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Vierter Band. F bis G.
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282 Frankreich . V. Die Revolution und ihre Folgen

Denn das mußte die Gemüther des Volkes noch mehr erbittern, wenn es sah, zuwelchen Zwecken die schwer errungenen Abgaben vergeudet wurden. Die KriegeLudwigs XIV ., s. Gebäude, s. Prachtliebe empörte» das gesunde Gefühl des Vol-kes noch lange nicht so sehr als die übennükbige Verschwendung einer Pompadourund Dubarry unter Ludwig X V. Unter ihm kam in dein Rechnungswesen derHauptsiaatscasse ein Gebrauch auf, welcher Quelle und Deckmantel der gröbstenUnordnungen war, die sogenannten ,V<-gchiii ä c:,u,,pMni. eigenhändige Quittun-gen des Königs über baar erhaltene Gelder, welche aber keineswegs von ibni wirk-lich erhoben worden, sondern nur ein Mittel waren, den Gegenstand der Verwen-dung nicht in den Rechnungen erscheinen zu lasten. Ludwig XVI , war kein Ver-schwender und in Allem, was ihn selbst anging, ein sorgsamer Hausvater für seinVolk. Auch die unglückliche Königin MarioÄnroinetle ist gegen den Vorwurf derVergeudung, womit sie von der öffentliche» Stimme schon lange vor dem AuS-bruche der Revolution verfolgt worden war, neuerlich von einer sehr achtbaren Zeu-gin (Mad. Campan) mit Erfolg vertheidigt worden. Allein der Mißbrauch derAcgiiii-ck, eoiiiiiMlii (oder, wie sie nachher auch hießen, der Oitloniuiiuu i, >N 1 Por-te,ii) ist doch auch unter Ludwig X VI. fortgesetzt worden, und die auf solche WViseauS dem Staatsschätze gezogenen Summen, deren Verwendung sich nur zum Theilaus dem geheimen Eastenbuche des Königs (dem sogenannten l.Ure rou^,') ergibt,beließen sich von 1779 87 auf 866 Mill., und außer den geheimen Ausgabender auswärtigen Angelegenheiten ist diese Stimme hauptsächlich nur an Pensionenund Gratificaiionen für den Hofadel verwendet worden. Mit vollen Händen wur-den diese Gnadenbezeigungen ertheilt, sodaß man nicht jage» konnte, wer nicht be-rechtigt gewesen wäre, sie in Anspruch zu nehme»; und Recker (.V>Iinincki>.>ii>>,,<Io.-> timm»,-.", III. 9,7 in einem eignen Capitel von den Federungen der Vorneh-men und von der Pflicht -- es FnianzmuüsterS, gegen sie zu kämpfen, spricht. Werkeine» scheinbaren Grund zu Geschenken und Gnadengchalken anzugeben vermochte,bot dem Könige irgend eine Besitzung oder ei» Recht zum Kauf an, und erhielt un-ter diesem Tirel, was er wünschte. Für einen Prinzen des konigl. Hauses wurdenin L fahren 16 Müh Schulden bezahlt, aber auch andern, z. B. dein unbrauch-bare» Marineniinister Sartine, wurden bedeutende Summen zu gleichen Zweckenbewilligt. Der berühmte und berüchtigte Beaumarchais erhielt für geheime Dunsteauf ein Mal über eine Million. Auch hicr lag der Fehler nicht an dem schwachenCharakter des Königs allein, sondern hauptsächlich an der Macht der Aristokraiie,welche zu brechen vielleicht ein Richelieu oder Ludwig XIV . nicht mehr stark genuggewesen wäre. Die königl. Familie stand aber auch in dem Wahne, daß der Tk>on»ur das Volk, nicht die Aristokratie der höher» Stänke z» fürchten habe, obgleichschon lange zuvor einer der klügsten Staatsmänner Frankreichs , der Staarsmini-ster d'Argenson (,,tbur>ü<h'r,>ii>u>>i >mr lo oinivoruouiriil >!e lu liuiou", 1764),dieses Vorunheil zu bekämpfen fliehte. Freilich als die Revolution, zu welcher esdie Parlamente und die Hökern Stände durch das Dringen auf die Reichsständegebracht harken, einmal emfestelt war, da stürzte sie mit den Bischofssitze» undder Lehiisherrlicbkeit des Adels auch den Thron um.

V. Die R e v o l u r i o n u nd i hreFolg e n. Bei diesen allgemei-nen, tiefgefühlten Beschwerden bedurfte dasVolk nur eines kleinen Anstoßes, um MitGewalt Dasjenige wieder zu nehme», was ihm von Seiten der Vornehmen durcheine viele Zahl-hunderte lang fortgesetzte Usurpation entzogen worden wai . dasRecht der freien Gemeindeverfastiing. Vorbereitet waren dazu alle Theile der bür-gerlichen Gesellschaft, die G,rmgt>rn durch die Roth, deren Ursache ihnen in denöffentlichen Erprestnngen vor Augen lag, der höhere Bürgcrstand durch den Un-willen, welchen die Vornehmen durch übermüthigen Mißbrauch ihrer Mach« beiihm erregten. Die verächtlichsten Ausdrücke des Adels gegen den Burg erfand