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Gicht Gichtcl
Kühe, Schaft und Ziegen finden unter dem südlichen Himmel an den Felsenritzenimmer grünende Nahrung, und überdies ist jedes Fleckchen fruchtbares Land mitden mannigfaltigsten, theils wildwachsenden, theils gepflanzten Fruchtbäumen jenesergiebigen Klimas besetzt. Bei dem 1779 zwischen England und Spanien ausgebro-chenen Kriege erneuerte dieses zum letzten Male seine Angriffe gegen Gibraltar. (S.Ellint.) Der Friede von 1783 versicherte England abermals diese Festung, derenBelagerung von 1779—82 den kriegführenden Mächten über 74 Mül. Thlr. geko-stet haben soll. Seitdem ist G. in allen englisch -spanischen, zum Theil auch franz.Kriegen höchstens nur von der Landseite eingeschlossen worden.
Gicht, s. Arthrikisch.
G iehtel (Johann Georg), Mystiker und Schwärmer, geb. 1638 zu Ne-gensburg, unterhielt sich schon in s. 12. Z., stundenlang auftemFelde herumschwei-ftnd, s. Vorgeben nach, mit Gott, und im 19. I. hatte er häufige Visionen. Soerschien ihm einmal der Weltgeist in Gestalt eines großen, vielfarbigen Rades, undnur s. natürliche Zaghaftigkeit hielt ihn, wie er selbst berichtet, davon ab, sich indiesen seinen Ltern hineinzustürzen. Da er sich später dem Studium der Rechtewidmete und durch Fleiß und Pünktlichkeit Zutrauen und Wohlstand erwarb, soschienen sich s. mystischen Träumereien etwas zu verlieren; aber leider kehrten siebald verstärkt zurück und rissen ihn aus einer ebenso ehrenvollen als einträglichenBahn. Eine unpassende Ehe und daraus hervorgehendes Familienzerwürfnißbrachten ihn zu dem Entschlüsse, den weltlichen Gütern, mit denen er reichlich geseg-net war, zur Ehre Gottes und zum Heiles.Seele zu entsagen, und, da dies seinemängstlichen Gemüthe noch nicht genug schien, endlich auf den Gedanken, nach Ame-rika zu gehen, um dort in Dürftigkeit und Demuth den Heiden das Christenthum zulehren. Er begab sich nach Zwoll in Holland , wo damals der ihm ähnliche Schwär-mer Brekling sein Wesen trieb, um unter diesem sich zu s. Beruft als Missionnairauszubilden; doch kehrte er bald nach Regensburg zurück, um sich mit dem BaronWeiß zu vereinigen, der gleichfalls vom Schwindel einer eyaltirten Frömmelei be-fallen war. Da aber G. anfing, mit ungestümem Eifer das ganze Kirchenwefenreformiren zu wollen, und dadurch viele ärgerliche Auftritte veranlaßte, wurde erVerhaftet, sein Vermögen eingezogen, und er selbst durch die Büttel über die Grenzegebracht. Er ging nun nach Wien , wo er noch auf die Träumereien der Alchymieverfiel, und als es auch hier nicht mit ihm fortwollte, wieder nach Zwoll, zu s.Freunde Brekling. Das gute Einverständniß mit diesem dauerte indeß auch nichtlange; eingebildet wie sie Beide waren, veruneinigten sie sich, und da G. auch hieranfing, das Volk mit s. Nebeleien zu verwirren, so ward er einige Mal festgesetzt, undendlich ganz aus Zwoll und Ldberyssel verbannt (1668). Er begab sich nun nachAmsterdam , damals dem Zusammenflüsse schwärmerischer Thoren, und lebte meistin großer Dürftigkeit, einzig von den Wohlthaten s. anfänglich sehr zahlreichen An-hänger, die er durch Predigten wider die Sündlichkeit des Ehestandes, schauderhafteProphezeihungen von göttlichen Strafgerichten u. s. w. erbaute. Auch hatte erhier abermals Visionen. Bald entstand jedoch Zwiespalt unter dem frommen Hau-fen, und viele s. enthusiastischen Verehrer wurden s. erbitterten Feinde. Sie beschul-digten ihn, nicht mit Unrecht, er verbreite Arbeitsscheu und Feindschaft in den Fa-milien, da Arbeiten und Sorgen für die Bedürfnisse des Lebens nach s. Lehre sünd-lich war, weil der Mensch sich allein derGnadeGotteS überlassen und sich um nichtsweiter kümmern sollte. Der Abfall des größten Theils s. Gemeinde versetzte G. insolche Noth, daß er, wie er selbst bekennt, fünf Mal auf dem Punkte stand, seinElend durch Selbstmord zu enden; allein er hatte weder den Muth dazu, noch dieKraft, von s. Derirrungen zu lassen, in die er vielmehr immer tiefer sank. Er starbzu Amsterdam 1710, arm und verachtet. Zwei I. vor s. Tode verlor er zwei Na-gel am rechten Fuße, an deren Stelle ihm eine Art Krallen herauswuchsen. Er