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Vierter Band. F bis G.
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Frankreich . V. Die Revolution und ihre Folgen 285

Kampfe gegen die Interessen eines Volks wird dieses zuletzt immer der stärkereTheil sein.

Was nun diese allgemeinen Wirkungen der Revolution für die Grundverhält-nisse des fra»;. Staats betrifft, so lasten sich folgende als die hauptsächlichsten an-,geben: l) Eine allgemeinere VertHeilung des Grundeiaentbums. Es istschon bemerkt morden, tast vorn Mai 1790 bis zum Schluß 1800 für 2609 Mill.Nalionalaüker verkauft worden sind. Dies waren meistens Güter der Kirche undder geistlichen Orden, da gegen den Kauf der Emigrantengüter ein gerechtesDorruthcil stattfand. Alle diese Güter wurden in der Regel zu niedrigenPreisen verkauft, weil man theils diese» Besitz nicht für sicher hielt, theilsauch die zahlungsfähigen Käufer feblken. Au Ende 1800 waren noch für 100Mill. Nanonalgüter übrig (für 340 Mill. in den alten Provinzen , für 160 Mill.in den eroberten, für 200 Mill. Staatswaldungen). Auch darunter warennoch viele Kirchengüter, weiche zum Theil zur Dotation der Ehrenlegion und derSenarorien veiwendei worden sind. Räch einem ältern Werke (,,I o »'->l>i,»'i Onanaesubrt von LinnäuS , „Mniiü, repnl IStrasburg 1654)bestanden die Besitzungen der Kirche im alten Frankreich (mitAusschluß der söge;nannte» ausländische» Geistlichkeit) in 180,000 Lebngütern, worunter 83.000mit Obergerichre» (^tandcsheri schaßten), in 246,000 Meiereien und Vorwerken,1,100,000 Morgen Weinberge (außer 400,000 Morgen, wovon sie 4 oder ^ desWeins bekamen), 600,000Morgen lediger Feldgüter, 135,000 Weiher, 900,000Morgen Wiesen, 245,000 gehende Wasserräder in Mahl-und Papiermühlen,Hammerwerken u. dgl., 1,800,000 Morgen Waldungen, 1,400,000 MorgenWeiden ; der größte Theil des Bodens war ihnen zehrubar, und kein Grundstückzu finden, worauf sie nicht eine Hvporbek, Rente oder Stiftung (eine jährl. Ab-gabe von 5, 10 — 50 SouS für eine Messe, brennende Lampe oder dgl.) hatten.Selbst die königl. Domainen waren davon nicht ausgenommen. Diese ganze Gü-termasse ist nun unter eine Menge größerer und kleinerer Landeigenkhümervertheilt,und dadurch, verbunden 2) mit der Aufhebung der Feudalrechte und der gänzlichenBefreiung des Grundeigenthums, ein Stand freier Landwirthe geschaffenworden, aufwelchem die wakre Stärke eines Staats ganz allein beruht. Wiegroß die Vertheilung des Grundeigenthums sei, ergibt sich daraus, daß unter dergroßen Zahl von Eigembümern, welche Steuern zu entrichten haben, eine Zahl,die sich ungefähr auf5Mill. bcläuft, doch im 1.1820 nur 90,819 waren, welcheeine jährl. Steuer von 300 Fr. und darüber bezahlten, und demnach an den Depu-tirtenwahlen Theil nehmen durften. Seitdem ist durch Theilungen und eine Her-absetzung der Grundsteuer diese Zahl noch bedeutend vermindert worden. (In denGrundsteuerrollen von 1818 sind überhaupt 10,414.121 Steuerpflichtige aufge-führt, darunter sind nur 40,113, welche über 500 Fr. jährlich zu entrichten haben,und diese zusammen zahlen^ der Grundsteuer, während die pellte propriele ^derselben trägt.) Da nun von der ganzen Masse des Grundeigenthums jetzt nur216 Mill. an Grundsteuern bezahlt werden (Budjet von 1822), während vor derRevolution schon von dem kleinern Theile desselben 110 Mill. entrichtet wurden, soist schon hieraus klar, wie viel leichter die Bürden sind, welche jetzt aufdem Landbauliegen, als die vorigen. Die Vcrgleichung wird aber erst dann vollständig, wennman auch das Wegfallen des Zehnren, der Baufrohne, der Einquartierung und derlehnherrlichen Rechte in Anschlag bringt. Diese Vertheilung des Grundcigen-rhums in kleine Loose, welche ihrer Natur nach mit einer bessern Bearbeitung desBodens verbunden ist, muß denn auch als die Hauptursache der seit 30 Jahren ump vermehrten Bevölkerung Frankreichs betrachtet werden. Man stritt 1189 sehrdarüber, ob Frankreichs Volksmenge mehr als 20 Null. Menschen betrüge; diesie am höchsten schätzten, nahmen doch, gestützt auf die besten Quellen und Bercch-