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Fontana (Felice — Grcgorio)
als Architekt und ließ durch ihn einen andern Palast in der Nähe der Bäder desDiokletian bauen. Siptus V. wollte den großen Obelisk, der nun auf dem Platzevor der Peterskirche steht, damals aber »och zum Theil unter Trümmern verstecktlag, aufrichten lassen: ein Unternehmen, das schon mehre Päpste beschlossen,aber, durch die Schwierigkeiten abgeschreckt, unterlassen halten. F. erhielt denAuftrag dazu und führte ihn (1586j glücklich aus. In der Folge richtete F. nochdrei andre Obelisken, die man zum Theil unter den Ruinen gefunden harte, anverschiedenen freien Plätzen auf. Unter den übrig-» Gebäuden, die er aufBefehlSixtuS'S V. vollführte, und die den Fürsten , der sie anordnete, ebensowol ehren alsden Baumeister, der sie ausführte, zeichnen sich die vatikanische Bibliothek und dieWasserleitung, ck,,»-, Idlinc, aus. Auch unter Clemens > III. vollführte F. ver-schiedene Baue und Veränderungen mit den antiken Denkmälern. Endlich beschul-digte man ihn, daß er Gelder, die er zum öffentlichen Dienst erholte» hatte, un-terschlagen habe. Er verlor seine Stelle am päpstlichen Hofe, erhielt aber sogleicheinen Ruf als Architekt und Ingenieur des Königs beider Sicilien, und begab sich1592 nach Neapel . Hier baute er verschiedene Canäle, um die Überschwemmungenabzuleiten, eine Straße längs dem Meerbusen und den königlichen Palast in der Haupt-stadt, der aber in der Folge sehr verändert worden ist. Sein Plan, einen neuenHafen bei Neapel anzulegen, wurde erst nach seinem Tode durch einen andernBaumeister ausgeführt. F. starb zu Neapel 1601, und sein Sohn, Julius Cä-sar , folgte ihm als königl. Architekt. Von Domenico F. ist ein 'Werk vorhanden(Rom 1510, mit 19Kpf.), in welchem er die Methode angibt, deren er sich be-diente, um den großen Obelisk zu tranSportiren. Sie ist um so mehr als seineErfindung anuisehen, da in den Schriften der ältern Baumeister keine Anleitungenzu dem in solchen Fällen zu beobachtenden Verfahren sich finde».
Fontana (Feliee), Mathematiker und Physiker am großherzogl. Hofe zuFlorenz, geb. 1130 zu Pomarolo unweit Roveredo im italie». Tirol, studirte zuerstauf den schulen zu Roveredo und Verona, dann auf den Universitäten zu Padua und Bologna, ging hierauf nach Rom, und von da nach Florenz . Der Großkerz.Franz (nachmal. Kaiser) ernannte ihn zum Professor derPhvsik auf der Universitätzu Pssa. Der Großherzog und nachmal. Kaiser Leopold 11. berief ihn nach Florenz als Maibematiker, mit Beibehaltung seiner Stelle in Pisa , und trug ihm auf, dasNaturaliencabinet einzurichten, welches noch jetzt eine von den vielen Sehenswür-digkeiten in Florenz ist. Einen wichtigen Theil dieser Sammlung machen die ana-tomische» Präparate von gefärbtem Wachs aus, welche alle innere und äußereTbeile des menschlichen Körpers in den kleinsten Einzelheiten und nach allen denk-bare» Abweichungen, mit der größten Sorgfalt gearbeitet, vorstellen. Diese Prä-parate wurden, unter F.'S Aufsicht und nach seiner Anleitung, von verschiedenenMeistern gefertigt. Kaiser Joseph l l. ließ durch ihn eine ähnliche Sammlung fürdie chirurgische Akademie in Wien veranstalten. Auf gleiche Art wurden unter F.'SAufsicht eine Menge Pflanzen, schwämme und andre Gegenstände der Naturge-schichte, die ihre eigenthümlichen Farbe» mit derzeit verlieren, in gefärbtem Wachsnach der Natur abgebildet. F. ist Verfasser mehrer Schriften über Gegenständeder Physik und Chemie, die zum Theil ins Deutsche und Franz, übersetzt wordensind. Auch hat er Entdeckungen über die Anwendung der Gasarken und der Kohlen-säure gemacht. Er zeigte sich überall in seinen Schriften als scharfsinnigen undunermüdeten Beobachter, vorzüglich in der Lehre von der Reizbarkeit (s. „IHi-ar-eil« liloiiolieliu -.OPI.I li> li>ie'i, .'iiiiiiuO," Florenz 1181, -t.z deutsch, Berlin 1181, 4. m. Kpf.). Seine politischen Grundsätze zogen ihm in den neuesten Zeitenbei den Veränderungen, die seit 1199 im Tos anische» vorfielen, einige Unannehm-lichkeiten zu. Er starb den 9. März 1805 und wurde in der Kirche Sama-Croce»eben Galilei und Viviani begraben. — Sein Bruder Gregorio F., geb. den