Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Cornaro

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Corneille (Peter)

düng. Seitdem aber hat sich die Stadt zu beiden Seiten des Stromes beträcht-lich ausgebreitet, und es sind noch 5 Brücken zu jenen ersten hinzugekommen.— Cork ist reinlich und gut gebaut, aber ohne Pracht. Der bedeutende Aus-fuhrhandel besteht in gesalzenem Rind- und Schweinefleisch, Butter, Talg-lichtern, Seife und gegerbten sowol als rohen Rindshäuten, i» Branntwein,Segeltuch, leinenem und wollenem Garn, Lein-und Glaswaare». Der Hafen(Cork-Cove), 3 Stunden unterhalb der Stadt, ist wegen seiner Sicherheitund Bequemlichkeit berühmt; jährlich laufen über 3000 Schiffe ein. DieEinfahrt, schmal und tief, wird durch 2 starke Forts vertheidigt; auch sind2 kleine Inseln befestigt worden, deren Geschütz die Einfahrt bestreicht.

Cornaro (Lodovico), aus einer venetian. Familie, die ihrem Vater-lande mehre Dogen und der Insel Cypern im 15. Jahrh, eine Königin ge-geben hat, welche das Königreich den Benetianern hinterließ, starb zu Padua 1566, 101 Jahre alt, ohne Todeskampf sanft entschlummernd. Seit sei-nem 25. Jahre litt er an Magenübeln, an der Gicht und einem langsamenFieber, und kränkelte bis zum 10. Jahre. Er entsagte endlich dem Gebraucheder Arzneimittel und beschränkte sich auf die größte Mäßigkeit. Er erzählt dieguten Wirkungen davon in s. Buche: „Von den Vortheilen eines nüchternen Le-bens". Zwar sind die Vorschriften C.'s nicht auf alle Naturen anwendbar,aber seine allgemeinen Grundsätze werden sich stets bewähren. Seine Krank-heiten verschwanden und machten einer festen Gesundheit Platz, verbunden miteinem Gefühle des Wohlbefindens, das er bis dahin nicht gekannt hatte. C.schrieb noch 3 andre Abhandl. über denselben Gegenstand. In s. Schrift überdie Geburt und den Tod des Menschen, die er in feinem 95. Jahre verfaßte, sagter von sich selbst: „Ich bin gesund und wohlauf, wie man es mit 25 Jahren ist;ich schreibe täglich 7 oder 8 Stunden; die übrige Zeit gehe ich spazieren, unter-rede mich oder wohne einem Concerte bei. Ich bin heiter; Alles, was ich esse,schmeckt mir. Meine Phantasie ist lebhaft, mein Gedächtniß stark, mein Urtheilgut, und was in meinem Alter Verwunderung erregt, meine Stimme stark undwohlklingend".

Corneille (Peter), Schöpfer des franz. Trauerspiels, der älteste in derZeitfolge unter den Schriftstellern aus dem ZeitalterLudwigs XlV., geb. am 6. Juni1606 zu Rouen , wo sein Vater Generaladvocat war, zeigte noch in seinen späternund vollendetern Werken, wie sehr die Zeit der Hofintriguen und Unruhen wäh-rend der ersten Regierungsjahre Ludwigs Xlll. auf seine Iugcndbildung einge-wirkt habe. Ein etwas zweideutiges Glück bei der Geliebten seines Freundes, zuder er arglos von diesem selbst gebracht worden war, gab den ersten Anlaß, daß ersich als Lustspieldichter versuchte. Er brachte dies Abenteuer in Verse, und unterdem Namen „Meine" erschien es 1629 auf der Bühne. Der Erfolg erhob seinenMuth. Nun folgten „Clitandre", „Die Witwe", „l.a Galerie <lu zu,0,„DieZofe" und „Der Königsplatz" (1635). Diese Stücke fanden so vielen Beifall, daßfür sie eine eigne Schauspielergesellschaft sich bildete, und manche haben selbst spä-ter, bloß in dem Einzelnen verjüngt, Anerkennung erhalten. Die Vernachlässi-gung der Natur theilt C. mit seinem Zeitalter. Dem Seneca nachgebildet undebenso declamatorisch wie dessen Werke war st „Medea " (1635). Damals hieltder mächtige Cardinal Richelieu mehre Dichter im Solde, die Lustspiele nach sei-nen Angaben ausführen mußten. Auch C. sollte in gleiches Verhältniß treten.Aber eine Änderung, die er sich in einem übergebenen Plane erlaubte, verdarb Alles.Er zog sich jetzt nach Rouen zurück. Hier schlug ihm Hr. v. Chalon, ein ehemali-ger Secrecair Mariens von Medici, vor, sich zum Trauerspiele zu wenden, undempfahl ihm die Spanier als Muster. C. lernte von ihm «panisch, und dcr„Cid"(1636) bestätigte die Voraussagung des einsichtigen Freundes. Die Bewunderung