Band 
Vierter Band. F bis G.
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Faber

Hierüber hat Herder (in denZerstreuten Blättern", 8. Bd.) das Treffendstegesagt. Seit Aphihvnius hat man die Fabeln in vernünftige, sittliche und ver-mischte eingetheilt. Herder theilt sie in: 1) Theoretische (den Verstand bil-dende); ein Factum der Natur, als Gesetz und Wcltordnuug aufgestellt, übt denVerstand. So z. B., wenn man mit vollem Munde nach dem Bilde imWasser schnappt; wenn man als Schaf mit dem Wolfe streitet; als Hase mitdem König Löwen jagt. 2) Sittliche, welche Verhaltungsregeln ausstellen fürden Willen. Nicht bloße reine Moral sollen wir von den Thieren lernen, diegroße Haushaltung der Natur aber sehen wir, und erkennen, wie sie dieGlückseligkeit aller Lebendigen an unveränderliche, ewige Gesetze des Srrebenügeknüpft hat, z. B. Gehe hin zur Ameise, du Träger! 3) Schicksalsfabeln.Nicht immer kann im Naturgange selbst anschaulich gemacht werden, wie ausdiesem ein Andres durch innere Consegucnz folge; da tritt nun die Verkettungder Begebenheiten, die wir bald Schicksal, bald Zufall nennen, ins Spiel, undzeigt, wie Dies und Das, wo nicht aus-, so doch nucheiuandersoigt, durch einehöhere Anordnung. Der räuberische Adler trägt mit dem Raube einen Flinke»vom Altar in sein Nest, der es in Flammen setzt, lind seine unbeftederteu JungenDem zur Beute gibt, dem er einst treulos die Jungen geraubt. Bei den schön-sten Fabeln dieser Art wird unsere Seele groß und weit, wie die Schöpfung.Nach dieser dreifachen Eintheilung des Jnhal.S und Ganges der Fabel richtetsich auch der Vortrag. Im Allgemeinen muß er einfach sein, damit das Ganzeleicht durchschauet werde, edel, weil der Gegenstand eine gewisse Würde hat.Doch schließt dies den Scherz nicht aus, w'ül gleichsam mit bei» Wunderbarenein Spiel getrieben wird, noch das Satpriftbe, weil ein Theil der Fabeln aufIronie ruht; einige sind rührend, und die Schicksalssabeln streifen an das Er-habene hin. Einfach, heiter und ernst in ihrer Darstellung waren die alten Fa-bulisten (Fabeldichter); die ältesten Fabeln glaubt man in dem Orient zufinden. Hier sind die indischen Fabeln des Bidpai oder Bilpai und die Fa-lz.In des Arabers Lockma» berühmt (s. diese Art.) Unter den Griechen istÄsop allbekannt, welchen PhädruS unter den Römern nachahmte. Deutsche Fabeln aus der Zeit der Minnesinger gab Bodnier heraus. Boiler, der amSchlüsse des 14. Jahrh, lebte, ist als treuherziger Fabeldichter durch seinenEdel-stein" bekannt. Der Verfasser desReinecke der Fuchs " lieferte eine epische Fa-belnrcihe. Burkard Waldis ist aus dem 16. Jahrh, anzuführen. Im 17.,zeich-nete sich der englische Fabeldichter John Gap aus, unter den Franzose» Lafontaine.Dieser führte den Scherz ein und sprach im geselligen Weltton. Lessma, Pfef-fel u. A. befreundeten die Fabel mit der Satrre durch den Stachel des Sinnge-dichts. In jedem kann man zu viel thun, und besonders hat ein gewisses scherz-haft sein sollendes Geschwätz die Fabel nickt nur breit, sonder» wol gar verächt-lich gemacht, das Haschen nach Witz sie aus ihrer Sphäre gerückt. Manches Hi-störchen, das wir unter den Fabeln sehen, mag witzig, sinnreich und anmulhig sein,nur eine Fabel ist es nicht. Die Form der Fabel ist übrigens verschieden ; es gibtbloß erzählende und dialoaisirke. (Ld. Mythen, Mythologie.)

Faber (Theodors.), kais. russischer Staatsrath, mehrer Orden Comman-deur und Ritter, geb.zu Riga 1768, hatte in der frühesten Kindheit seine Äl-tern verloren und ward von seinem Vormunde nach Deutschland geschickt. Erbesuchte die Schulen in Magdeburg , wo Funk und Resewitz als Pädagogen ver-dienstlich wirkten. Er ging nach Halle, als Förster und Vater, Eberhard, Nie-meyer, Karsten, Bahrdt, Seniler dort blühten; nach Jena , als Eichhorn.Schutz, Loder dort glänzten. Zu Commilnonen hatte er hier Storch, nachmalsLehrer der russischen Großfürsten, den »erst. Schlichtegroll, Manch u. A. 1787begab er sich nach Strasburg; dies war die Epoche der Notablen i» Frankreich ,