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Copuliren Corday d' ÄrmanS
kann zwischen ein eigen dazu verfertigtes, mit Tuch überzogenes Futteral zurZusammenhaltung und Pressung gelegt, welches nun ein oder mehre Male durcheine Walzenpresse gezogen wird. Auf dem ungeleimten Papiere erscheint dadurchein Abdruck der Urschrift, welches durchscheinend gelesen werden muß. Zu Eng-,land bedient man sich dieser Art zu copiren fast ausschließlich, und es ist nicht zuverkennen, daß sie, wenn man in dem gehörigen Grade des Anfeuchtens Fertig-keit und Sicherheit erhalten hat, sehr bequem ist.
Copuliren, verbinden; in kirchlicher Bedeutung: trauen, vermählen.In der Gärtnersprache, einen wilden Zweig und ein veredeltes Reiß von gleicherDicke durch einen gleichmäßigen, schrägen Schnitt genau aneinanderfügen unddurch ein mit Baumwachs belegtes Band befestigen, wodurch bewirkt wird, daßdie so vereinigten Theile zusammenwachsen, sodaß das veredelte Reiß künftig dieKrone des Stammes bildet. — Copulation, die Verbindung, die Vermährlung, sowol im kirchlichen Sinne als in der Gärtnerei.
Coquetterie, Gefallsucht, die Sucht einer weiblichen Person, denMännern zu gefallen, welche sich sichtbar verräth und den weiblichen Charakterverletzt. Dies Betragen erhielt in Frankreich seinen Namen. Wir wissen ausScudery's „llistoirr >l>; >a eagiieile, ie" (in ihren „diouvelle» oonvkri.alioin,",Bd. 2.), daß dieses Wort zuerst in den Zeiten der Katharina von Medici in diefranzösische Sprache gekommen ist.
Corday d' Armans (Marie Aline Charlotte), Marat's Mörderin,geb. 1768 zu St.-Saturni» bei Seez in der Normandie . Mit der Anmuth ihresGeschlechts vereinigte sie einen seltenen Muth. Zhr Geliebter, ein Ofsicier in derGarnison zu Caen, ward von Marat als Verschworener gegen die Republik ange-klagt und durch bezahlte Bösewichter ermordet. Dies reizte Charlotte C. zurRache.Sie hatte beim Lesen der Geschichte der Vorzeit einen tiefen Haß gegen alle Unter-drücker eingebogen und beschloß, ihr Vaterland von Marat zu befreien, den sie alsdas Haupt der Ungeheuer betrachtete, die man Blutsuifer (l-nvuns -I« ü.-in^)nannte. Noch ein Beweggrund erhob ihren Muth. Mehre von Marat verfolgteund am 31. Mai 1793 geächtete Deputiere (Barbaroux, Louvet, Gaudet u. Ä.),deren politischen Meinungen sie anhing, riefe» den Beistand der unter den Schre-cken der Zeit vernichteten Freiheit der Franzosen an. Charlotte verließ ihre Hei-makh, kam den 12. Juli 1793 in Paris an und schrieb 2 Mal an Marat , wardaber nicht vorgelassen. Am 15. schriebsiewiederanihn: „Bürger! soeben komme ichvon Caen . Zhre Liebe zum Vatcrlande läßt mich voraussetzen, daß Sie über die un-glücklichen Begebenheiten jener Provinz sich unterrichten werden. Haben Sie dieGüte, miraufcinenAugenblickZutritt bei Ihnen zu gestatten. Ich habe Ihnen wich-tige Geheimnisse zu entdecken". Sie folgte dem Briefe selbst mit einem Dolche imBusen, und Marat , eben im Begriffe, aus dem Bade zu steigen, befahl, sie eintretenzu lassen. Die Versammlungen zu Calvadoü waren der crste Gegenstand der Unter-haltung; Marat hörte mit Begierde die Namen Derjenigen, welche diese Zusam-menkünfte belebten. „Alle Diese", rief er, sollen bald auf dem >Lchaffotte büßen!"Augenblicklich stieß ihm Charlotte ,hr Messer ins Herz. Mir einem Schrei: „Mirdas?" hauchte er seine Seele aus. Ruhig wie eine Dpferpriesterin stand das Mäd-chen mitten in dem Tumulte. Sie ward ins Gefängniß der Abtei gebracht. EinJüngling bat, ihnstatt ihrer zu opfern; auch er mußte sterben. — Ihre ersteSorgewar, ihres Vaters Verzeihung zu erstehen, weil sie ohne seine Zuziehung über ihrLeben entschieden habe. Dann schrieb sie an Barbaroux: „Morgen um 5 Uhrfängt mein Proceß an, und ich hoffe, noch denselben Tag mit Brutus und andernAlten in Elysiüm zusammenzukommen". — Vor dem Revolutionstribunal er-schien sie mit würdevollem Anstaube; ihre Antworten waren bestimmt und edel.Sie sprach von ihrer That wie von einer gegen das Vaterland erfüllten Pflicht.