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Zweiter Band. Bo bis C.
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EordelierS

Eordilleras de los Andes

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Ihr Vertheidiger (Ehaveau-Lagarde), voll Erstaunens über solchen Muth, rief aus:„Ihr hört die Angeklagte selbst! Sie gesteht ihr Verbrechen, sie bekennt, daß siees mit kaltem Blute überlegt gehabt, sie verhehlt keinen Umstand, sie selbst willkeine Rechtfertigung! Diese unerschütterliche Ruhe, diese gänzliche Verleugnungihrer selbst, diese Zeugen der innersten Gewissensruhe, sie sind nicht in der Natur!Solche Erscheinungen sind nur aus der politischen Schwärmerei zu entziffern, welcheihr den Dolch in die Hand gab! An Euch, Bürger Geschworene! ist es nun, zuurtheilen, von welchen, Gewichte diese moralische Ansicht in der Wagschale der Ge-rechtigkeit sei!" Was er sprach, konnte unmöglich auf blutdürstige Richter Ein-druck machen, und hier war ein Angriff auf die öffentliche Sicherheit und-Ordnung,der selbst gegen den Bösewicht nicht stattfinden darf, zu bestrafen! Als Eh. E.veruriheilt worden jwar, dankte sie ihrem Vertheidiger mit den Worten: „Gernmöchte ich Ihnen ein Zeichen der Achtung geben, die Sie mir eingeflößt haben.Diese Herren unterrichten mich jedoch soeben, daß mein Vermögen verfallen ist;aber es bleiben mir im Gefängnisse noch kleine Schulden zu bezahlen, und diesePflicht übertrage ich hiermit Ihnen!" — In einen rothen Mantel gehüllt, wardsie auf das Blutgerüst geführt; mit lächelnder Miene ging sie durch das Volk, vondem sie verwünscht wurde. Diese ruhige Fassung behielt sie bis zum letzten Augen-bluke. Aus der Menge rief eine Stimme: „Seht, sie ist größer als Brutus!"Es war Adam Lup, ein Abgeordneter der Stadt Mainz ; begeistert schrieb er ihreApologie und verlangte zu sterben wie Eh. E. Sie starb unter der Guillotine am17. Juli 1793; bald nachher auch Adam Lux.

EordelierS , 1) ein Mönchsorden, welcher zu den FranciScanerngehört (s. d.); 2) von 1792 — 94 eine so von ihrem Versammlungsorte genannteGesellschaft Jakobiner, welche in ihren Reden und Handlungen alle Mäßigungüberschritten. In diesem Elubb der EordelierS erhoben Marat u. A. sehr bald ihreruchlosen Stimmen; Danton's Talente verschafften dem Elubb Ansehen, und Ta-mille-Desmoulins gab u. d. N. des „alten EordelierS" ein Volksblatt heraus,worin er zuletzt gegen die Ultrarevolutionisten zu Felde zog und den berüchtigtenHebert und dessen Genossen zu entlarven suchte. Da er aber nachher, zugleich mitDanton , selbst eingekerkert und hingerichtet wurde, so gerieth die Gesellschaft inAbnahme und noch vor der Schließung des Iakobinerclubbs in Vergessenheit.

Eordilleras de los AndeS, eine Kette von Gebirgen, welche vonder dorischen Erdenge bis zur magellanischen Straße über 650 Meilen weit sicherstreckt, und deren höchste Gipfel, nach des Briten Pentland „Reife durch Peru "den Pics des Himalaya (s. d.) sehr nahe kommen. Die Spanier nennen dieseAlpen Eordilleras, weil sie kettenförmig sich ausdehnen und fast in rechtenWinkeln 3 Hauptäste ausschicken. Der erste Ast zieht sich unweit der dorischenErdenge längs der Küste von Venezuela bis an den Magdalenenstrom und dieInsel Trinidad . In dieser Kette findet man die Schneeberge Sierra Nevada undSanta-Marta von 14,000, und Merida von 15,000 Fuß. Zwischen diesenhöchsten Gipfeln dehnen sich Vergebenen, die man Paramos nennt, 4—5-,auch 9000 Fuß über die Meeresfläche aus. Den zweiten Seitenast nennt v. Hum-boldt die Eordilleras der Wasserfälle des Oronoco. Er untersuchte sie 100 Meilenweit bis an den großen Para. Der übrige Theil dieser Kette ist fast unzugänglichund von wilden Völkerstämmen bewohnt. Sie verläßt den großen Stamm derAndes zwischen dem 3° und 6° S. B., erhebt sich, indem sie ostwärts fortgeht,zu bedeutenden Höhen, woraus mit ungeheuern Katarakten große Ströme ent-springen , und enthält die noch von keinem Europäer gesehenen Quellen des Oro-noco. Jenseits dieser Einöden ist diese Alpenkette durch einen tzopanier, Don An-tonio Santos, bekannter geworden, der nackt, wie ein Wilder, die Reise unternahm,seinem Körper die beliebte Kupferfarbe gab und sich übte, alle Dialekte dieser Völker