Band 
Vierter Band. F bis G.
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684
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684 Gesundheit

steht das Thier; es hat Bewegung und Gefühl, und da die Idee des Lebens sichhier in immer höherer Steigerung offenbart, sogar einen Schimmer des Psychischen;folglich bedarf es einer zusammengesetzteren Organisation. Auf der höchsten Stufedes Lebens steht der Mensch, er besitzt nicht bloß das Leben der Pflanze und desThiers, sondern ist auch ein sinnliches Vernunftwesen. Sein Geist bedarf einesKörpers, einer zweckmäßigen Organisation, um auf der Erde die ihm zukommendeIdee des Lebens in ihrer herrlichsten Offenbarung durchzuführen. Die Organi-sation des Menschen ist demnach die zusammengesetzteste; die Verrichtungen desmenschlichen Organismus sind die mannigfaltigsten, die Beziehungen und Wechsel-wirkungen, in denen er mit der gesammten Natur und mit s. Gleichen steht, sindvielfältig. (S. Physiologie.) Gehen alle diese Verrichtungen, jede nach derihr zukommenden Zeit und Regel, leicht und ungehindert von statten, sind alle dazudienende Organe in ihrer Form und Kraft unverletzt, so heißt der Mensch gesund.Man kann die Gesundheit in absolute und relative eintheilen. Absolute Gesund-heit muß dem gegebenen Begriffe durchaus in allen Stücken entsprechen. Mit die-ser Gesundheit könnte die Verschiedenheit der geistigen und körperlichen Anlagennicht bestehen; die dem Menschen zukommende Gesundheit ist daher nur die rela-tive, die statt der Schärfe der absoluten, eine gewisse Breite hat, innerhalb welchersich die verschiedensten Anlagen entwickeln können. Da bei der Unverletztheit derOrganisation und der Ungcstörtheitder Verrichtungen dasGemeingefühl desMen-schen gleich einem ungetrübten Spiegel erscheint, so kann die Abwesenheit aller un-angenehmen Gefühle bei vollem Gebrauche s. Kräfte und s. Bewußtseins für dasinnere Zeichen der Gesundheit deü Menschen gelten. Das äußere Zeichen dersel-ben ist die Form der Organe und der ungestörte Gang aller bemerkbaren Verrich-tungen des Körpers. Ein gesunder Mensch besitzt die s. Alter und Geschlecht ange-messene regelmäßige Form, der Körper ist ohne auffallende Fehler gebaut, kein Theildesselben ist gegen das Gesetz der Organifation des Lebensalters überwiegend anMasse oder Kraft, sodaß er die Verrichtung eines andern störte, keinem aber fehlt esauch an der ihm zukommenden Masse und Kraftäußerung; der Körper ist weder zufett noch zu hager, die Farbe des Gesichts weder zu roth noch blaß oder gelblich,fondern ein zart gemischtes fleischfarbenes Roth, mit etwas Hähern, doch nicht zuhoch gefärbten Wangen und Lippen. lZn Rücksicht der Hautfarbe kommt jedochbekanntlich viel auf Klima und Erdstrich an, wo der Mensch wohnt. Hier ist nurvon dem Europäer, und zwar mehr vom nördlichen als südlichen die Rede.) DieAugen sind hell und lebhaft. Der gesunde Mensch hat gute Eßlust und in der Re-gel nur mäßigen Durst, fühlt nach dem Essen kein Drücken in der Gegend des Ma-gens, keine Verdrossenheit, keine Hitze, verdaut gut, hat eine leichte und in der Re-gel unmerkliche, nur bei hinlänglichen Veranlassungen als Schweiß bemerkbareHautausdünstung, einen gleichmäßigen, nicht zu schnellen Pulsschlag, einen leichten,gehörig tiefen und ruhigen Athem, der bei körperlicher Bewegung zwar etwas be-schleunigter ist, aber doch immer tief genug, bis zu dem erquickenden Gefühl einervöllig genügenden Einathmung gezogen werden kann; auch kann er die Brust hin-länglich ausdehnen und den Athem ohne Beschwerde eine geraume Zeit anhalten.Er bewegt sich leicht nnd wird nicht zu schnell müde von körperlicher Anstrengung;er schläft ruhig und fühlt nach dem Erwachen sich erquickt und neu gestärkt. Erhat den völligen und ungestörten Gebrauch s. Sinne, denkt leicht und richtig, undbesitzt ein heiteres und ruhiges Gemüth. Die Gesundheit des Menschen scheintvon den meisten Gefahren bedroht zu sein, da s. Organisation wegen ihrer zartenZusammensetzung vielen Verletzungen und Störungen ausgesetzt ist; da er vermöges vielen Berührungspunkte mit der Außenwelt auch den nachtheiligen Einwirkungenderselben bloßgcstellt ist; da selbst durch das geistige Leben vielfältige BerührungenMit s, Gleichen entstehen, und er mit der nachtheiligen, ja oft zerstörenden Eimvir-