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Zweiter Band. Bo bis C.
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Crozat

Bräune, Hautbräune, ist eine katarrhalische Luftröhrenentzündung. Sie befälltvorzüglich Kinder bis in das 12. Jahr, am meisten bei feuchter und kalter Witte-rung, bei wehenden Nordest-, nach vorausgegangenen West- und Südwestwinden,und in niedrig liegenden, feuchten Gegenden, an Seeküsten, Flüssen u. dgl. Siefängt gemeiniglich, wie ein gewöhnlicher Katarrh, mit ziemlich starkem Fieber an,verräth aber bald ihre fürchterliche Natur durch die sich einstellende und immerwachsende Ängstlichkeit der Kranken beim Athemholen, ohne daß jedoch das schlu-cken selbst gehindert wäre. Die Kinder klagen aber oft über Schmerz vorn amHalse, in der Gegend des Kehlkopfs; das Athmen wird in kurzer Zeit so gehindert,daß Erstickungszufälle eintreten. Der Husten klingt heiser, röchelnd, das Ein-athmen pfeifend und krähend. Das Kind wird in den Anfällen von Husten schläf-rig, sucht im Liegen mit zurückgebogenem Kopfe Erleichterung seiner Erstickungs-angst. In diesem Zustande bildet sich die Krankheit gemeiniglich schon in den dreiersten Tagen aus. Das Kind wird immer schwächer, das Athmen immer beschwer-licher, kürzer und röchelnder; endlich stirbt es, zuweilen erst am 5., 7., meistensaber schon am 3. oder 4. Tage, bei vollem Bewußtsein, oft, nachdem es kurz vorhernoch gesprochen, getrunken oder gespielt hatte. Die Krankheit hat ihren Sih imLuftröhrenkopf und in der Luftröhre, zuweilen bis an dieVerästelungen derselben indie Lungen, und besteht in einer Entzündung der innern Schleimhaut dieser Theile,wobei sich schnell vom Überflüsse der in hohem Grade gerinnbaren lymphatischenFlüssigkeit des Blutes ein Ausschwitzen von Schleim in der Luftröhre einstellt, wo-durch diese angefüllt und oft mit einer Schleimhaut überzogen wird, welche sich bisin die Vertheilung der Lustrdhrenäste fortsetzt. Oft werden daher mit dem Hustenlange, fast zuweilen röhrenförmige Schleimstücke ausgeworfen. Durch diese An-füllung der Luftröhre mit Schleim wird der Zutritt der atmosphärischen Luft indas Innere der Lungen und die belebende Verbindung des Blutes mit Sauerstoffverhindert; daher die schnell zunehmende Schwäche und der baldige Tod durch einoft plötzliches Ersticken des Kranken. In den ersten 24—36 Stunden muß bei demKinde die richtige und kräftige Hülfe angewendet werden, außerdem ist selten Ret-tung zu hoffen. Die Krankheit ist nicht neu, sondern nur in neuern Zeiten genaueruntersucht und von andern Krankheiten deutlicher unterschieden worden. Schon1749 hat Chisi in Eremona eine Epidemie derselben beobachtet und beschrieben.Im Anfange der sechziger Jahre haben schwedische Ärzte, besonders Rosenstein,viele Fälle dieser Krankheir bekanntgemacht. Home in Schottland gab 1765 eineAbhandlung heraus, welche über die Natur und das Wesen derselben zuerst vielesLicht verbreitete. Michaelis sammelte in einer umfassenden Schrift alles Bekanntedarüber (1778). Lentin in s. „Beiträgen zur Arzneik." (1789) und ini Hufeland-schen „Journal der prakt. Heilkunde",gab zuerst mit Sicherheit eine richtige Be-handlung der Krankheit an; später die Ärzte Hellwag und Voß in Eutin , unter de-ren Behandlung die Tätlichkeit der Krankheit fast verschwand. Wichmann (1794)erwarb sich das Verdienst einer genauern diagnostischen Unterscheidung der häutigenBräune von andern Krankheiten, besonders von der ihr am ähnlichsten Millar'schenEngbrüstigkeit. Napoleon , veranlaßt durch den an dieser Krankheit erfolgten Tods. Neffen, des Prinzen von Holland, setzte 1807 auf die beste Abhandlung über denCroup den Preis von 12,000 Fr. Unter 83 Schriften, welche eingeschickt wurden,erkannte die zur Untersuchung niedergesetzte Commission von 12 Mitgl. in Paris 1811 zwei als die vorzüglichsten, deren Derf. Iurine in Genf und der verstorbeneAlberS in Bremen waren, unter welche der Preis getheilt wurde.

Crozat (Joseph Anton, Marguis du Chätel), Kunstfreund und Kunst-sammler, erbte von seinem Vater (Finanzier in den letzten Regierungsjahren Lud-wigs XI V.) ein so beträchtliches Vermögen, daß er seine Stelle als Parlamentsrathzu Toulouse (wo er 1696 geboren war) gegen die eines königl. Vorlesers vertauschen