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Gehrung Geißelungen
fen sollten, nickt genugsam, vertrugen sich also nicht mit der Eitelkeit der Menschen,und wurden bald verworfen. Einige neuere Hörmaschinen leiden nicht an diesenMangeln. Die eine stellt einen kleinen silbernen Trichter dar, aufdesse» innerer Flachesich eine schneckenfernnZ vielfach gewundene Leiste befindet, wodurch ein eben solcherGang gebildet wird, dessen inneres Ende auf den Anfang des Gehörgangs trifft. Andem breiten umgebogenen Rande befinden sich einige Locker, wodurch Lander gezo-gen werden, um die Maschine an das äußere Okr zu befestigen. Eine zweite bestehtaus einer vielfach gewundenen Rohre von lackirten, Blech, deren inneres engesEnde in den Gehörgang gebracht, das äußere weitere aber am äußern Ohre befe-stigt wird. Auch kennen 2 solche Instrumente durch einen elastischen Bügel ver-einigt und auf diese Weise in jedem Ohre eins angebracht werden. Ein drittes In-strument besteht aus einem hohlen blechernen Bügel, an welchem in der Mitte aufder vorder« Fläche eine weite Öffnung befindlich ist, und dessen Schenkel in 2 sicheinwärts biegende Röhren auslaufen. Dieser Bugei wird so auf dem Kopfe unterden Haaren befestigt, daß die Mündung in seiner Mitte gleich über den obern Randder Stirn zu liegen kommt; die Röhren an den Seiten werden in den rechten undlinken Gehörgang gesteckt. Dieses letztere Instrument hat den Vortheil, daß es sehrgut die geraden, von vorn kommenden Schallstrahlen auffängt.
Gehrung, bei den Holzarbeitern die schräge, nach der Winkellinie einesrechtwinkligen Vierecks gehende Richtung und eine in solcher Richtung laufendeFläche. Daher Mehrhobel, ein Hobel, mit dem eine Mehrung gemacht wird;Mehrma ß, ein Richtscheit mit einem 'Anschlage oder Querbretchen am Ende, dasnach einem Winkel von 45 Graden abgeschrägt ist. Man bedient sich desselben, dieGehrung vorzuzcichnen.
Geiler (Johann, von Kaisersberg ), ein berühmter Prediger, geboren zuSckaffhausen 1446 und von s. Großvater zu Kaisersberg im Elfaß erzogen, studirtczu Freiburg Philosophie und Theologie und lehrte daselbst eine Zeit lang, worauf erin Basel 1472 die theologische Doctorwürde empfing. Dann wurde er in Freiburg Professor der Theologie und folgte 1478 (86) einem Rufe »ach Strasburg . Hierpredigte er im Münster auf einer prächtigen, ihm zu Ehren erbauten Kanzel mit gro-ßem Beifall, und starb, nachdem er aufeine kurze Zeit nach Augsburg gegangen war,geehrt und geliebt von seinen Mitbürgern in Strasburg 1516. G. gehört zu dengelehrtesten und originellsten Köpfen seiner Zeit. Seine Predigten, gewöhnlich la-teinisch niedergeschrieben (daher die Drucke derselben Übersetzungen aus dem Latein,sind), aber deuisch gehalten, zeigen ein eifriges und redliches Streben nach Eindring-lichkeit, und verschmähen Witz, Spott und Schimpf nicht, um ihre Wirkung zu er-reichen. Lebendige Bilder aus deni Leben, warme Färbung, kecke Umrisse charakte-risiern seine Darstellung; und sein Eifer treibt ihn oft zu einer Derbheit ter Satyre,welche unsern Ansichten von der Würde der Kanzel widerspricht. Seine Spracheist dem Meiste dieser Beredtsamkeit angemessen, kräftig bis zum Groben, frei undlebendig, keck und bunt. InmancherHinsichk kann er für einen Vorläufer des Abra ham a Sancta Clara gelten. Wir nennen von seinen seltenen Schriften: ,,1 l2Predigten über Sebast. Brandt's Narrcnschiff" (Strasburg 1520, Fol.); „Schiffdes Heils, der Reue und der Pönitenz" (Strasburg 1512, Fol.); „Predigten überdie Evangelien" (Strasburg 1515, Fol., u. öfter.). S. I>. F. W.Pb. v. Ammon:„Meiler v. Kaisersberg 'sLeben, Lehren und Predigten"(Erlangen 1826); I>. Wil-der. Weick: „Ioh. Geiler v. Kaisersberg . Sein Leben und s. Schriften in einerAuswahl". Mit Einleit. und Anmerk. (Franks, a. M. 1829, 3 Bde.).
Geige, s. Violine.
Geißelungen haben zur Züchtigung von Verbrechern zu allen Zeitenstattgefunden. Der Umstand aber, daß auch Christus und die Apostel gegeißeltworden, gab der Andächtclei finsterer Zeiten Anlaß zu willkürlichen Selbllpeinigun-