Gestalt der Erde Gesundheit 683
Alter erreicht hatte, in den täglichen Rath aufgenommen. Still und sanft floßseitdem sein Leben dahin, bis ein apoplektischer Zufall am 2. März 1787 demselbenein Ende machte. Man bewundert in G. S Schriften eine unnachahmliche Zart-heit und eine melodische Sprache; Tiefe und Kraft gehen ihnen ab. In der Land-schaftsmalerei hat er sich Verdienste erworben, dir keine Zeit schmälern wird. SeineRadirnadel ist leicht und kräftig, s. Prospecte sind ausgesucht, wild und romantisch,besonders schön aber s. Bäume. Unter s. besten Werke rechnet man zwölf radirteLandschaften, die er 1770 herausgab. Alle, die G. gekannt haben, beschreiben ihnals einen sanften und bescheidenen, edeldenkendcn und patriotischen Mann, der ins. Sitten ebenso einfach, natürlich und wahr gewesen sei, als er in s. Werken er-scheint. Von s. Schriften schätzt man die AuSg. Zürich 1777 — 78, 2 Bde., 4.;auch die kleine saubere Ausg. Zürich 1765— 74, 5 Bde.; ebend. 1800, 3 Bde.Seine Mitbürger errichteten ihm auf einer Promenade an der Limmat ein Denk-mal. S. älterer Sohn Konrad Geßner, geb. zu Zürich 1764, der sich früherin dem Fache der Pferde- und Schlachtenmalerei, später durch s. Landschaften aus-zeichnete, hatte in Dresden und Rom (1784 — 88, vgl. d. Brieswechs. der Älternniit ihm) studirt. Von 1796 bis 1804 lebte er in England, dann in s. VaterstadtZürich , wo er, 62 I. alt, d. 8. Mai 1826 starb.
Gestalt der Erde, s. Erde, Abplattung und Gradmes-sung e».
Geständniß, im Civilprocesse Erklärung einer Procefipartei, wodurch siedie Wahrheit einer eignen Thalhandlung, die ihre Rechte und Verbindlichkeiten be-trifft, einräumt; ini Criminalprocesse Einräumung gewisser Umstände des ange-schuldigten Verbrechens. Gerichtliches Geständniß im Civilproceß beweist voll,ein außergerichtliches nur halb, und läßt den Gegenbeweis zu. Im Eriminalproceßmuß das Geständniß, wenn es entscheiden soll, gerichtlich, und daneben der Thatbe-stand des Verbrechens bewiesen sein; auf bloßes Geständniß kann kein Verbrechermilder gesetzlichen Strafe belegt werden.
Gest iculation, s. Gebärde.
» Gestirn, s. Sternbilder.
Gesundbrunnen , diejenigen Quellen, deren Wasser mannigfaltigemineralische Bestandtheile, gewöhnlich auch luftförmige Stoffe in sich enthalten,daher einen von dem Geschmacke des reinen Wassers abweichenden Geschmack undGeruch haben und als Arzneimittel angewendet werden. Die Verschiedenheit ihrerWirksamkeit wird bedingt: 1) durch die Verschiedenheit ihrer Mischung, denn esgibt Bitterwasser, eisenhaltiges, kohlensaures, laugensalziges, muriatisches, schwefel-haltiges, seifenartigeS; 2) durch die Verschiedenheit der Temperatur der Wasser;es gibt warme und kalte ; 3) durch die Verschiedenheit der Anwendung, indem sieäußerlich als Bäder oder innerlich als Getränke angewendet werden. (S. Bäderund Brunnen-und Badereisen.) Vgl. des Medicinalraths Wctzlcr inAugsb. Werk „Üb. Gesundbr. und Heilbäder" (Mainz 1825, 3 Thle.).
Gesundheit, der ungestörte und richtige Gang aller zum Leben einesorganischen Wesens gehörigen Verrichtungen. Jedes Geschöpf ist bestimmt, seineneigenthümlichen Kreis des Lebens zu durchlaufen, während desselben sich selbst zu er-halten und s. Gattung fortzupflanzen. Zu diesen Zwecken waren verschiedeneTheilorganiemen nothwendig, welche zwar für sich ein geschlossenes Ganzes ausma-chen, aber auch wieder in der genauesten Verbindung mit dem übrigen -Organismusstehen und Systeme, Organe oder Theilganze genannt werden. An diese einzelnenOrgane und Systeme sind bestimmte Verrichtungen gebunden, die jenen Zweckenentsprechen. Je höher die Stufe des Lebens ist, aufweichet' ein organisches Wesensteht, desto vollkommener muß auch s. Organisation sein. Die Pflanze steht aufeiner, niedrigen Stufe, ihre Organisation ist daher einfacher. Auf einer Hähern