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wäl tigen Sache sah die Kammer den Thatbestand als erwiesen an und verurtheilte3 Abwesende zum Tode, 6 Abwesende zu Geld - und Gefängnisstrafen; die Übrigenwurden sämmtlich freigesprochen. Wie übertrieben jedoch manchmal die Furcht derRegierung vor geheimen Anschlägen war, bewies die sogen, östliche Verschwörung(<ä»i>^>ii :,tü>i, >Io l'biii), indem alle darein verwickelte Personen im Juli 1b21 vonden Assisen zu Riom schuldlos gesunden wurden. Dagegen zeigte Madier de Mont-jau, HofgerichtSrath zu NiSmeS, dcrKammer an, daß die Machinationen eines ge-heimen DirectortalauSschuffeS, zu welchem nach ihm dieVcrf. der „blotr- .-.ocuto"gehöre» sollten, den Fanatmius zu ihren Absichten benutzten und im Garddepart.den Aufstand förmlich organisirt hätten. Da aber das Ministerium die Vers. derNote nicht zur Verantwortung zog, so weigerte er sich, die Mitglieder des geheimenAusschusses zu nennen, und die Sache haue keine Folgen.
Die Royalisten benutzten ihrerseits jeden Vorfall, um das Ministerium zu ei-nem strengern System zu bewegen, und die bedeutendsten Deputirken der rechtenSeite arbeiteten eifrig daraus hin, selbst in da? Ministerium zu kommen. Dies ge-lang ihnen gleich nach der Eröffnung der Sitzung von 1820(vom 19. Dec. 1820bis zum 31. Juli 1821). Denn schon am 21. Der. wurden Lamä, de Bill le undCorbi, re zu MinisierstaatSsecretairen, zwar ohne Derwaltungszweig, jedoch mildemStimmenrechte in: Müüsterralhe, ernannt. Durch diese Wortführer wollte sich dasdamal.Ministerium der Leitung der rechten Seite versichern; allein sehr bald zeigte sichunter den strengen Royalisten gegen die Minister eine Opposition, welche GrafDon-nadieu, Delalot, GrafVaublanc u. A. leiteten. Ja es schienen sich eine Zeit langbeide Parteien, sowol diejenige, der das Ministerium bisher den Sieg verschafft hatte,als diejenige, welche durch dasselbe Ministerium vernichtet worden war, mit gleicherErbitterung zum Sturze des Ministeriums zu vereinigen. Die linke Seite grissvor-züglich den Einfluß der Regierung auf die Wahlcollegien an. Indeß zeigte sich bald,wie schwach sie war, indem die rechte Seite stets die Stimmenmehrheit behauptete.Die Kammer drückte daher in ihrer Adresse an den König de» Wunsch aus, die Sittengereinigt zu sehen durch ein chrisil. monarchisches Erziehungssystcm, was in Hinsichtauf das ganze Unterrichtssysiem wichtige Folgen gehabt hat. Übrigens wiederholtedie rechte Seite unaufhörlich die durch mehre Vorfalle zweideutiger Art veranlaßte-Beschuldigung, daß eS in Frankreich eine fortdauernde Verschwörung gebe; ja siemachte dies sogar der Opposition der linken Seite zum Vcrwurf, worüber die heftig-sten Worikänipfe entstanden, die zu den bittersten Äußerungen und Gegenbeschuldi-gungen führten. Dagegen hatten die gemäßigten Liberalen, wie es Unparteiischenerschien, m der That kein andres Ziel vor Augen als dasjenige, welches einstBenj.Constant am «chlusse seiner berühmten Rede über das Wahlgesetz mit den Wor-ten bezeichnet hatte: „bo-i Iloinboini. liei, czuo le; Ilourboiu, uveo Is cliarte,tonte la cliai le .<inu<i len lioni 1>on!>!"
Die wichtigsten Verhandlungen betrafen die auSwärk. Verhältnisse und dasRecht der Deputieren, ihre Meinung frei herauszusagen. Royer-.Collard entwickeltebei diestr Gelegenheit die Theorie der Opposition aus die bündigste Art. Allein derGrofisiegelbewahrer Deserre bekämpfte die linke Seite mit allen Waffen seiner Be-redtsamkeit so glücklich, daß das Ordnungspolizcigesctz der Kammer einige strengereBestimmungen erhielt, welche den heftigen Ausbrüchen des Parteienkampfes indem Schoße der Nationalrepräsemation vorbeugen sollten. Mehre Gesetzentwürfe,welche die innere Verwaltung betrafen, veranlaßten g> ündliche Erörterungen staatS-wirthschastl. Fragen, wozu insbesondere, wie gewöhnlich, die Prüfung des Budgetsden reichhaltigsten Stoff darbot. Endlich wurde die Dauer des Censurgesetzes vom 31.März 1820 verlängert. Dagegen nahm das Ministerium s. Entwurf eines von derlinken Seite und dem Centruch wiederholt verlangten Gesetzes, die Organisation derMunicipal- und Departememalverwaltung betreffend, zurück, weil keine Partei da-Coiweffaliviis > Lepicon. Bd. IV. 17