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geraume Zeit einen gcwinnreichen Handel mit den Anwohnern desselben, aber end-lich wurde ihnen von den Türken der Zugang zu diesem Handelswege ganz verschlos-sen. Selbst die Handelsverbindung, welche die krimischen Tataren noch eine Zeitlang durch ihre eignen Vchiffe mit Genua unterhielten, ward bald von der eifer-süchtigen Besorgnis der Türken für immer aufgehoben. Während Genuas Machtund Handelsrang durch Ländererwerbungen und Gewerbfleiß sich so hoch erhoben,ward das Innere deSVtaals von Unruhen undParteiwulh gestört. Demokratenund Aristokraten, und unter den Aristokraten selbst verschiedene Parteien, unterhiel-ten fortdauernd unruhige Bewegungen. 1339 ward ein lebenslänglicher höchsterStaatsbeamter, der Doge, von dem Volke erwählt. Aber erhalte nicht Machtgmug, die Parteien zu versöhnen. Endlich wurden ihm Räthe zur Seite gesetzt;allein bei allen Versuchen, eine feste Staatsordnung einzuführen, war kein Friedeim Innern, ja man unterwarf sich sogar, um aus der Anarchie des steten Partei-kampfes sich zu retten, einige Male fremder Herrschaft. Mitten umer diesen Un-ruhen ward (1407) die Georgsbank ,li 8. 6eor>fto) gestiftet, welche
aus den Anleihen, die der Staat zu s. Bedürfnissen von reichen Bürgern machte,entstand, und von den abwechselnd herrschenden Parteien gewissenhaft ausrechterhalten wurde. 1528 erhielt endlich der zählende Staat Ruhe und eine bleibendeOrdnung, welche bis zu Ende des 18. Jahrh, fortdauerte. Die Regierungsformwar streng aristokratisch. Das Oberhaupt des Staats war der gewählte Doge.Er mußte 50 Jahr alt sein und wohnte im Palaste der Republik (Gir,//« llvilatii^noi i.!), wo auch der Senat sich versammelte. Der Doge hatte den Vertragim Senate, der sich in demselben Palaste versammelte. Ohne s. Einwilligungkonnte kein Rathsschluß gefaßt werden, und die VtaatSverordnungen wurden in s.Namen gegeben. Er blieb nicht länger als 2 Jahre im Amte, dann ward er wiederSenawrundProcurator; nach 5 Jahren konnte er wieder zum Doge erwählt wer-den. Ihm zur Veite standen 12 Gvvernarori und 8Procuratori, nicht gerechnetdiejenigen, welche Dogen gewesen waren. Jede dieser Würden hatte eine Dauervon 2 Jahren. Sie bildeten den geheimen Rath, der mit dem Doge alle StaatS-sachen besorgte. Die Procuratori waren die Aufseher des öffentlichen Schatzes undder Staatseinkünfte. Die souveraine Gewalt besaß 1) der aus 300 Gliedernbestehende große Räch, zu welchem alle genuesische Edelleute, die 22 Jahre alt wa-ren, gehörten; 2) der kleine Rath von 100 Gliedern. Beide hatten das Recht,mit den Governaiori und Procuratori über Gesetze, Zölle, Auflagen und Steuernzu berathschlagen, und in diesen Fällen ward durch Stimmenmehrheit entschie-den. Über Krieg, Frieden und Bündnisse ward nur im kleinen Rathe verhandelt,und wenigstens 4 Fünftheile der Glieder mußten einstimmiL sein, wenn ein Schlußabgefaßt werden sollte. Der Adel ward in den alten und neuen abgetheilt. Zudem alten gehörten außer den Geschlechtern Grimaldi , Fieschi (vgl. Fiescv),Doria, Vpinola, noch 24 andre, die an Alter, Reichthum und Ansehen jenen amnächsten standen; zu dem neuen Adel aber 437 Geschlechter. Der Doge tonnteaus dem alten wie aus dem neuen Adel genommen werden. Nach und nach hatteGenua seine auswärtigen Besitzungen verloren; Corsica (s. d.), die letzte, empörtesich 1730, und ward endlich, 1768, an Frankreich abgetreten. Als die Franzosen 1797 die benachbarten Länder sich unterworfen halten, konnte die Parleilosigkeit,welche die Republik strenge beobachtet hatte, das schwankende Staatsgcbäute nichtschützen. Bonaparte gab ihr eine neue Verfassung, welche auf die Grundsätzedes franz. Repräscntativfvstems gebaut war. Zwei Jahre später siel ein Theildes-genuesischen Gebiets wieder in die Gewalt der Ostreiches, aber der Sieg vonMarengo emschied auch Genuas Vchicksal. Es erhielt eine provisorische Regie-rung und 1802 eine neue Verfassung als ligurische Republik. Dem Dogestanden zur Seite 29 Venawren und als Volksrepräftntation eine Consulta von 72