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Zweiter Band. Bo bis C.
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Crotch Croup

„Einsammelten", in 6 Gesingen. Nachdem er zum markgräflich anspachischenHof:, Regierung-- und Iustizrathe ernannt worden, unternahm er eine Reise ,durch Italien und Frankreich . Er bildete sich hier ebenso sehr zum Weltmanne aus,als er besonders seine Ansichten über Theater und Schauspiel berichtigte. Obgleich ernach Beendigung seiner Reisen sich den öffentlichen Geschäften widmen mußte, so jblieb er doch den Musen getreu. 1757 setzte Nicolai einen Preis für das beste 'deutsche Trauerspiel au«, in der Absicht, unserm Vaterlande gute tragische Dichter !zu erwecken, an denen es noch ganz fehlte. §. empfing für seinen „Kodrus" iden Preis, starb aber, ehe er die Nachricht seines Triumphs erhielt, andenBlat- 'tern, 1758, im 26. Jahre. Nach C.'s Tode beförderte Uz (Leipzig und Anspach1771, 2 Bde.) die hinterlassenen Werke desselben zum Druck. '

Crotch (William) war ein musikalisches Wunderkind, geb. zu Norwich am 5. Juli 1775. Der Vater, ein Zimmermann, hatte sich zum Zeitvertreib einekleine Orgel verfertigt. Als eine Freundin des Hauses eines Abends auf dieserOrgel spielte und dazu sang, ward dasKind so unruhig, daß die Ältern die llisacheerst nicht begreifen konnten, endlich aber mit Überraschung wahrnahmen, mit wel-chem Entzücken das Kind, als die Mutter es bei der Orgel vorübertrug, in dieTasten griff und, als am folgenden Morgen der Vater dasKind wieder vor dieOrgel setzte, mehre Tonfolgen aus Volksliedern, welche es von dem Vater und der ^Freundin hatte spielen hören, zusammenhängend spielte. Man ließ seit dieser Zeitden Knaben, so oft er Neigung hatte, auf der Orgel spielen. Er lernte immermehre Stücke und mischte bisweilen auch Etwas von seiner Erfindung ein, wasimmer sehr wohlklingend war, denn vorMißklängen hatte er den größten Wider-willen. Das 2jährige Wunderkind mußte oft in öffentlichen Gesellschaften spielen.Im Nov. 1778 brachte es die Mutter nach Cambridge und im Dec. nach London ,wo der schöne blauäugige Knabe durch sein Orgelspiel allgemeines Staunen erregte.Erspielte 1779 vor dem Hofe inSt.-Iames um so mehr mit Beifall, da sein kind-liches Wesen sehr einnahm. Was er einmal gehört hatte, spielte er nach, oft mitVariationen. Übrigens war C. ganz Kind, bisweilen muthwillig und munter,bisweilen eigensinnig, und im Ganzen von schwächlichem Körper. C. erhielt nunregelmäßigen Musikunterricht zuerst von dem Profi Knyrett in Cambridge , danndurch Unterstützung eines seiner Gönner in dcni Collegium der heil. Maria zu Ox-ford . Hier ward er in seinem 18.1. zum Organisten gewählt und bildete sieb unterder Leitung Malchair's, der ihm auch das Zeichnen und Malen lehrte, in seiner Kunstweiter aus. Bald unterrichtete er selbst die Gräfinnen Spencer in dieser Kunst,sowie er denn für Zeichnenkunst ebenso viel Talent und Geschmack als für die Ton-kunst haben soll. Nachdem er in Oxford zum Doctor und Profi ernannt wor-den, kam er nach London , hielt Vorlesungen über Musik in der Royal- und Surry-Institution und gab in den letzten 20 Jahren, die er in London zugebracht, Unter-richt im Clavierspiel. Da er aber keiner der ersten Spieler ist, so unterrichtet ermeistens in Schulen. Er lebt gegenwärtig in Fulham bei London oh»e Anstellung,einsam mit seiner Familie, und ist seit einigen Jahren nicht öffentlich aufgetreten.Übrigens ist er ein vielseitig gebildeter Mann, der sich gern mit astronom. Beobach-tungen beschäftigt, die Bibel in der Ursprache liest, aber bescheiden, scheu und zurück-haltend ist. Seine musikalischen Arbeiten bestehen in Arrangements mehrstimmi-ger Tonstücke berühmter Meister fürs Clavier, in einer interessanten Sammlungcharakteristischer Stücke für die verschiedenen musikal. Schreibarten, die er unterdem Titel: „8zielümens of various 8t)'lc! nk musio" (3 Bde., Fol.), zusammen-getragen hat. Ein einziges Werk von ihm hat unter den Kennern in England Auf-sehen erregt, sein Oratorium „p-ileüti»,-". Aus Allem zeigt sich jedoch, daß C.mehr musikalische Auffassungsfähigkeit als schöpferischen Geist besitzt. 44.

Croup (aus d. Engl. tbv crouz>, die Erstickungskrankheit), die häutige