Band 
Vierter Band. F bis G.
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313
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Französische Lit.: Kanzclbcredtsainkcit, Erziehungsschr., Gesch. 813

Gr^trv, Castil Plaze, Iulin und DeSpolin über die Musik; Percier, Fontaine,Mich,' über die Baukunst; Langls, Sylvester de Sacy, CHAy über die orienta-lischen Sprachen; Malte-Brun über Geographie, geboren zu den ausgezeichnetenfranz. Schriftstellern in diesen Fächern; doch ist es unmöglich, alle wahrhaft be-deutende Männer hier ausmahlen. °

5,) K a n z e l b e r e d t sa m ke i t, E rziehnn gsseh r i st e n. Zur ZeitLudwigs XIII. zeichnete sich LingendeS zuerst durch f. Predigten und Leichen-reden aus. Macaron näherte sieh ihm. Bossuet riß hin durch f. edlen Eifer fürWahrheit und Frömmigkeit sowol als durch s. glänzende Berettsamkeit, die unver-kennbar den Charakter des Zeitalters Ludwigs XIV. trägt. Seine berühmte»< O-Nr,»,>>> brk-,-." trugen sehr viel zur Ausbildung der franz. Prosa bei. Bour-daloue wetteiferte mit ihm und wurde für den größten aller franz. Kanzclredner an-erkannt; er lebte von 1682 bis 1101. Anselme und Fl Fhier waren beliebt.Massillon lernte viel von diesen großen Vorgängern und wußte durch die rührend-ste Sprache christlicher Demuth die Herzen zu bewege». Unter den protestanti-schen Kanzelrednern zeichnete sich Saunn aus. An Erziehungsschriften ist diefranz. Literatur reich. Ohne die berühmten Werke hier zu nennen, deren wirschon früher gedachten, erwähnen wir nur aus neuerer Zeit der Werke von Mad.le Prince de Beaumont, von Mad. de Genlis, von Bouilly, Bergum, Ducrap-Dunwnil rc. als faßlich, lieblich und ganz für das zartere Alter geschrieben. Dieü länilie -mr I-I ,,ntliulogie", von Demoustier, sind seicht und un-zweckmäßig.

6) Geschichte, Biographien. In der historischen Literatur müssenwir die ältesten Denkmale franz. Beredtsanikeit suchen. Aber älämoir,'- sind eS,die sich hier auszeichne»; den Franzosen gefiel und gelang stets die feine Beob-achtung der Charaktere und Sitten, im öffentlichen wie im Privatleben, am be-sten , besonders wo sie selbst thätigen Antheil nahmen. Sie sind voll Talent, dasAnziehende im Einzelnen z» entdecken, aber selten ergriffen von der Gewalt einergroßen Idee, selten hingerissen vorn Antheil an den Fortschritten ganzer Völker.Das Studium der Memoiren ist setzt sehr erleichtert durch die >>>>!-

vei'.lüle <!<' äle,nullen rcMtG n I IGliure ,le brunc»", wo die ersten 12 Bändenur die von, 13. bis zu Ende des 15. Jahrh, enthalten. Eine deutsche Überse-tzung dieser Sammlung von verschiedenen Mitarbeitern gab Schiller heraus.An der Spitze aller Verfasser merkwürdiger steht der Ritter Jean de

Ioinville, der den König Ludwig den Heil. auf dem Kreuzzuge nach Palästinabegleitete. Die treuherzige Naivetät dieses Schriftstellers hat eine romantischeAnmuth. Er wollte mit redlichem Eifer seinem frommen Könige ein literarisebegDenkmal stiften. Christine de Pisan , Tochter des Hofastrologen Karls V., folgtihm; ihr Stvl ist zierlicher, ohne Ioinville'S kräftige, heitere Leichtigkeit zu ba-den. Philippe de Comines schilderte treffend den finstern und verstellten Lud-wig XI. ; er war der geistreichste, und in rhetorischer und pragmatischer Hinsichtder erste aller Verfasser franz. Memoiren vorn 13. bis gegen das 11. Jahrh.Froissart schrieb ein größeres historischer Werk, das er durch den Reiz des Wun-derbaren in die Nachbarschaft epischer Dichtung zu bringen suchte. In denMemoiren über das Leben des Ritters Bavard bemerkt man zum letzten Male dieNaivetät jener ältern GeschichtS- und Chronikenscbreiber. Eine Mischung dieserNaivetät mit einer cvnischen Frechheit, die in der historischen Literatur nicht ihresGleichen hat, zeichnet Brankmne's verrufene Memoiren aus; sie schildern die Zei-ten Karls IX. und Heinrichs III., wo die empörendste Sittenlosigkeit herrschte.Srllo schrieb anziehend und würdig über sein Zeitalter. Es ist Schade, daß derkenitnißreiche De Thon nur lateinisch, und nicht französisch schrieb. M -zeraisch'ieb mit Freimüthigkeit die Geschichte der franz. Monarchie. P lisson war