Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Cyrillus

finder derselben, Cyrillus, also benannt. Sie sind bei den Russen sehr gebräuchlich. ,3) Aus diesen cyrillischen Buchstabenentstand, vermuthlich durch schönschreiberischeKünstelei, ein besonderes Alphabet, das jetzt nur noch in gedruckten Büchern, aber 'nirgends mehr im gemeinen Leben gebräuchlich ist.

Cyrillus. Die Kirchengeschichte nennt 3 Heilige d. N. 1) Cyrillus -von Jerusalem, geb.daselbst gegen 315, wurde334Diakonus und dasI.dar-aufPriester. Nach des heil.MaximusTode 350 ward er Patriarch von Jerusalem . ^Als eifriger Katholik gerieth er in heftigen Streit mit deni arianischen Bischof von 'Cäsarea, Acacius, welcher ihn anklagte, köstliche Kirchenstoffe verkauft zu haben, wasC. allerdings gethan hatte, um die Armen während einer Hungerönoth zu unter-stützen. Ein zu Cäsarea von Acacius versammeltes Concilium sehte C. 354 ab;aber die Kirchenversammlung von Seleucia, 359, stellte ihn wieder her und vertrieb ^seinen Verfolger. AcaciuS'S Ränken gelang es, ihn im folgenden I. abermals seinerWürde zu berauben, und nachdem der Kaiser Konstantins ihn bei seinem Regierungs-antritte zurückberufen hatte, verlor er sie zum 3. Male durch den Kaiser Valens, nachdessen Tode erst er nach Jerusalem zurückkehrte. Das Concilium von Konstantino-pel, 381, bestätigte ihn. Er starb 586. Wir haben von ihm 23 Katechesen in ei-nem einfachen und deutlichen Style, die als der älteste und beste Abriß der christlichenReligion angesehen werden (Paris 1420,Fol.).— 2) Cyrillus von Alepan- idrien wurde bei seinem Oheim Theophilus, PatriarchenvonAlexandrien, erzogen, !verlebte 5 I. in den Klöstern von Nitria, wo der Abt Serapion ihn unterrichtete,trat dann in Alexandrien auf, wo er durch die Anmuth seiner Gestalt und seinesVertrags sich so viel Anhänger erwarb, daß ihm nach seines Oheims Tode 4! 2 diePatriarchenwin de zu Theil ward. Voll Eifer u. Herrschsucht, begnügte er sich nichtmit dem geistl. Ansehen, sondern übte auch die weltl. Gewalt aus. Um die Juden,durch welche in einem Volksaufruhr Christenblut geflossen war, zu bestrafen, über-fiel er sie an der Spitze des Pöbels, zerstörte ihre Häuser und ihren HauSrath undtrieb sie auS der Stadt. Der Präseck von Ägypten , welcher über eine so gesetzloseGewaltthätigkeit, die am wenigsten einem Bischöfe anstand, Klage erhob, ward balddarauf selbst aus der Straße von 500 wüthenden Mönchen angefallen. C. ließ denLeichnam eines der Mönche, der sich am schwersten vergangen und dafür zu Todegegeißelt worden war, in feierlicher Procession in den Tom bringen, gab ihm denNamen ThaumasiuS und pries ihn als einen Märtyrer und Heiligen. Die Ermor-dung der Hypatia, der gelehrten Tochter des Mathematikers Theo », welche durchden Beifall, den ihr Unterricht in der Geometrie und Philosophie fand, C.'s Eifer-sucht erregt hatte, wurde durch ihn angestiftet. Auf dem berüchtigten Concilium403 hatte er mit seinem Oheim zur Verurthcilung des heil. Johannes Chrysosto-muS hingewirkt, und erst nach einem hartnäckigen Widerstände unterwarf er sichin Hinsicht dieses Prälaten dem Decrete der kathol. Kirche. Noch heftiger warenseine Streitigkeiten mit Johannes Nachfolger, NestoriuS , der die menschliche Na-tur Christi von der göttlichen Natur Jesu unterschied und Maria wohl als dieMutter Christi anerkannte, ihr aber den Namen einer Mutter Gottes versagte.C. sprach heftig gegen diese Irrthümer und machte den Pabst Cölestin zum Rich-ter, der sie verurtheilte. Er entwarf 12 Anathemata, welche nach der Mei-nung der Theologen selbst nicht von aller Ketzerei frei sind, und federte NestoriuSgerichtlich auf, sie anzunehmen. Aufdcm Concilium zu EphesuS sollte dieser Streitbeendigt werden. Beide Theile erschienen mit einem großen Gefolge von Anhängernund Dienern, zwischen denen es zu mancherlei Streitigkeiten kam. C. eröffnetedas Concilium noch vor Ankunft des Patriarchen von Antiochien , und obgleich Ne-storiuS sich weigerte, Richter, die seine Feinde waren, anzuerkennen; obgleich 68Bischöfe auf seiner Seite waren und eine Magistratsperson im Namen des Kai-sers einen Aufschub von 4 Tagen fodei '.e: so wurde dennoch NestoriuS an Einem