Fruchtbringende Gesellschaft Frugoni 447
Barsch 324,64V; der Rogen des Störs wog 149 Pfund, da nun 7 Eier einenGran schwer sind, so folgt, daß hier 7,653,20V Eier vereinigt waren. Zn den,Stockfische hat man die Zahl der Eier auf 9,344,000 berechnet, ^n den höhernThierelasscn vermindert sich die Fruchtbarkeit, doch ist sie auch im Menschen nochgrößer als die Sterblichkeit. Bei diesem aber ist sie nach Maßgabe des Klimas, derJahreszeiten, der Nahrungsmittel, Gewohnheiten, Sitten, des Temperamentsund der individuellen Beschaffenheit der Eheleute in sehr verschiedenem Grade vor-Handen.
Fruchtbringende Gesellschaft oder Palmen obden,ward 1617 auf dem Schlöffe zu Weimar von Kaspar v. TeutlcbeN, Hofmeister desPrinzen Johann Ernst des Jüngern, zur Erhaltung und Wiederherstellung der Rein;heit unserer Muttersprache gestiftet, welche damals durch Einmischung fremder Wör,ter und Redensarten alles Eigenthümliche zu verlieren in Gefahr stand. Fünfdeutsche Fürsten nahmen an ter Stiftung derselben Theil, 3 Herzoge von Wei-mar und 2 Fürsten von Anhalt. Die (Gesellschaft zahlte sogar Karl Gustav,König von Schweden, unter ihren Mitgliedern. Die Einrichtung derselben wargreßtenkheils nach den italienischen Akademien geformt; man hatte z. B., umallen Rangstreit zu vermeiden und bürgerliche Mitglieder den höhern gleich zumache», Jedem einen Namen beigelegt, dessen er sich in der Gesellschaft bedie-nen mußte. Jedoch verfiel man durch diese nachgeäffte Form in viele Lächerlich-keiten; noch sonderbarer sind die Gemälde, Wahlsprüche und Namen von Ge-wächsen gewählt, die neue Mitglieder zum Svmbol und Unterscheidungszeichenerhielten. So dieß z. B. der zweite Dwector, Wilhelm, Herzog von Weimar,der Sebmackbafte; sein Sinnbild war eine Birne mit einem Wespenstich, undder sogen. Walstspruch: erkannte Güte. Andre hießen: der Saftige, der Näh-rende, ter Bittersüße, der Steife, ja sogar der Gemästete, der Wohlriechende,der Abtreibende rc. Bei Verbesserung der deutschen Sprache verbannte sie dieaus-ländischen Wörter zu sekr und erfand statt derselben deutsche ; auch nabm sie inder Orthographie auffallende Änderungen vor. So bleibt denn ihr Zweck dasRühmlichste an ihr. Sie dauerte big 1680 und hattejedcS Mal einen regierendenHerrn zum Oberhaupte.
F r u ch t st t> ck, ein Gemälde, auf welchem Garten-oder Baumfrüchte dar-gestellt sind. Sie erhalten durch Anordnung, Zusammenstellung der verschiedenenFruchtarten, täuschende Wahrheit der Farbengebung und Beleuchtung ihre» vor-züglichsten Reiz, undsind wegen der Einfachheit ihrerForm und der größer» Dich-tigkeit ihrer Farben weniger schwierig als die Blumenstücke. Die vorzüglichstenFruchtmaler waren de Heem, Mignon, GillemanS, Verbruggen, van Noyen,van Huvsum, Rachel Ruvsch.
F r u c t i d o r, der18.: der4.Sept. 1797. An diesem Tage stürztedieMa»jorität des sran^ DirecroriumS (f Barras) die Gegenpartei: Carnot undBarikälemy (s. d.). 65 Deputirte (Pichegru u. A.) wurden, als einer reali-stischen Verschwörung schuldig, nebst Barth. lemy deportirt. Carnot entkam. Dar-auf erneuerten die Räthe den Eid des Hasses der Monarchie.
Frugoni (Carlo Znnocenzo), ein berühmter und fruchtbarer Dichter, geb.zu Genua 1692, mußte zu Gunsten seiner beiden ältern Brüder der väterlichenErbschaft entsagen und den geistlichen Stand ergreifen. Er trat daher 1707 in dieCongregatien der somoskischen Brüder. Bei »»gemeiner Lebhaftigkeit des Geistesund der Einbiltungrkraft machte er schnelle Fortschritte in den Wissenschaften, be-sonders den schönen. Als er 1716 in Brescia Rhetorik zu lehren ansing, hatte ersich den Ruhm eines eleganten Schriftsteller? in Prosa und Versen, in lateinischersowol als italienischer Sprache erworben. Er stiftete daselbst eine sogen, areadische