Band 
Vierter Band. F bis G.
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Frankreich von 1792 bis 1804

sei abgeschafft, und Frankreich fortan eine einzige und untheilbare Republik .Mit diesem Tage begann auch die republikanische Zeitrechnung, welche Na--poleon mit deni 1. Jan. 1806 »nieder aufhob.

2) Die Geschichte der Republik Frankreich bis zur Er-richtung des Kaiserthums (21. >Lept. 1792 bis 18. Mai 1804). Sie-gcsnachrichteu feierten die Geburt der Republik. Custine hatte Mainz erobert, dieFeinde hatten den Boden Frankreichs räumen müssen. Dumoureiz hatte bei Ie-mappes gesiegt. Sofort erklärte der Nationalconvent sich bereit,allen Völkernbeiztistehen, die sich die Freiheit verschaffen wollten", indem er den von den franz.Truppen besetzten Ändern die Aufhebung oller aus dem Feudalspsiem herrührendenLasten versprach. Zugleich erklärte er die Todesstrafe gegen alle Auswanderer undverurtheilte Ludwig XVl. (s. d.) Die Mehrheit deü ConventS war unterjochtvon der wilden Rotte, die in Paris den Kopf des Königs federte, und in seinemÜbermuthe kündigte der Convent den Königen von England und Spanien und deinErbl?atthalter nicht den Völkern) den Krieg an. (S. Brifsot.) Nun tratenauch Portugal, Neapel, Tvscana und der Papst in den Bund gegen die Republik ,die nur von Venedig anerkannt ward. Zu dem äußern Kriege kam noch der innere:die Nendöe stand auf, um den Tod des Königs zu rächen. Die Republik schienverloren. Da umgürtete sie sich mit dem Schwerte des Schreckens und der Ver-zweiflung. Die Partei des Berges schmetterte die Gemäßigten, die Girondi-sten (s. d.), zu Boden. Ein RevolutivnStribunal ward errichtet, und die Schre-ckensmänner Danton, Robespierre und Marat (s. d.) regierten die Na-tion mit der Guillotine. Maria Antoinette, Königin von Frankreich , starb den Todihres Gemahls (16. Dct. 1793); ihr folgten Orleans Egalitä und die frommeElisabeth, die großherzige Schwester Ludwigs XVI.; alle Kirchen zu Paris warengeschloffen, alle Knchengeräthschaften für Nationaleigenthum erklärt, und in derehemaligen Kathedrale feierte man an» 10. Nov. statt des Gottesdienstes das Festder Vernunft! Auch den Colonien gab man Frankreichs demokratische Verfas-sung, und allen Negern die Freiheit: die Losung zur Eimordung der Weißen!(S. Haiti.' Am wildesten verfolgte »nan die Exadeligen. Man sah in ihnen nurden Druck der Vorrechte vieler Jahrhunderte und übte jetzt die Rache der Wieder-vergeltung. Neun Monate bauerte das Schreckenssystem, »nährend dessen Robes-pierre Feste der Natur, dem höchsten Wesen, den» Stoicismus, dem Ruhmeu. s. in. zu feiern befahl, wobei das Blut in Strömen von der Guillotine und un-ter den Kartätschen des schrecklichen Collot d'HerboiS u. A. (besonders zu Lyon ,Bordeaux, Nantes, Toulon -c.) sich ergoß. Mit RobcSpierre S Falle (27. Juli1794, 9. Thermidor) hörte das Schreckenssystem auf. Sogar der Saal des Za-kobinerclubbs war eine Zeit lang geschloffen, und das Revolutionstribunal neu ge-bildet. Der Nationalconvent erkannte keine DolkSgesellschaften mehr an und dc-cretirte eine allgemeine Freiheit aller Gottesverehrungcn (21. Febr. 1795). Indeßkostete es noch manchen Kampfmit den gegen den Geist der Mäßigung sich erheben-den Schreckensmännern und Jakobinern (z. B. den 20. Mai 1795). Eine neue(die dritte) Constitution ward nun als Grundgesetz der franz. Republik erklärt.Vergebens suchten die Sectivnen von Paris das Königthum wiederherzustellen.Der Eonvent besiegte sie durch Barras und Bon aparte (s. d.) am blutigen13. Vendemiaire (5. Oct. 1795). Hierauf löste er sich am 26. Dct. auf, und dieDirectorialregierung nahm ihren Anfang. (S. A. E. Thibeaudeau'säleni. »nr I» täoiivcnli»» et !<-. I)i, eelniio", Paris 1824, 2 Bde.) Das gesetz-gebende Corps bestand jetzt aus dem Rathe der Alten (250 Mitgliedern) und demRathe der Fünfhundert. Das vollziehende Direktorium (Bari as, Reubel, Carnor,Lareveillöre-Lepaux und Letourneur) beruhigte die Vendäe; allein vergebens setztees statt der Assignaten Mandate »n Umlauf (11. März 1796). Es vermehrte