Contorniaten
Contingent
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einen selbständigen Gang, dem britischen Interesse gemäß, gewählt. Seit 1828aber hat sich Frankreich Wischen England und Rußland gestellt, Östreich hat sichEngland, Preußen hat sich Rußland genähert. So kann jetzt von einem Conti-,nenralsystem kaum noch die Rede sein.
Contingent heißt derjenige Theil des deutschen Reichsheeres, den ehemalseinzelne Reichsstände zu Reichskriegen stellen mußten. Es gründete sich auf eineRepartition von 1521 (Wormser Matrikel), wo die Reichsstände zusammen 28,000Mann zu Fuß und 12,000 M. zu Pferde bewilligten. Da später mancher Ausfalleintrat, so wurde bei Reiebskriegen das Doppelte, Dreifache, zuletzt das Fünffacheausgeschrieben. Kleine Reichsstände gaben oft Geld stakt der Mannschaft. DieErrichtung des rheinischen Bundes stellte für die den Bund bildenden Reichsfür:sten eine Einrichtung auf, nach welcher auf 150 Einwohner 1 Mann gestellt wurde.Dies ist im deutsche» Bunde erhöhet worden. Das Contingent, oder die Zahl derzu stellenden Mannschaft, beträgt nämlich beim Simplum auf 100 Seelen EinenMann. Weil nun der ganze Bund, nach den Angaben der einzelnen Mitglieder,311,005,054 Menschen zählt, so ist das Simplum des Bundesheeres 300,000 M.Truppen aller Art, in 10 Armeecorps, von denen Preußen und Östreich jedes 3,Baiern 1, und die übrigen Staaten zusammen 3 stellen. Die auf die angegebeneVolkszahl der Bundesstaaten gegründete Matrikel ward, als Regel für die Mann-schaftsstellungen und für die Geldleistungen, provisorisch nur auf 5 Jahre ange-nommen; es ist indessen bis jetzt dabei geblieben.
Contorniaten (täniioininO), alte Münzen, die lange den Fleiß derMünzkundigen beschäftigt haben und zu den Seltenheiten der Cabinette gerechnetwurden. Sie bestehen aus einer dünnen Metallplatte (nicht aus zweierleiMetallen,wie Viele annehmen) mit flachem Gepräge, haben aber dasEigenthümliche, daß aufbeiden leiten an der Stelle, wo bei alten Münzen oft ein Perlenkranz rundum-läuft, hier eine Furche mit dem Grabstichel eingegraben ist. Diese ausgehöhlte Linie(ital. t'.outo, >>>>) mag ihren Namen veranlaßt haben. Ein andres charakteristischesZeichen echter Contorniaten sind die in eins gezogenen Buchstaben k l' oder I'b. vondenen noch keine genügende Erklärung sich auffinden ließ, neben mancherlei einge-drückten Zeichen, am häufigsten Palmzweigcn, deren Vertiefungen sehr oft mit Sil-ber ausgefüllt sind. Auch sie sind von einer zweiten Hand beigefügt und unterschei-den sich dadurch wesentlich von den sogen. Monogrammen der Münzmeister; sieähneln den «Mni'i inon>>i,>i (<'.,>>>Nl'>>ungu>'-) aufrömischen "Medaillen, Alle Con-torniaten sind von Bronze und kommen in derGröre den Großbronzen (>I< chissioi,-cnni nach der ital. Sannnlersprache) gleich. Der Typus darauf ist sehr mannigfal-tig, die Arbeit roh, und die beigefügten Inschriften verstoßen häufig gegen den aufMünzen des Alterthums gebräuchlichen Curialstpl. Ein Beweis mehr, daß sie nichtder Zeit der römischen Kaiser angehören, deren Bild sie tragen, sondern einer spätern.Eckhel bequemt sich in seiner musterhaften Abhandlung über die Contorniaten denMeinungen Morelli'S und Mahudel'S, die sie in die Zeit von Konstantin d. Gr. bisValenrinian setzen. Ausgemacht ist, daß sie ohne öffentliche Autorität geseblagenwurden, und da die Alten keine Nachricht über ihre Bestimmung hinterlassen haben,so können nurVermuthungen stattfinden. Die häufig darautvorkonnnendenZeichenvon Rennbahnen, Palmen, die Zurufe an Wagenleiiker, selbst die Bilder der Kai-ser Nero u»t Trajan u. s. w. lassen wol keinen Zweifel, daß sie für die Besucher derCircusspiele zu Rom und zu Konstankinopel bestimmt waren, für bereit Belustigungdiese beiden Kaiser so angelegentlich gesorgt hatten. Wahrscheinlich wurden sie alsEinlaßzeichen für die Zuschauer von den Führern und Anordnen! der Banden aus-getheilt. Die Bildnisse der berühmten Männer, die man auf ihnen findet, habenfür die Ikonographie darum wenig Werth, weil sie nicht genau nach den Origi-nalen von unfertigen Stempelfchneidern gearbeitet scheinen. 10,