Band 
Vierter Band. F bis G.
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Geldern Geldmangel 563

verlieren müssen, als die Überzeugung von jener (Gewißheit abnimmt. DonsokcherArt ist alles Papiergeld (s. d.), sowie alles Metallgeld, das zu einem höher»Werthe umlaufen soll, als es wirklich in Metall enthält, alle Wechselbriefe oderSchuldpapiere, die man als Stellvertreter des >ri klichen Geltes gebrauchen will.Es ist eine fehlerhafte Vorstellung, wenn man das Geld als ein Zeichen dkgWerths vorstellt; denn Geld ist wahrer Werth, der aber bloß zum Umtausch derWaaren bestimmt ist. Ebenso gibt es einen schiefen Gedanken, wenn man das Geldals ei» Pfand vorstellt. Das Wesen eines Pfandes besteht darin, daß mit ihmeine Verbindlichkeit verbunden ist, dasselbe aufzubewahren, und selbiges Dem, dereS eingesetzt hat, wieder auszuliefern, sobald er Das, was er dafür empfangen hat,ersetzt. Das Geld aber legt, mittelst seines Begriffes, Niemanden eine Verbind-lichkeit auf, es aufzubewahren, der Besitzer ist freier Eigenthümer desselben undkann damit machen was er will. Soll eine Geldart gelten, d. h. für den innernWerth, den sie hat, oder den sie vorstellt, angenommen, und der Tausch regelmäßigdamit betrieben werden können: so muß deren Werth da, wo siegelten soll, allge-mein anerkannt werden. Insofern unterscheidet man 1)OrtSg eld, welches nuran einem bestimmten Orte, Handelsplätze oder in einem kleinen Kreise angenommenwird, wie das Geld, welches etwa ein Fabrikort odereineOrtsobrigkeitinZeiten derNoth ausgibt, die Nothmünzen, die N o t h ze i ch e n u. s. w.;

2) Landesgeld, welches die Regierung eines Reichs in Münzen oder in Anwei-sungen auf dergleichen Münzen ausgibt; 3) Weltgeld, dessen innern Werthdie ganze Welt anerkennt, und das daher allenthalben angenommen wird, z.B. dieGold- und Silberbarren, von bestimmtem Gewicht und bestimmter Feine, die hol-ländischen Dukaten und die spanischen Piaster. (Vgl. Idealgeld, Realgeld.)

Geldern, Herzoglhum, die dritte k. niederländ. Provinz (93 IHM.,290,000 Einw.) mit 4 Districten: Aarnhem (10,000 Einw., Hptstdt.), Nim-wegen (eine wichtige Festung), Zütphen und Thiel. Die Provinz sendet 6 Depu-tiere zu den Generalstaaten. Sie hat einen ebenen Sand-und Torfmoorboden, dergut angebaut ist; aufder Insel zwischen Leck und Waal (der Betuwe) ist frucht-bare Marsch. Sie erzeugt Rübsaamen, Hopfen, Taback und Obst. Außer Lei-ncnwebcrei sind wenig Fabriken. Sie hat Transitohandel. In dieser Provinz liegtdas schöne königl. Lustschloß Loo. Die jetzt ünbefestigte Kreisstadt Geldernliegt im preuß.Regierungsbezirke Kleve , an der b ossa Lu^eiiiaua, hat 3250 Einw.,ein bedeutendes Fabrikgewerbe und Kornhandel.

Geldmangel kann nur entstehen, 1) wenn es an Stoffen fehlt, aus wel-chen das Geld gemacht wird, oder 2) wenn Diejenigen, die Mangel an Gelde lei-den, keine Waaren haben, welche die Geldbesitzer begehren. Im letztem Falle fin-det kein wahrer Geldmangel statt, den» es gibt ja, nach der Voraussetzung, Viele,welche Geld besitzen; es fehlt nur an begehrter Waare, und nur Diejenigen, welchedadurch kein Geld in ihre Hand bringen können, leiden Geldmangel. Der Geld-mangel ist daher nicht absolut, sondern fast immer nur relativ, d.h. es habengewisse Länder, Orte oder Personen nicht hinlängliches Geld, um diejenige Waaresich zu verschaffen, welche sie bedürfen. Jeder Handwerker, Künstler und Fabri-cant bedarf des Geldes, um sich die rohen Stoffe, die er verarbeiten will, anzu-schaffen und die Arbeiter, welche er beschäftigt, zu bezahlen. Die Kaufleute bedür-fen des Geldes, um den Producenten und Fabricanten ihre Waaren abzunehmenund sie dahin zu lransportiren, wo sie gesucht werden; die Consumenten bedürfendes Geldes, um den Detaillistcn Das abzukaufen, was sie verzehren wollen. Fehltes nun der einen oder der andern dieser Classen an dem ihnen zu diesen Zweckennöthigen Gelde, so ist für diese Classen Geldmangel vorhanden. Hingegen kannGeldmangel niemals daher rühren, daß es an Gold und Silber oder an dem Aus-prägen dieser Materien zu Gelde fehlte. Denn es gibt in der Welt Verrathe genug

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