Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
565
JPEG-Download
 

565

Geldpreis Gelee

Denn dergleichen Geldzeichen sind nur so viel werth, als man wahres Geld dafür be-liebig haben kann. Fehlt es nun an Metall im Lande, um die, welche ihre Geldzei-chen dagegen auswechseln wolle», zu befriedigen, so sinkt der Werth dieser Geldzei-chen herab, und eine Million solcher Zeichenthaler ist oft nicht mehr werth als derzehnte Theil wirklicher Silberthaler. Es hilft auch nichts, wenn man dergleichenGeld auf eine andre Waare stützen wollte als auf Gold und Silber. Denn wenndieses eine Masse ist, die man nicht so leicht absetzen kann als Gold und Silber, wiez. B. Getreide, so sind dergleichen Anweisungen auf Getreide nicht mehr werth, alsdas Getreide, worauf sie lauten. Wenn daher derWerth desGetreideSschwankt undsinkt, so nehmen die Gekreidezettelnothwendig alle Schwankungen d. Getreidewerthesselbst an; ist nun das Getreide nicht als Zahlmittel anzubringen, so sind es auch dieAnweisungen darauf nicht; diese können schon um ihres unsicher» Werthes willennie die Stelle des wahren Geldes allgemein vertreten. Sie müssen vielmehr nochviel tiefer sinken als das Getreide selbst, da, wenn man sie als Mittel braucht, umdas Getreide noch ferner zu vermehren, dieses noch mehr im Tauschwerthe fallen,folglich Anweisung darauf immer weniger werth werden muß.

Geldpreis. 1) derjenige Preis, für welchen das Geld als Waare betrach-tet, für Arbeit oder Waaren zu kaufe» ist; 2) derjenige Preis, für welchen dieverschiedenen Geldsorten gegen Landesgeld zu kaufen sind; 3) der Preis von Zinsen,wofür die Benutzung von Geldcapitalien zu haben ist; 4) der Preis, den man,nach Gelde gerechnet, für Arbeit oder Waaren bezahlen muß, um sie beliebig zu er-langen. Was der Geldpreis im ersten Verstände fei, wird durch eine genaue Ana-lyse der Ursachen erforscht, wodurch das Geld erzeugt wird, sowie des Werths die-ser Ursachen selbst. Der Geldpreis im zweiten Linnc wird durch die Masse der ver-schiedenen Geldsorten in Vergleichung mit der Landesmünze und die Toncurrenz be-stimmt. Der Geldpreis im dritten Sinne hängt ganz von dem Grade des Nutzens,den die Capitalien gewähren, und von der Concurrenz Derer, die sie anbieten undsuchen, ab. Der Geldpreis im vierten und gewöhnlichsten Sinne wird durch dieZahl der Geldstücke und ihres innern Gehaltes, welch? für eine Waare oder für eineArbeit gezahlt werden muß, bestimmt. Ob derselbe hoch oder niedrig sei, kannaber nur durch eine genaue Untersuchung des Geldpreises ini erster» Linne erforschtwerden. Wenn daher der Geldpreis des gemeinen Arbeitslohnes in der einen Stadt8 Groschen, in der andern 1 Thaler wäre; der Taglöhner aber könnte da, wo er8Gr. ist, mit diesem Gelde dieselbe» Nothwendigkeiten und Bequemlichkeiten desLebens sich verschaffen, als der andre für einen Thaler an dem Orte, wo der Tag-lohn l Thaler ist; so würde der Lohn an beiden Orten der -Lache nach für Beidevollkommen gleich sein, während der Geldpreis im ersten Sinne verschieden wäre.Denn hier bekäme der Taglöhner für dieselbe Quantität und Qualität in Lebens-rnitteln 1 Thlr., wofür er dort nur 8 Gr. erhielt.

Geldumlauf, s. Circulation> Vgl. Büsch'SAbhandl. über denGeldumlauf", 2. Aufl. 1800.

Geleckt, in der Malerei, ein Fehler, der durch übertriebenen Fleiß in derAusarbeitung entspringt, und durch den die dargestellten Gegenstände aller Frisch-heir und alles freien Lebens, mithin ihrer ganzen Wirkung beraubt werden.

Gelbe, s. Gallert.

Gelbe (Claude), bekannter u. d. Namen Claude Lorrain (der Lothrin­ ger ), Landschaftsmaler, geb. 1600,in dem lothringischen Schloß Champagne, vonniedriger Herkunft, verlor früh s. Ältern und wurde in s. Erziehung vernachlässigt.Zm 12.1. kam er nach Frciburg zu s. Bruder, einem Holzschneider, von welchemer die Anfangsgründe der Zeichnenkunst lernte. Darauf nahm ihn ein Verwandtermir nach Rom , wo er, ohne Geld und Schutz, s. Schicksal überlassen, von demLandschaftsmaler Agostino Tassl als Farbenreiber und Küchenjunge angenommen