ess
Gewürznelken Geyer
den, welche ihnen dafür ihr Lebensbedürfniß, den Reis, theuer verkaufte. Di«beste Sorte von Muskatnüssen wird nach Europa gesandt, eine schlechtere, oder dieMittelsorte, in Indien verkauft, und aus der geringsten das köstliche Muskatöl ge-preßt. Man rechnet, daß von 500,000 Nclkenbüumen auf den Molucken jährlichim Durchschnitt 600,000 Pf. Nelken gewonnen wurden; davon kamen 350,008Pf.nach Europa, 150,000 Pf. wurden in Indien verkauft, und der Überrest »vardfür Mißjahre aufbewahrt. An Muskatnüssen werden jährlich an 700,000 Pf.und 200,000 Pf. Blüthe geärntet, wovon nach Europa 230,000 Pf. Nüsse und100.000 Pf. Blüthe kamen. Das Übrige ward für den Nothfall aufbewahrt,oder auch, wenn reichliche Ärnten die Verrathe zu sehr häuften, vernichtet. Seitmehren Jahren aber wurde, sowol wegen der Nachlässigkeit, womit man das Ein-sammeln betrieb, als wegen der Verwüstungen, die ein heftiger Drkan 1778 an-richtete, weniger gewonnen, und 1786 wurden auf den Bandainseln nur 163,236Pf. Nüsse und 17,770 Pf. Muskatblüthe geärntet. K.
0) e w ü r z n e l k e u, oder Gewürznäglein, sind die noch ungeöffneten Blü-then oder Blüthenknospen eines Baums, der aufeinem 4—6 Fuß hohen Stammeine schöne pyramidalische Krone treibt. Die Blätter stehen einander gegenüber,sind langgestielt, eiförmig und den Lorberblättern ähnlich. Im Maimonat sprossendie röthlichenBlüthen büschelweise anden Enden derZweige hervor. Ihre Blumen-krone hat 4 Blätter, der Kelch ist 4 Mal getheilt und offen; die vielen Staubgefäßesind in 4 Haufen gesondert; die Frucht ist eine Beere, unten zweifächcrig und ein-bis zweisamig, Zur Zeit der Reife hat sie die Gestalt und Größe der Olive, nachThunberg aber wird sie so groß wie ein Hühnerei, von Farbe schwarzrolh, und be-sieht aus einer dünnen Bedeckung, welche einen der Lange nach zweiteiligen Kerneinschließt. Die Früchte dienen zur Fortpflanzung des Baums, haben einen schwa-chen, den Gewürznelken ähnlichen Geruch und einen gleichen, aber lieblichernGc-schmack, der etwas zusammenziehend ist. Man nennt sie Mutternelken. Die un-aufgebrochenen werden darum in diesem Zustande abgenommen, weil sie, wie diesauch mit andern Blüthen der Fall ist, dann die meiste Kraft haben. Wenn sie ge-pflückt sind, trocknet man sie im Rauche, wodurch sie braunroth werden, und bringtsie dann an die Sonne. Frisch ist ihr Geschmack unleidlich brennend. Sie enthal-ten - bis ^ ihres Gewichts wasserhelleS ätherisches Öl, welches im Wasser größten-teils untersinkt und einen heftigen Geruch und brennenden Geschmack hat. DerGewürznelkenbaum wird in feuchtem Boden aufAmboina, Oma, Honimoa undNussalauta gezogen, wo er ursprünglich einheimisch ist. Er soll aber auch aufTer-nate, Marigeron, Tidor und Neuguinea wild zu finden sein. Die Holländer rot-teten die wildwachsenden Gcwürznelkenbäume aus und pflanzten sie nur auf denoben genannten Inseln an. (S. Gewürz in sein.) Sie wollten sich dadurch denAlleinhandel dieses Gewürzes verschaffen; allein die Franzosen wußten einige Bäu-me oder Samen zu erlangen und legten davon Pflanzungen auf Isle-de.France^Bourbon und Cayenne an.
Geyer (Erik Gustav), I)., Pros. der Geschichte zu Upsala und^k. schweb.OrdenS-Historiograph, seit 1824 Mitglied der schwedischen Akademie zu Stockholm .Dieser alsDichter, Redner, Geschichtschreiber, philosophischer Denker und Lehrer,selbst als Tonsetzer ausgezeichnete Mann ist 1783 in der Provinz Wärmeland geb.und der Sohn eines Eisenwerkbesitzers. Er erhielt s. erste Bildung auf dem Gym-nasium zu Karlstadt und studirte seit 1799 auf der Universität zu Upsala , wo ihn»die schwedische Akademie den doppelt großen Preis für f. Lobrede auf den Reichsver-weser Sten Sture zuerkannte. 1806 machte er eine 2jährige Reise nach England.Nach f. Rückkehr zum Lehrer der allgem. Weltgeschichte in Upsala ernannt, sah erin Folge der Ereignisse von 1809, und der dadurch vermehrten Druckfreiheit, eingrößeres Feld für die wissenschaftliche Bildung der Nation geöffnet, welches er so-