Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
82
JPEG-Download
 

82

Feronia

Brennweite des LlugenglaseS in der des ObjectivglaseS entkalken ist. Später er--dachte man außer diesen« holländischen oder Galilei 'schen Fernrokr, das nur alsTaschenperspectiv gebräuchlich ist, noch andre vollkommnere Einrichtungen; soentstanden nach und nach das astronomische Fernrohr, das Erdfernrohr, das achro-matische Fernrohr und das Spiegelteleskop. Ersteres besteht aus einem erhabenenVorder- und Augenglase, deren Brennpunkte in der Röhre, an deren Enden sieeingefügt sind, zusammenfallen. Kepler gab die Idee dazu an, und Pater Schei-ne«' führte sie aus. Das Sternrohr stellt die Gegenstände zwar verkeimt dar, alleinbei den Himmelskörpern 'st dieser Umstand gleichgültig. Das Erdfernrohr weichtvon dein vorigen darin ab, daß ihm noch 2, auch wol 3 und 4 Glaser zugefügtsind, tkeils um das Bild «nieder umzukehren, theils um die Abweichung wegen derFarbenzerstreuung zu vermindern und das Gesichtsfeld zu vergrößern. Allein dieaus der Farbenzerstreuung nothwendig entstehende beträchtliche Undeutlichkeit warnicht ganz zu entferne», bis es gelang, in dem Spiegelteleskope und achromatischenFernrohre Instrumente aufzustellen, bei welchen, wenn sie vollkommen gut gearbei-tet sind, gar keine Zerstreuung der Farben stattfindet, und sich die Gegenständein ihrer ganzen Reinheit dem Auge darstellen. (S. Achromatisch, Dollond und Spiegelteleskop.) Zur Theorie des Fernrohrs gehören folgende Sätze:

1) Jedes erhabene Glas vereinigt Strahlen, welche aus einem Punkte des Gegen-standes kommen, so, als ob sie aus einem in der Achse des Glases liegenden nähernPunkte ausgegangen wären. Dieser Vereinigungspunkt heißt für parallel auf-fallende Strahlen der Brennpunkt, und sein Abstand von« Glase die Brennweite.Die in« Vereinigungspunkte aufgefangenen Strahlen geben das Bild umgekekrt.

2) Jedes hohle Glas zerstreut die von einem Punkte des Gegenstandes ausgehen-den Strahlen so, als ob sie aus einen« in der Achse des Glases liegenden nähernPunkte ausgegangen wären. Für parallel auffallende Strahle» heißt dieser Punktauch der Brennpunkt, und sein Abstand die Brenuweite des Glases, eigentlich derZerstreuungspunkt und die Zerüreuung?weite desselben. 3) Strahlen, welche aufei» erhabenes Glas aus seinem Brennpunkte oder Brennraume komme», oderauf ei» Hohlglas fallen, als ob sie sich in seinem Brennpunkte vereinigen woll-ten, werden von beiden so gebrochen, daß sie nachher mit einander parall l laufe».4) Wenn die Gläser nicht allzu dick sind, läßt sich ohne Fehler annehmen, daßder Strahl, der auf ihre Mitte fällt, ungebrochen durchgehe. Die Erfindungdes Galilei 'fchcn Fernrohrs, und die große Menge der damit gleich anfänglichan« Sternenhimmel gemachten Entdeckungen erzählt Galilei selbst im>uniius«i,lere»8" (Florenz 1610, S. 4 II), ausführlicher Viviani in derVii.i"vor denOz>>>." (Florenz 1718, 3 Bde., 4.). Aber die ersten deutlichen Begriffevon der Theorie der Fernröhre entwickelte Kepler in s.N'mptrme" (Augsburg 1611, 4.) (s. besonders pra,,. 86, wo des hernach von Scheinen ausgeführtenastronom. Fernrohrs und seiner Wirkungen in den bestimmtesten Ausdrücken er-wähnt wird). Busch'sHandbuch der Erfindungen" (Eisenach 1808) gibt inder 2. Abth., 4. Th., S. 133 fg., eine brauchbare Zusammenstellung der auf dieGeschichte der Fernrohre Bezug habenden Notizen. Das Theoretische in der fetzigenAusbildung erläutern die Lehrbücher der Phvsikz wir empfehlen u. A. Neumann'SLehrbuch der Pkvsik" (Wien 1818, §. 768 fg.). Auch vgl. Priestlev'SGesch.und gegemv. Zustand der Optik, aus dein Engl. durch Klügel, mir Anmerk. undZusatz." (Leipz. 1776, 4.). Über die neuesten Vervollkommnungen der Fernröhres. Refractor.

Feronia, eine der ältesten italienischen Göttinnen, welche den Wäldernund Obstgärten vorstand. Berühmt ist der m alte Hain unweit Anrur (Terracina),der ihr geweiht war. In ihrem Tempel empfingen die Freigelassenen einen Hutzun« Zeichen der Freiheit.