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Curie
Currende
Curie. 1) Der Gerichtshof; z.B. die Lehnscurie, der Lehnshof. 2) Beigeistlichen Stiftern die Wohnung eines KcinonieuS. Curialien sind die in derSprache der Gerichtshöfe und Kanzleien eingeführten Formalitäten im Schreiben.Curialstyl, s.Ceremoniel und Kanzlei. Bei den Römern hießen Curiendie dreißig Abtheilungen des Volks, welche Romulus einführte, und welche bis aufServius Tullius bestanden. Jede Curie hatte ein eignes Gebäude zu ihrem Ver-sammlungsorte, das ebenfalls Curie hieß, und von dem die neuere Bedeutung desWorts abgeleitet ist. Auf dem deutschen Reichstage hatten die in 4 Bänke oderReihen abgetheilten Reichsgrafen und die in 2 Bänke abgetheilten Reichsprälatenebenso viele Gesammt- oder Curiatstimmen im Fürstenrathe. Die übrigenMitglieder des Fürstenraths hatten V i r i l st i m m e n (f. d.). In den neuern stän-dischen Verfassungen der deutschen Bundesstaaten kann man die getrennten Kam-mern der Landstände (gewöhnlich zwei) ebenfalls Curien nennen, wie es z.B. indem Schreiben des damalige» Prinzen-Regenten vom 5. Juni 1819, die allge-meineStändeversammlung des Königreichs Hanover betreffend, geschoben ist. Jede >Kammer hat dann eine Gesammisiunme, die aus der Mehrheit der Virilstimmenihrer Mitglieder entsteht. Vgl. auch: Deutsche Bundesversammlungund Mediatisirte. (Über die Römische Curie s. d. — Curialistenhießen die Beamten und Anbänger derselben.) K.
Curius Dentatus (Marcus Annius), ein vornehmer Römer, war3 Mal Consul und genoß 2 Mal die Ehre des Triumphs. Er besiegte die Samni-ter, Sabincr, Lucanier, und schlug 212 I. v. Chr. den PvrrhuS bei Tarent . Alsdie Abgeordneten der S5 amniter zur Abschließung des Friedens bei ihm erschienen,fanden sie ihn aus einem Landguts, wie er sich eben in einem irdenen Topfe Rübenkochte. Sie boten ihm goldene Gefäße dar, um ihn zu ihrem Vortheil zu stimmen,allein der edle Römer schlug sie aus. „Ich ziehe", sagte er, „mein irdenes Geschirreuer» goldenen Gefäßen vor, wünsche nicht reich zu sein und bin in meiner Armuthzufrieden, Solchen befehlen zu können, die reich sind".
Curran (John Philpot), geb. den 24. Juli 1150 zu Newmarket in derGrasschaft Cork, StaatSredner und U.i5l<-r nk !>><- r»I>5 in Irland , vereinigte sichmitSheridan, Grattan. Ponsonby u. a. Patrioten für dasWohl ihres unglückli-chen Vaterlandes gegen Mißbräuche und Willkür. Mit außerordentlichen Talentenverband C. eine Kraft des Willens zum Guten und Edel», deren Keime zuerst seineMutter, dann der Unterricht (im Trinitv-College zu Dublin , hierauf seit 1113 inder Rechtsschule, dem Temple, zu London ) und das Beispiel ausgezeichneter Mit-bürger, vorzüglich aber die glühendste Vaterlandsliebe in ihm bis zu einer Vollkom-menheit entwickelt hakten, die ihn den Ersten seiner Zeit gleichstellte. Als er das ersteMal öffentlich sprach, war er so schüchtern, daß er fast nur stammelte. Man nannteihn daher den Stammler; allein sein Geist besiegte jedes natürliche Hinderniß, undbald wurde seine Beredtlamkeit allgemein bewundert. Als Advocat nahm er sichmit aller Kraft der Unterdrückten an, insbesondere der Katholiken. Seit 1182 warer, als Mitglied des irländ. Parlaments, stets für die ^ache Irlands thätig, ohnejedoch die gewaltsamen Maßregeln der vereinigten Irländer, die einen Bürgerkriegzur Folge hatten, zu billigen. Das Volk verehrte ihn; Fox und andre Patriotenwaren seine Freunde. Unter For'S Ministerium nahm er die Stelle eines Vl-uNr,-r>s il>r rolls an, legte sie aber nieder, als das neue Ministerium andre Grundsätzein Ansehung Irlands befolgte. Er siarb den 14. Oct. 1811. Die Geschichte seinesLebens, herausgeq. von seinem Sohne, Will. Henri Curran, Sachwalter in Ir-land (London 1819, 2 Bde.), ist zugleich die polit. Geschichte Irlands . 20.
Currende, ein singender Umgang der Schüler durch die Straßen derStadt; dann das Schülerchor selbst, welches diesen Umgang hält. Den Ursprungder Currende leitet man von den Bettelmdnchen her, welche umherzogen und frei-