Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Corneille (Peter)

der Hauptstadt schien mrr Einer nicht zu theilen, der Cardinal Richelieu , der durchdes Dichters freimüthige Derschmähung zugesagter Gunst gekränkt, die neugestis-tete Akademie veranlaßte, ihre Meinung über den „Cid " auszusprechen. Chapelain,der Wortführer dieser Gesellschaft, suchte durch gelehrte Beweise ihrem Wüster zugenügen, ohne allzu sehr gegen die «Stimme des Publieums anzustoßen. Die„8enliineii5 <Ie l'aalxlcmie lruncinüe su> in >>!,pfiaoi»ä,üe >Iu läiü" stnd einActenstück, das der Rechtlichkeit der franz. Gelehrten größere Ehre bringt als ihrerEinsicht. Andre hofften durch Herabwürdigung des verhaßten Dichters in derGunst des Ministers zu steigen. C. widerlegte sie durch Werke. 1839 erschiens. „Horatier" („lloraae", wie die früher» Ausgaben sagen; die spätern haben„Iloruoes"), durch den er den Borwurf mangelnder Schöpferkraft widerlegte,den nian noch bei s. „HeracliuS " (1647) nach Caldcron, und dem „Lügner"1642 nach Pedro de RoxaS wiederholte. Vielleicht entfernte dieser Vorwarf denDichter von Stoffen der neueuropäischen Geschichte. Denn fast ausschließlichwarf er sich in die römische Geschichte; strenger Patriotismus der ältern und dieehrgeizige Politik der spätern Römer mußten ihm , wie ein geistreicher Kunstlichtersagt, die ritterliche Ehre und Treue ersehen, deren Darstellung im „Cid" eine Per--wandtschaft mit dem Geiste spanischer Dramatiker voraussetzen läßt. Die franz.Kunstrichter sind geneigt, „Cinna" (1639) für sein Meisterwerk zu halten; nurwenn man „Polyeukt's" nicht gedenkt, wird diese Behauptung im Auslande wahrgefunden werden. Die glückliche Mischung des Rührenden mit dem feierlich Ern-sten, zu dem C. sich so sehr neigt, macht dieses Stück anziehender als seine übrigen.Dafür ist im „Tode des Pompejus " (1641), trotz der edeln Weise, wie der Sinnrömischer Optimalen im Kampfe gegen die Unterdrücker dargestellt ist, doch einHang zum «schwülstigen nicht zu verkennen. Verdienstlich war seine Bearbeitungdes „Lügners". Sie gab im Lustspiele, statt des herkömmlich Erfundenen, Naturund Wahrheit. Die Vergleichung niit dem spanischen Original („I.<> «o-perli«-..--Vl!r<l.ic1") ist für die Freunde der dramatischen Kunst belehrend. Endlich schien desfruchtbaren Dichters Kraft sich erschöpft zu haben. „Rhodogune", C.'s Lieblings-stück, 1646, läßt einen schmerzlichen Eindruck, den die mit aller Kunst symme-trisch gehäuften Schrecken keineswegs zu vergüten im Stande sind. C.'s spätereWerke („HeracliuS", 1647; „Don Sancho von Aragonien "; „Audromeda", einStück mit Musik, Festzügen, Tanz) sind weniger gekannt und verdienen esselbst nach der Meinung der Franzosen weniger, mit Ausnahme des „NikomedeS",1652, der, durch Talma gehoben, sich fortwährend aufder Bühne erhielt. Dertrotzige Spott gegen das Schicksal gibt dem Helden eine Eigenthümlichkeit, die vonder größten Wirkung ist. Nur bemerkt man darin jene in Gegensätzen sich gefal-lende Rhetorik, welche bei vielen seiner Stücke sich störend breit macht. „l'e>-tb.arite" (1653) mißfiel völlig. Zweifelhaft an seinem Talente, wollte C. sichder dramatischen Kunst entziehen, und verwandte 6 Jahre, um das Buch „ll>-imiiatione 1 . Llir.", dessen erstes Buch er schon in Verse gebracht hatte, vollendszu.übersetzen. Endlich bewog ihn Fouguet, sich der Bühne wieder zu widmen.„Ödipus", 1659, „Sertorius ", 1662, schienen ihm die ehemalige Gunst derZuschauer wiederzuverschaffen, die er durch glänzende Decorationen nebenbeizu bestechen suchte; aber alle folgende: „Otho ", „Agefilaus", „Attila" ic., ver-riethen einen Dichter, der ohne Nebenbuhler sich entwickelt hatte und noch denPalmen mit schon verschwindenden Kräften nacheilte. Von den 33 Stücken, dieC. hinterlassen hat, kommen nur etwa 3 auf das Theater. Jetzt hat sein Ansehendurch die Zeit gewonnen; schon längst nannten die Franzosen ihn den Großen,wenn auch Voltaire , der Herausgeber seiner Werke, und Laharpe, diesen berühm-ten Vorgänger benutzend, nicht durchaus beifällige Urtheile über C.'s Verdienstaussprachen. Wag A. W. Schlegel über ihn gesagt hat, ist allen Literatur-