Band 
Vierter Band. F bis G.
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56 Fehrbellin

sen Krieg verwickelt war, mit Recht gebührte. Mehre Monate lang hoffte er ver-geblich durch Unterhandlungen Das zu erlangen, was ihm die Gewalt der Waffenbinnen 8 Tagen verschaffte. Er brach im Anfange des Juni aus Franken unver-mukhet aufund marschirte so rasch, daß, als er Magdeburg am 11. Juni erreichte,die am rechten Ufer der Havel liegende» Schweden nicht das Geringste davon erfah-ren hatten. Magdeburgs Thore wurden verschlossen gehalten und Keinem der AuS-gang gestattet; am folgenden Tage Abends um 9 Uhr ging die ganze Reiterei überdie Elbe, 10 leichte Geschähe begleiteten sie; 1000 M. ausgesuchtes Fußvolk folg-ten auf 146 Wagen nach, von denen jeder einen Kahn geladen hatte. So wurdeden ganzer. Tag marschier, und am folgender. (14. Juni) stand der Kurfürst Abendseine-stunde vor Rathenau. 600 M. Fußvolk gingen sogleich in den mitgebrachtenKähnen über die Havel . Die Reiterei hatte sich durch List und Gewalt in den Be-sitz der Brücke gesetzt. Mit Tagesanbruch war die Stadt umringt, der Eingangerzwungen, und Alles, was sich von Schweden vorfand, niedergehauen oder ge-fangen genommen. Durch diesen Überfall war die schwedische Linie, die sich vonHavelberg bis Brandenburg ausdehnte, im Mittelpunkte durchbrochen. DieSchweden eilten rasch von Brandenburg nach Nauen zu, immer in den Flankenund dem Rücken aufs lebhafteste von den preuß. Dragonern gedrängt, und aufjedem Schritte Gefangene, Gepäck verlierend. Der Kurfürst hatte bereits dieBrücken, die über dar hinter F. fließende Wasser führen, abwerfen lassen, und diedavon zurückkehrenden Reiter trafen bereits auf die Schweden , die nun sahen, daßohne Schlacht auf dem diesseitigen Ufer der fernere Rückzug nicht möglich sei. siemachten daher bei Havelberg , eine Stunde vor F., Halt. Der Kurfürst fand beiseinen Unterbefehlshabern, als er den Angriffsplan mittheilte, die Meinungen ver-schieden. Es schien diesen zu gewagt, mit bloßer Reiterei — denn das Fußvolk hattenicht folgen können — die Feinde anzugreifen. Dagegen bemerkte der Fürst, wieder Feind bestürzt, und General Wrangel, der das ganze feindliche Heer befehligte,mit den besten Truppen in Havelberg abgeschnitten sei; wie Uncntschlossenheit alleSchritte der Schweden hier lähmen müsse; und so griff er am Morgen des 18.rasch an. Sein linker Flügel litt anfangs nicht wenig vorn feindlichen Geschütz.Endlich warf er die feindliche gegenüberstehende Reiterei. Das schwedische Fußvolkmachte einen raschen Angriff auf das brandend. Geschütz, allein die brantcnb. Leib-trabanten und die anhaltifchen Krieger trieben sie zurück; so war bald nach 8 Uhrder Sieg entschieden. Der Feind zog, jedoch in ziemlicher Ordnung, nach F., undhinterließ 1500 Todte, außer ebenso viel Verwundeten. In der Nacht stellte erdie Brücken wieder her, und als früh Morgens die kurfürstl. Truppen einrückten,nahinen sie den größten Theil des Geschützes und Gepäckes. Die Feinde eilten nunim vollen Marsche nach Ruppin und Wittstock , daß der Kurfürst sie kaum erreichenkonnte. Was der Gefangenschaft entging, wendete sich zum größten Theil nachHamburg und nahm hier andre Kriegsdienste. — Die Stärke des in den Staatendes Kurfürsten stehenden feindlichen Heeres betrug überhaupt 20,000 M. Mankann also die Masse der von Brandenburg nach F. hin aufgejagten Feinde höchllenszu 10.000 M. annehmen. Allein der Kurfürst selbst führte nur in Allem etwa6000 M. heran, lauter Reiter, durch den Marsch aus Franken erschöpft, undgewann mit ihnen die Schlacht, sodaß der Feind auf dieser Seite nicht mehr standhalten konnte, und auf der andern nicht mehr zu halten wagte. Er hatte mit einemSchlage die Sicherheit seines Landes hergestellt und machte sich zum Herrn vomgrößten Theile Pommerns . Insofern hatte das Treffen Folgen, wie sie manchegroße Schlacht in neuerer Zeit nicht hatte. Ein Denkmal aufder Anhöhe bei F. er-innert an jene» Tag. Der Stallmeister Froben soll an diesem Tage dem Kurfürstendas Leben dadurch gerettet haben, daß er ihm sein Pferd gab, um die Aufmerksam-keit der Feinde von dem Schimmel, den der Kurfürst ritt, zu leiten. Eine Kanonen-