab mit seinem Bruder „DramatischeSpiele und Erzählungen" heraus, schrieb Beiträge zu dem „Wchlesischen Taschen-buch" u. A. m. Wein Roman: „Der Freiherr und sein Neffe" (Breslau 1821) istein treffliches Bild unsers durch politische Ansichten in sich entzweiten geselligen Le-bens. C. starb zu Liebenthal in Schlesien den I I. Sept. 1825.

Contessa der Jüngere (Karl Wilhelm Salice -), Novellist und Lust-spieldichter, geb. den 19. Aug. 1571 zu Hirschberg in Schlesien, erzogen auf demPädagogium in Halle, siudirte von 1595— 1801 in Halle und Erlangen ,lebre dann in Weimar und Berlin , bis w nach dem Tode seiner Gattin zu seinemFreunde Houwald nach Welleudorf in der Niederlausitz zog, und demselben späternach Neuhaus bei Lübben folgte, um seinen Sohn mit den Kindern seines Freun-des zu erziehen. Er schrieb kleine mit Beifall aufgeführte Lustspiele: „das Räthsel",„Der unterbrochene Schwätzer", 1809, „Der Findling", „Der Talisman" 1810,u. Erzählungen. Mit s. Bruder C. d. Ältern gab er 1811 sg. „Dramatische Spiele"u. Erzählungen" (2Bde.), u. 1818 zwei Erzählungen: „Das Bild der Mutter"(von ihm selbst) und „Das blonde Kind" heraus; mit Fougue u. Hoffmann „Kin-dermärchen" (Berlin 181b fg., 2 Bde.); dann erschienen von ihm 2 Bdchen „Er-zählungen" (Dresden 1819), Beiträge zu Mullner's „Dramat. Almanach" u. s. w.Er starb zu Berlin d. 2. Juni 1825. Hoffmann hat diesen Dichter, der auch alsLandschaftsmaler manches gute Bild entworfen hat, und sein anspruchlos gutmütbi-