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Correct
natürlichen Erscheinungsweise gemäß eingerichtet ist, um ein verständliches Zeichender Mittheilung zu sein, z. B. eine correcte Handschrift, ein correcter Styl, wel-chen derSchristfleller zwar besitzen muß, der ihn aber noch nicht zum Schriftstellermacht. In Beziehung auf die nachbildende Darstellung nennt man auch Na-turerzeugnisse correct, welche das Urbild ihrer Gattung richtig darstellen, z. B. eincorrecter Baum. Die Correctheit und Incorrectheit aber hat ihre Grade, je nach-dem die Befolgung oder Vernachlässigung jener Gesetze Haupt- oder Nebengegen-stände, das Ganze oder Theile, Haupt- oder Nebentheile u. s. w. betrifft; sodaßdurch Incorrectheit bald ein Gegenstand oder Zeichen nicht mehr als Das erkanntwird, was es sein und vorstellen soll, oder sogar höchst mißfällig werden kann,bald nur eine geringe Störung und ein kleinerFehler eintritt, der, wo der Umfangdes Gegebenen groß und bedeutend ist, leicht übersehen wird. Die Correctheit, alsvollkommene Fehlerlosigkeit in Beziehung auf die Erscheinung einer Form, ist da-her bei umfassenden Gegenständen selbst ei» Ideal, und nian verzeiht unbedeutendeFehler, wo der Gegenstand bedeutend ist, und durch höhere Vorzüge glänzt. Pe-dankerei ist es dagegen, diese Fehler nur Ängstlichkeit auszusuchen und um derselbenwillen über einen Gegenstand ein Verdammungsurtheil auszusprechen, oder siemit Ängstlichkeit zu vermeiden und dadurch auf den Mangel höherer Vorzüge auf-merksam zu machen. Ja es gibt eine Correctheit, welche auffällt, und daruman einem Werke mißfallen kann; dieses ist der Fall da, wo etwas Größeres undHerrlicheres erwartet wird, Etwas, was sich nicht vorschreiben, sondern nur durchTalent und Geist hervorbringen läßt, Etwas, das sich eben unter jener äußernBedingung der Erscheinung darstellen soll. So erscheint z. B. das correcte Tragenund Betragen einer Person selbst lächerlich, wo ein freies und ungezwungenes Be-tragen gefedert wird, und je mehr man dieses in der Gesellschaft von ihr verlangenkann; ferner je mehr das bloß Regelrechte von der angenehmen und liebenswürdigenFreiheit absticht, und je ängstlicher eS gesucht wurde; endlich je mehr die Vorschriftconventionnell ist, oder auf das Willkürliche angewendet wurde. Auch gibt esGegenstände, bei denen man eine große Incorrectheit leicht verzeiht, sofern beiihnen auf die Form überhaupt wenig ankommt, oder das Fehlerhafte durch Eileund andre Zeitumstände entschuldigt wird, z. B. in dem Style der (politischen)Zeitungen oder gewisser Bekanntmachungen aus dem niedern Kreise des bür-gerlichen Lebens. Dagegen wird die Correctheit zu andern Zwecken dringend er-fodert, wo es z. B. auf Prüfung erworbener Fähigkeiten abgesehen ist. Auchin den Werken der schönen Kunst ist sie nothwendiges, aber untergeordnetesErforderniß der Schönheit, und darum keineswegs mit ihr selbst zu verwechseln;ja hier ist vorzüglich der Fall, wo sie lästig werden kann, nämlich wenn sieängstlich erstrebt worden ist und höhere Eigenschaften vermissen läßt, da doch das(schöne) Kunstwerk als Werk der freien Begeisterung erscheinen soll. Gleichwolist sie dann ein Verdienst des Künstlers, wenn bei aller Fülle des Geistes die Er-scheinung bis in die äußersten Formen (z. B. bei derPoesie im reinen, grammatischrichtigen tLtyl, Versmaß, Reim ; bei der Malerei, in gehöriger Anwendung desSchaltens und Lichts, richtiger, naturgemäßer Zeichnung; bei der Musik, nachden Federungen der Gesetze der Harmonie und des Rhythmus) vollendet ist; dennschwer scheint es hier, bei aller Fülle der Begeisterung selbst das Kleinste im Augezu haben. Jedoch ist der wahre Künstler, eben weil er sein Werk nicht theilweife,sondern nach einem geistreichen Entwürfe, der mittelst der Einbildungskraft an-schaulich vor seiner Seele steht, organisch und wie aus einem Gusse erzeugt, den aufdas Wesen der Darstellung einstießenden Fehlern weniger ausgesetzt, sofern er nurüberhaupt die Gesstze der Darstelluugsmittel seiner Kunst durchdrungen hat und imGebrauch der letzter» geübt ist. Auch hängt die Correctheit seines Werks größten-theilö vdn der Ausarbeitung s. Entwurfs ab, bei welcher der Überlegung, in