Band 
Vierter Band. F bis G.
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Französische Literatur: Didaktische Poesie

sonnenheit und nüchterner Verstand! Seine schöpferische Phantasie verdunkelte alleüdrige sran;. Dichter. Sein Heldengedicht „> .lnvis" hatte zwar keinen verständi-gen Plan. aber es ist reich an poetischer Erfindung, und durchglüht von dem Reizdes Wunderbaren. DesmaretS enilehnte die Maschinerie s. Dichtung zum Theilaus dem christl. Himmel, und zum Theil aus der romantischen Zauberwelt. Tiefunter ihm blieb Hean Chapelain, der eine Epopöie über die Johanne von Arc zureimen unternahm, der an Länge und Langweiligkeit nur Scudery'S Heldengedicht:„Alarich, oder das befreite Rom ", gleichkam. Ein viertes franz. Heldengedicht ausderselben Zeit ist „8l.-s,,>uis. o» I-, suinle oonrc,»,,,' leoourzuisn", von dem ffe-suiken Pierre Le Moine, der von 1601 — 12 lebte. Seine Phantasie war nicht st-reich und kühn wie die von DesmaretS, aber auch nicht so verwildert, und Le Moinewäre gewiß einer der größten Dichter s. Nation geworden, wenn er ebenso viel Ge-schmack als Enthusiasmus gehabt hätte. Der wesentliche Fehler s. Gedichts ist ein-tönige Feierlichkeit. Limojon-de-St.-Didier wagte einen fünfte» Versiich in der epi-schen Poesie durch eine neue Bearbeitung der beschichte des Chlodwig ; nur die 8ei sten Ges. sind gedruckt und zeichnen sich durch Feinheit und Eleganz aus, aber siesind «»poetisch. Ronsard'S „Franeiade" darf bei diesen mißlungenen epischen Ver-suchen nicht vergessen werden. Zu Frankreich nennt man den „Telemach" von Fe-ix lon als ein episches Meisterwerk; aber so sehr in diesem Werke auch die edelsteund gefälligste Sprache der Vernunft und des moralischen Gefühls herrscht, so istes doch weil entfernt, eine wahre Epopöie zu sein. Vvliaire'S „Henriade" ist un-streitig das vorzüglichste franz. Gedicht dieser Art; sie hak einen gilt durchdachtenPlan, anziehende Charaktere und gelungene Beschreibungen; die spräche ist reinund edel, aber die poetische Magie vermißt man ganz. Besonders störe» die allego-rischen Personen. Als komische Epopöie dichtere Voltaire s. welle" und be-steckte durch dies verrufene Werk, dem man sonst tenRang des vorzüglichsten franz.Heldengedichts komischer Gattung nicht absprechen kann, s. Ruhm. Tbomas hatteeine Epopöie über Peter den Großen angefangen, aber er starb, ehe diese P>>lr>'idefertig war. Mad. Du Boccage wagte es, eine „Oxl-uxlü.xle. in i>>> >><>, teeiion-en» nioixls" zu schreiben, in der wenigstens einige hübsche Beschreibungenvorkommen. Masson'S Gedicht, „los llclveiieus", ist mehr historisch als episch.Chakeaubriand'S „äl.nters" wei den von einigen Kritikern, und'vielleicht mit grö-ßer»! Reckt als der „Telemach", ebenfalls den epischen Gedichten beigezählt. Zndem heroisch-komischen Fache glänzt, außer Voltaire , Boileau durch s. „I.uxi,,",der ein classisches Ansehen erhielt, das sich auf den vorzüglichen Werth der Erfin-dung, Ausführung undEinkleidungdiescsGedichtSgrünket; und unter den NeuernParnv. Seine Werke: „Iu> ^uerro Oes Dieiix", „I.es lloseeroiv" und „l s,,.,r„,lis per,In" zeugen von großem Talente, so sehr sie auch das reine Gefühl be-leidigen. „I.es iiinoui-i epigues" sind nur Episoden, welche Parccval de Grand-niaison aus andern Dichtern nahm. „ leliille ä 8cvro^", von Luce de Lancival,hat schone Stellen, wenn auch t-v Plan sehr mangelhaft ist. Baour-Lormian ahmt in s. „?i>cnws tlalligiil.-i" den Dssian'schen Styl nach. Creuze de Lesser's„(ilievaliers cle l-> 1'-,l>I« Ilnncl, " fanden 1811 wohlverdienten Beifall. Minderglücklich, aber auch in der That minder anziehend, waren der „änuxlis ,Ie klaulo"und die ,Blies <le < le,xa°;ne" desselben Vfs., welche später erschienen, und,nach dem ursprünglichen Plane, mit Einschluß der ,,'I„l>l< Iio„,le", gewisserma-ßen ein die Gesammtheit des romantischen Ritterwesens umfassendes Ganzesbilden, das in jeder Hmsicht zu den vorzüglichen Erzeugnissen der franz. schönen Li-teratur gehört.

12) Didaktische und beschreibende Poesie. Brcbeuf, der von1618-61 lebte, zeichnete sich in diesen« Fache zuerst durch s. „1)„l,etie„s so-llt-,ires" aus. Borleau's „ckrt zmeligue" ist schon erwähnt. Zn der tidak-