Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Cornelia

Cornelius Nepos

Urtheil, Derjenige, der in jeder Beziehung ihm am nächsten stand. Als Sprach-forscher war sein Verdienst unleugbar. Als er nämlich 1685 seinem Bruder nacheinstimmiger Wahl im Lehrstuhle der franz. Akademie gefolgt war, schloß er sichdem Unternehmen eines franz. Wörterbuchs an, das 1694 erschien, gab Noten zuVaugclas's Bemerkungen, fügte zum „viot. sto I'-,e.->c>." einen Nachtrag, in demer die Kunst- und wissenschaftlichen Ausdrücke erklärte, der als Grundlage der nach-maligen „Encyklopädie" angesehen werden kann. Außerdem fleißiger Mitarbeiteram „äkercore den sein Freund du Visa herausgab, verdiente Thomas

auch als Gelehrter die Mitgliedschaft in der Akad. der Inschriften. Er verlor inseinem hohen Alter das Gesicht und starb, von seinen Zeitgenossen hochgeehrt undwegen seiner geselligen Tugenden geliebt, zu Andelys am 8.Dec. 1709. Im Um-gänge war er heiter und geistreich. Er hinterließ 2 Kinder; die Tochter seine« Soh-nes Franz vermählte Voltaire an den Gr. de la Tour du Pin. Bei den Werkenseines Bruders findet man gewöhnlich eine Auswahl seiner Dramen beigefügt.Seine übrigen Werke, jetzt meist durch bessere ersetzt, sind nicht zusammengedrucktworden.

Cornelia, die Mutter der Gracchen, Tochter Scipio AfricanuS desÄltern,Gemahlin des Consuls GracchuS, eine hochgesinnte Römerin, lebte um 130 v.Ehr.Sie war auch Schriftstellerin. Ihren Söhnen (s. GracchuS) gab sie eine vortreff-liche Erziehung. Man weiß, daß sie einst einer mit ihrem -Lchmucke prangendenRömerin, welche den Schmuck der Cornelia zu sehen verlangte, ihre Kinder alsihr edelstes Kleinod vorstellte. Das Volk errichtete ihr eine Ehrensäule.

C o r n e l i s (Cornelius), Maler, geb. 1562 zu Harlem, lernte bei d^--jungen Peter Aerlsens und arbeitete in Antwerpen unter Peter Porbus und Ägi-diuS Coignet. 1583 ging er wieder nach Harlem, wo sein großes Gemälde, dieGesellschaft der Büchsenschützen, seinen Ruf gründete. Deöcamps nennt es „vornGenius der Geschichte entworfene Bildnisse". 1595 legte er mit Karl von Mün-der in Harlem eine Malerakademie an. Seine vielen Gemälde sind selten, weildie Flamänder sie äußerst hochschätzen. C. malte im Großen und im Kleinen,Geschichte, Portraits, Blumen und vorzüglich mythologische Stücke. Er isteinzig als Zeichner, ein treuer Nachbildn«' der Natur und hat ein lebhaftes, ge-fälliges Colorit. Die wiener und dresdner Galerien enthalten einige s. Werke.I. Müller, H. Golzius, Saenredam , L. Kilian, Matham, van Geyn u. m. A.haben nach ihm gearbeitet. Er starb 1638.

Cornelius 9! epos, römischerGeschichtschreiber, gebürtig aus demVe-ronesischcn, lebte im goldenen Zeitalter der römischen Sprache und in Freundschaftmit Catull, Cicero , PomponiuS AtticuS, und starb 30 I. v. Chr. Von seinen zahl-reichen Schriften haben sich nur die „Lebensbeschreibungen ausgezeichneter Feldher-ren" erhalten. Er stellt hier in classischem Styl, gedrängter Kürze und mit großerDeutlichkeit 24 Biographien der merkwürdigsten meist griechischen Helden des Alter-thums auf, jedoch sind auch einige barbarische Feldherren und der RömerCaro d.Ält. darunter; zum Schluß das Leben des AtticuS . Seine Charaktere sind gewöhn-lich treffend gezeichnet; nur fehlt ihm in der Darstellung oft das richtige Ebenmaß,indem wichtige Sachen zu kurz und geringfügige zu weitläufig behandelt werden;auch schöpft er nicht immer aus zuverlässigen Quellen. Wegen seiner Kürze gibt erwenig neuen Aufschluß in der Geschichte. Man glaubt daher fast allgemein, daßdas auf uns gekommene Buch ein Auszug des ÄmiliuS Probus (unter TheodosiuS )aus dem Werke des Nepos sei. Die AuSg. von van Staveren (Leyden 1773) istdie geschätzteste. Gute neuere find von Fischer, Hartes, Tzschucke, Brenn. Unterden deutschen Übers. schätzt man die von Bergsträßer; neu bearb. von Eichhof(Franks. 1815). S. Hisely's „Dizouir. mit. cle tonkib. et auctorit. 6c»i>. biexo-t>i" (Delft 1827).