Band 
Vierter Band. F bis G.
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Fourcroy Fox (George) 209

hatte, traf ihn endlich am 14. Thei'Midor (I. Aug. 1794) Absetzung undDerhaf-tung. Verurtheilt den 7. Mai 1795, starb er unter der Guillotine feig und nieder-trächtig . wie er gelebt hatte.

Fourcroy (AnroineFian ois), einer der ersten neuern Chemiker, geb. den15. Juni !755 zu Pari?, wo sein Vater Apotheker war, besuchte pom 9. biszum 14. Jahre das Collegium Harcourt. dAusik und Dichtkunst zogen ihn an;er versuchte für das Theater zu arbeiten und war geneigt, selbst Schauspieler zuwerden. Allein die ungünstige Aufnahme, welche einer seiner Freunde auf demTheater sank, schreckte ihn ab. Endlich bestimmte ihn Nicg d'Azir, mit dem er indem vertrautesten Umgänge lebte, Medicin zu studiren. Der junge F. widmete siebganz dem Studium der Anatomie, Chemie, Botanik und Naturgeschichte. 1777gab er eine Ubers. von Ramazzini'S Werk „8ur ü> „i.il.ulie'i >0mittrefft. Anmerk. heraus. 1780 ward er I>. der Medicin und Präses der Facultät.Vorlesungen über die Chemie vermehrten seinen Auf. Eine glänzende Einbildungs-kraft, ein leichter und ebenso edler als angenehmer Vertrag zogen eine Menge Zu-hörer herbei. Nach dem Tode Macguer's, 1784, erhielt erin dem königl. Pflan-zengarien den Lehrstuhl der Chemie, und das Jahr darauf trat er als Mügl. derAkad. der Wiffensch. in die Section der Anatomie, aus der er nachher in die S cciionder Chemie überging. Als jetzt die Chemie eine durchaus neue Gestalt gewann,waren die franz. Chemiker, deren Werk diese Umgestaltung war, zugleich auf einezweckmäßigere Terminologie bedacht. Das Ergebniß ihrer Bemühungen legte F.1787 der Welt vor Augen und gab mehre Schriften über Medicin, Naturge-schichte und Chemie heraus, unter denen wir s. fast in alle lebende europaisclie Spra-chen übers. „I'l>i!,>5«i>lno oliiniiguo" (Paris 1792, 3. A.1866, deutsch nach der2. A., Leipz. 1796), und s. „I. er, >>>,<; elöiiii'iit. <I'üi,>i!»iie Ii.alni, ! o ei (le eünnie,"(Paris 1798, 4. A., 6 Bde.; deutsch, nach dersrühcrn A.v. Loos, Erf. I789)auS-zeichnen. Auch gab er mit Lavoisier u. A. die „ Inn.üe-i >lo (18 Bde.,

1789— 94) heraus. 1789 wurde er Wahlherr von Paris , und 1793 Mikgl. desIfationalconventS. Er bewirkte, daß ein Gesetzentwurf sur die Gleichförmigkeit desMaßes und Gewichts angenommen wurde. Bald darauf ward er bei den Jakobi-nern wegen seines Stillschweigens im Convent angegeben, und entging der ÄchtungnurmirMühe. So lange die Tyrannei RobeSpierre'S dauerte, war F. einzig in derComite des öffentl. Unterrichts und in der8eeii»„ «Ion -nnwn niir'Arbeiten beschäf-tigt, die sich auf den Krieg und die Wtffcnschastcn bezogen. Nach dem 9. Tkermi-dor wurde er in den neuen Wohlfahrtsausschuß berufen, wo man ihm die Sorgefür die Artillerie übertrug. Er orgcmisirte die Ceniralschule der öffentlichen Arbei-ten, aus welcher nachher die polytechnische Schule entstand; er gründete die 3Specialschulen der Medicin und wirkte bei der Einrichtung der Normalschulen mit.Nach dem 13. Vendemiaire trat er in den Rath der Alten, in welchem er 2 Jahreblieb. Hierauf verwaltete er aufs Neue sei» Amt als Professor und schrieb s.,,^V!.t«-i»v ,Ie« non»»i.<ir,inoc.« ol>ii»i>>»e.<>" (Paris 1801, 6 Bde. in 4. oder 11Bde. ,n8.; deutsch du^ch Bieth und Wiedeman», Braunschw. 1801 : das schön-ste Denkmal der franz. Chemie. Nach dem 18. Brumaire wurde er Staatsrathund entwarf einen Plan für den öffentlichen Unterricht, der mit einigen Verände-rungen angenommen wurde. Sein Amt als Generaldirector des öffentlichen Un-terrichts legte ihm die Pflicht auf, 1802 und 1804 einen Theil der Deport, mdurchreisen und die Organisation der Lyceen zu beschleunigen. Bei Errichtung derkaif. Universität wurde er zwar ebenfalls mit seinen Vorschlägen gehört, erhielt aberdoch mcht, wie er gehofft hatte, die Stelle eines Großmeisters an derselben: eineZurücksetzung, die ihn bitter kränkte. Er ward indeß zum StaatSrarh, Reichsgra-fcn und Mitglied des Nationalinsiitutö ernannt. F. starb den 16. Dec. 1809.

Fop (George), s. Quaker .

Convtrsationsircxicvu. Bd. IV.

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