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Vierter Band. F bis G.
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Florenz

antiken Statuen gehören zu ihren Hauptzierden die Medicfssche Venus, ferner diebeiden Ringer, der Apollin, der tanzende Faun, der Schleifer, der Hermaphrodit,die Gruppe der Niobe , Amor und Psyche u. s. w. Unter den Gemälden behauptenden ersten Rang die in der Tribune befindlichen von Rafael (das Bild der angeb-lichen Beckerin, unter deni Namen der b'or„.>, bekannt, eine heilige Familie,Johannes in der Wüste, Papst Julius II. ); Titian's Venus, Bilder von Mich.Angela, Eorreggio, Fra Banolomeo u. A. Sie wird beschrieben in dem Buche:„IZeal ^.illerm >I> biie»/.« inni^i, in tnimi" (Flor. 1821). Einzig in ihrerArt ist die Sammlung von beinahe 400 Bildnissen der berühmtesten Maler, allevon den Meistern selbst gemalt. Noch befinden sich hier die Sammlungen alter undneuer Bronzen, Münzen und der kostbarsten geschnittenen Steine, die, wie alleübrige, Jedermann mit uneigennütziger Höflichkeit gezeigt werden und der Benu-tzung offen stehen. Auch die Akademie der schönen Künste, die unter der LeitungBenvenuti's und Ras. Morghen'S tüchtige Schüler bildet, besitzt eine schöne Galeriemeistens alter fiorenc.inischer, aus aufgehobenen Klöstern und Kirchen hierher ver-setzter Gemälde. Nicht minder berühmt sind die wissenschaftlichen Austasten. Flo-renz hat eine 1438 gestiftete Universität, die Acouckemi-i <st-il-> muion. die Akad. derGeorgofili ic. Außer der Laurentinischen und vielen andern Privaibibliotheken,unter welchen die des GroßherzogS die kostbarsten Werke der neuern Literatur inallen Sprachen sammelt, sind noch dieMarucelliana und Magliabecchiana berühmt,welche letztere sehr reich an Handschriften und den seltensten gedruckten Büchern ist.Das Museuni der Naturgeschichte, welches in 40 Zimmern bedeutende Samm-lungen für Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält, verdient schon der meister-haften anatomischen Wachspräparate wegen, die unter Fontana'S Aufsteht von Cle-mens Susini verfertigt sind, Bewunderung, und rechtfertigt die Ausrufungen desbegeisterten Dupatv. An den Spitälern Lt.-Maria nuova und L2.-Bonifaciofindet eilte Menge junger Leute Gelegenheit, unter der Leitung geschickter Lehrersich theoretisch und praktisch mit der Heilkunde zu beschäftigen, deren Studiumüberdies durch medicinische Bibliotheken, anatomisches Theater, botanische Gärtenu. s. w. sehr begünstigt wird. Von mehren Theatern sind gewöhnlich zwei eröffnet;die große Oper und das Ballet, beide mit Pracht und Geschmack ausgestattet, wer-den im Theater della Pergola, die komischen Bpern im Theater del Cocomero auf-geführt. Außerdem gibt es mehre Winkel - und Marionettentheater, und auf denStraßen treibt bei Tag und Nacht der höchst ergötzliche, witzige Pulcinell» meinerwandernden Breterbude sein lustiges Wesen. Der unbeschreibliche Zauber, denFlorenz auf jeden empfänglichen Menschen ausübt, ist nicht nur in den Einflüsseneiner reichen und heitern Gegenwart, sondern auch in den Erinnerungen an eineglorreiche Vorzeit, deren Denkmale bei jedem Schritte aufstoßen, zu suchen. Mehrals das Andenken an seine kriegerische Größe, an seine Helden im Mittelalter undan die große, auch politisch merkwürdige Kirchensynode von 1418, beschäftigt denGeist der Gedanke, daß Künste und Wissenschaften hier vor allen andern Betengeblüht und die edelsten Früchte zur Erguickung und Wiedergeburt Europas ge-tragen haben. Die gefeiertsten Namen der italienischen Literatur und Kunst sindsiorentinischen Ursprungs. Bildung, Kunstsinn und Geschmack, die, früh gewecktund genährt, das Zeitalter Lorenzo'S von Medici zu einem der glänzendsten in derGeschichte machten, scheinen so tiefe Wurzeln geschlagen zu haben, daß sie auchheute noch hervorstechend sind. Die Sprache, selbst des gemeinen Mannes, istebenso rein und zierlich als reich an feinen und witzigen Wendungen; überhaupt istdas Volk heiter, gefällig, lebenslustig, gottesfürchtig und schauspielsüchtig , wie alleAtaliener, aber in Fleiß und Industrie übertrifft es die meisten. Floren; besitzt be-rühmte Seideumanufacturen und Färbereien; seine Arbeiten in 'Alabaster, Metall,Mosaik, seine Llrohgeffechte, Kutschen, Pianoforcc, mathematische und physika-