der Revolutionszeit refvrmirte Talma, von David geleitet, diesen Mißbrauch, nach-dem die Clairon, wie man inMarmyntel's Memoiren sehr anziehend erzählt findet,dazu den ersten Anstoß gegeben. Der ältere Crübillon schließt den Kreis der stanz.Tragiker vom ersten Range. Zur zweiten Ordnung gehören vorzüglich: ThomasCorneille , Lafosse, Guimond-de-la-Touche, Lefranc, Laharpe, Lemierre, deBelloilc.Diderot führte durch s. „pure >lu tuottll»" und s. „l >>, uainrel" jiierst das biir-gerliche sentimenchle Trauerspiel ein. Unter den neuern Tr imkern bemerken wir:Ducis, der mehre Trauerspiele Shakspeare's für die franz. Buhne einrichtete undselbst in dem „Abufar" viel Originalität und Wärme zeigte; Arnault, dessen Trauer-spiele: „Marius", „Cincümatus", „Oskar", Vauitirn^" und „Germanicus "durch Gedankenfülle, Kraft und rührende Scenen sich auszeichnen; Legouve, dessen„älnet <b,U>iü" und „lInali-iri-i <-t >cr»„" sehr viel Beifall erhielten, und derüberdies noch „Irtt-oala «-t l'olvniac" und „Ia> ,»<»t <I'lIs„>i I >schrieb. Früherals diese hatte sich Lemercier iii seiner ersten Jugend als Trauerspieldichter versucht;sein „l.>!r>t>-,l'kg>l>,.,i„," und sein „Agameninon" wurden bewiiNdcrk; seine späternWerke gefielen weniger. Großes Aufsehen machten „I.m 'I rm->l wr,-i", von Ray-noiiard, der nur dies , ine Trauerspiel schrieb, welches ihm unbestrittenen Ruhm er-warb. „Abdelasis", von Murville, „Joseph", von Baour-.Lormian, und „Aria-perpeS", von Delrieu gefielen, doch machten sie weniger Aussehen als das Trauer-spiel „ManliuS", dessen Held Talma'S Lieblingsrolle wurde. Lebrun'S Bearbei-tung von -Lchiller'S „Maria Stuart" wurde in Paris mit rauschendem Beifall auf-genommen. tzLie gilt mit Iouy'S „Splla", den ,F I>,e» 8iai!ie-in>< s" und dem„l'-ii i->" von Delavigne, dem „Clovis" von Viennet, für die wichtigste Erwerbungdes tragischen stanz. Theaters. Mit ihnen strebt die stanz. Tragödie über die engenSchranken, welche ihr die Nachahmung der Classiker gesetzt, und über die teclama-torische Beredlsamkeit, welche bisher ihr Wesen ausmachte, hinaus.-—Was nun dasstanz. Lustspiel betrifft, so ist bereits erwähnt worden, wie dasselbe mit den Far-ce,, der Bazoche , namentlich der vom Advocat Patelin, und den Sottisen derbniänzseinen Anfang genommen. Iodelle bewirkte auch die Reform des stanz.Lustspiels, «Lein erstes: jjDer Abt Eugen", in der Manier des Terenz, wurde vomHofe und von der Stadt bewundert; es war das erste regelmäßige Nationallustspielmit zeitgemäßen Charakteren ohne allegorische Personen; der Witz kann ist roh undungezogen. Bon 1562 an schrieben die Brüder de la Taille Lustspiele in Prosa.Man suchte auch die beliebte Schäferpoesie mit der dramatischen zu vereinen. Ausden Moralitäten wurden Schäferspiele, worin Christus der Bräutigam, und die Kir-che die Braut war. Die Cultur wahrer Lustspiele wurde von Pierre de la Riveyfortgesetzt; sie beruhten meist auf Intriguen und komischen Überraschungen. 1552verpachteten die Passionsbrüder ihrPrivilegium an eine Schauspielergesellschafk, dieunter dem Namen l'r,»,pr <>,- I.-> lrar>cii,-w bis jetzt besteht. Sie spielte
im Hötel deBourgogne, Kurz darauf erfüllte Heinrich III. Frankreich nut Possen-spielern, die er aus Venedig kommen ließ. Sie nannten sich > ^el>„ü (Leute, diezu gefallen streben). Als sie im Hotel de Bourgogne zu spielen anfingen, strömteihnen Alles zu. Farcen aller Art waren ungemein beliebt, selbst Richelieu ver-schmähte nicht die Scherze des sogenannten Gros Guillaume, des Kasperl der Pa-riser. Den italienischen Harlekin ersetzten auf den, Farcenkhcater zu Paris derTabarin lind Turlupi», die burleske Bedientenrollen spielten und im ZeitalterLudwigs Xl V. sehr beliebt waren. Corneille fühlte zuerst das Bedürfniß eineswahren Charakterstücks; weniger Dorurtheile beschrankten ihn bei dem Lustspiele alsbei dem Trauerspiele. Seine jugendlicheil Versuche in, kölnischen Fache sind feiner,correctcr und anständiger als Alles, was man zuvor von Lustspielen in Frankreich kannte. Er war erst 18 I. alt, als er sein Lustspiel „Melite" schrieb. Seinspateres Werk: „Der Lügner", ist das erste franz. komische Charakterstück von